Kevin-Prince Boateng ist nicht der erste Sportler, der in Internetforen verunglimpft wird. Bei StudiVZ gibt es zum Beispiel Gruppen über den Bremer Torwart Tim Wiese, die die Wörter "Hauptschulabbrecher" und "knackgebräunte Primaballerina" im Titel tragen. Jermaine Jones wurde in einem Fanforum übel beschimpft, als sein Wechsel von Frankfurt nach Schalke bekannt wurde. Jones loggte sich selbst in das Forum ein, um sich zu rechtfertigen. Der eine Teil der Fans wertete das als aufrichtig, der andere als heuchlerisch. Und natürlich wird auch außerhalb des Sports gebasht: Einem Kandidaten der Fernsehshow "Schlag den Raab" ist die Facebook-Gruppe "Ich könnte Hans-Martin pausenlos die Fresse polieren" gewidmet. In Italien wurde selbst Staatspräsident Silvio Berlusconi zum Bashing-Opfer.
"Körperverletzung mit Ansage"
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Gegen Boateng wird das Bashing in Deutschland besonders intensiv und aggressiv, weil es gleich mehrere Faktoren gibt, die den gebürtigen Berliner zur Reizfigur machen. Wenn sich jemand vorsätzlich als Feindbild der deutschen Fußballfans hätte inszenieren wollen, hätte er es kaum besser anstellen können: Gegen Boateng gab es vor einiger Zeit Vorwürfe, er habe bei einem nächtlichen Streifzug durch Berlin Spiegel von Autos abgetreten. Seitdem sehen ihn viele als undisziplinierten Randalier, Facebook-User nennen ihn "Ghettokid" und "Möchtegern-Gangster".
In der Jugend spielte Boateng für den DFB, bei der WM will er allerdings für Deutschlands Gruppengegner Ghana antreten. Im Internet heißt er deshalb "Staatsfeind Nr. 1" oder "Vaterlandsverräter" (obwohl Boatengs Vater ja aus Ghana stammt). Und nun der Tritt gegen Ballack, den wichtigsten Spieler der Nationalelf. "Deutschland hasst dich!", schreibt ein User.
"Es liegt auch bei den Forenbetreibern, zu reagieren, wenn die Nutzer deutlich über das Ziel hinausschießen", sagt Soziologe Schmidt. Doch das ist nicht so einfach. Die Betreiber der sozialen Netzwerke löschen beleidigende oder gar volksverhetzende Beiträge zwar, wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden - doch das geschieht längst nicht immer. Ein User, der von den Betreibern wegen solcher Kommentare gesperrt wird, kann sich mit einer anderen Mailadresse neu anmelden. Wenn eine diffamierende Gruppe von den Betreibern geschlossen wird, können die Nutzer einfach eine neue eröffnen.
In Internetforen gibt es allerdings nicht nur Wut, Hass und Beschimpfungen. Zwischen all den Vorwürfen gegen Boateng tauchen auch etliche gemäßigte oder kritische Beiträge auf. Sie verweisen zum Beispiel auf den Wischer, mit dem Ballack Boateng einige Minuten vor dem Foul provoziert haben soll. Oder auf Ballacks Ellbogenschlag gegen den Argentinier Martin Demichelis im Länderspiel Anfang März. Damals sei Ballack ja ungestraft davon gekommen und habe sich nicht entschuldigt. Es gibt auch eine Gruppe "Gegen die Hetzjagd auf Kevin-Prince Boateng", die "nicht auf die Medienhetze aufspringen" will und sich "fremdschämt" für die Kommentare in "82.000.000 gegen Boateng". Mit etwas mehr als 1.000 Mitgliedern ist sie aber deutlich kleiner.
Am Mittag hat sich die Stimmung bei Facebook ein wenig beruhigt. Zwar wird kollektiv betrauert, dass Boateng wegen des Fouls nicht für die WM gesperrt werden kann, doch zugleich macht sich eine Jetzt-erst-recht-Stimmung bemerkbar. "Vielleicht war das ein Impuls, den die Mannschaft gebraucht hat", schreibt ein User. Ein zweiter fügt hinzu: "Ohne Ballack werden wir wenigstens nicht Zweiter." Und ein paar Nutzer haben sich zu einer aussichtslosen Initiative verbündet. Sie fordern: "Liebe Fifa, verschiebt die WM bis zur vollständigen Genesung Ballacks."
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Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Fußball-WM: Michael Ballack Boateng vor Gericht? 19.05.2010
- Sport kompakt Boateng tritt nach 19.05.2010
- WM 2010: Ballack fällt aus Diagnose: Achsenbruch 18.05.2010
(sueddeutsche.de/hum)
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank
Wenn jemand vom unschuldigen Ballack spricht, fehlt dieser Person für mich jegliche Realität. Der Wischer gegen Boateng und das Foul gegen Demichelis sind nur zwei Beispiele in kurzer Zeit, von einem überschätzen Fußballspieler, der sich selbst nicht entschuldigt hat und dies nun Boateng zum Vorwurf macht. Hallo, noch alles richtig???? Große Arroganz!
Dennoch ist das Foul nicht zu entschuldigen und muss bestraft werden (ob Absicht oder nicht), auch nachträglich. Muss ein Spieler erst schwer verletzt werden, um über "Rotwürdigkeit" zu sprechen? Dazu zähle ich auch Fouls wie von Frings und Ribery. Vielleicht keine Absicht, aber hohe Verletzungsgefahr!
Letztendlich sind die Medien nicht unschuldig, wenn Foren wie bei Facebook überhandt nehmen und außer Kontrolle geraten. In der heutigen Zeit werden wir extrem von Interent, Zeitung und TV beeinflußt (Schweinegrippe, Klimakatastrohe, usw.) und gesteuert.
Die wirklich Macht der Medien ist uns gar nicht bewußt und wird noch intesiver!
So ist es nun einmal wenn ein Schnellgericht tagt: Täter vor den Richter - Urteilsspruch - Umsetzung der Strafe ohne die Möglichkeit eines Einspruches.
Hier: Foul durch Spieler - Schiri pfeift und gibt eine Karte oder auch nicht - Freistoß und weiter geht das Leben.
So will es die Fifa: Tatsachenentscheidung ohne Nachkarten. Und wenn es noch so viele schlechte Richter ähm Schiris gibt.
Übrigens: Die Opfer spielen - wie im normalen Leben - keine Rolle. Der Täter muss geschützt werden.
Vielleicht sollte hier mal angesetzt werden bevor Spieler so einsteigen in der Gewissheit "Mehr wie Rot kann es nicht geben".
Vor allem sollte aber die Opfer gedacht werden: Schmerzensgeld, Schadersatz (auch für den Verein bzw. die Nationalmannschaft) zu zahlen vom Täter. Könnte auch schon helfen.
PS: Mit Ballack ist Deutschland 2002 Zweiter und 2006 Dritter geworden. Als Statistiker würde ich sagen: Jetzt haben wir eine Chance - nicht Vierter zu werden ;-)
wenn seine Ausraster auf der Straße passieren würden, nicht auf dem Platz.
Der Tritt auf das Bein von Klose, die Kungfu-Stollen ins Gesicht von einem Wolfsburger (Gladbacher? Irgend was in grün), das Ding gegen Ballack. Einmal lasse ich sowas als hartes Spiel im Eifer des Gefechts durchgehen, irgendwann wirds aber zur Gewohnheit. Dazu seine privaten Proleten-Aktionen (mit Ebert nachts in Berlin). Die anderen Ghetto-Kinder (Jerome, Aogo, Dejagah, etc) wirken auf mich auch eher peinlich, wenn sie die Trikots aus- und das Ed-Hardy-Brilli-im-Ohr-Outfit angezogen haben. Aber die haben sich auf dem Platz im Griff.
Dazu die chinesischen oder arabischen Schriftzeichen und Symbole bei Bubis, die gerade mal ihre Muttersprache halbwegs beherrschen. Damit mich keiner falsch versteht: Frings, Kießling, Hilpert kann ich als Persönlichkeiten auch nicht ernst nehmen, das hat nichts mit Herkunft oder Hautfarbe zu tun.
wie viele Leute Fußball derart ernst nehmen. Demnächst gibt es Hassgruppen gegen den Schauspieler, der den Bösewicht spielt, der einem beliebten Tatort-Kommisar eine knallt.
Fußball ist von einer Reality-Soap kaum zu unterscheiden und die Akteure werden auch dann noch gut bezahlt, wenn sie die "großen Gefühle" nicht durch Tore, sondern durch Knochen-opfern erzeugen.
Zweifelsohne wäre es erschreckend, wenn man keine Ablenkungen jenseits der Tagesnachrichten kennen würde, aber wie hier nun wieder die Massen kein anderes Thema als dieses Schauspiel zu kennen scheinen, lässt alle Befürchtungen verschwinden, es gäbe massenweise Menschen, die echte Sorgen haben.
Es ist schon peinlich, welche abstrusen Entschuldigungen für Boat. angeführt werden und Ballack als quasi selbst schuld dargestellt wird. Man stelle sich nur den umgekehrten Fall vor, Ballack hätte einen WM-Gegner gefoult; solche Foristen wie laVictoria und viele andere wären sich sicher nicht zu schade, bis zur Unterstellung nationalsozialist. Einstellungen zu gehen. Dieser nationale Selbsthass, eben einfach peinlich.
MfG.
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