Mit Michael Ballack ist der Rechtsanwalt seit 1999 geschäftlich verbunden. Becker half 2002, den Transfer des damals aufstrebenden Mittelfeldspielers von Bayer Leverkusen zu Bayern München abzuwickeln. 2006 brachte er seinen Mandanten beim FC Chelsea in der englischen Premier League unter, wo Ballack zum Weltstar und zig-fachen Millionär aufstieg.

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Michael Ballack ist seit 1999 geschäftlich mit Rechtsanwalt Becker verbunden. (© dpa)

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Nachdem der Chelsea-Eigner und Öl-Magnat Roman Abramowitsch offenbar nicht mehr bereit ist, unbegrenzt Geld in sein Spielzeug zu stecken, wurde Ballacks Vertrag am Ende der abgelaufenen Saison nicht verlängert. Becker transferierte den 33 Jahre alten Profi daraufhin zurück zum Bundesligisten Bayer Leverkusen, wo er einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat.

"Persönliche Aussagen"

In Leverkusen ist Rückkehrer Ballack der Hoffnungsträger, der den Klub vom Stigma des ewigen Zweiten befreien und zu Erfolgen führen soll. Die Bayer Leverkusen Fußball GmbH, eine 100-prozentige Tochter des Pharmaherstellers Bayer AG, betrachtet sich als führend auf dem Gebiet der Nachwuchsförderung und bei sozialen Engagements. Entsprechend verschnupft reagiert der Verein auf die angeblichen Äußerungen des Ballack-Beraters.

"Bei Bayer Leverkusen haben wir überhaupt keine Ressentiments gegenüber Homosexuellen", sagt Klub-Pressesprecher Dirk Mesch im Gespräch mit sueddeutsche.de. Bei den Zitaten im Spiegel handele es sich um "persönliche Aussagen von Herrn Becker, die nicht mit Bayer Leverkusen in Verbindung zu bringen sind". Es gebe im Profifußball "unglaublich viele Berater, die in erster Linie die Interessen ihrer Spieler im Auge haben. Da fällt die eine oder andere Aussage, die man als Verein nicht kommentieren möchte."

Auch der DFB reagierte gereizt auf die angeblichen Becker-Zitate. Der Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, sagte in der Bild-Zeitung: "Dazu muss man nichts sagen. Da erübrigt sich jeder Kommentar. Auf so ein Niveau muss man sich nicht begeben."

Zärtliche Berührung in Barcelona

Rechtsanwalt Becker ist mit seinen angeblichen Äußerungen in prominenter Gesellschaft: Der damalige Kölner Bundesliga-Trainer Christoph Daum setzte in einem Interview Homosexualität und Pädophilie gleich - und entschuldigte sich nach einem Treffen mit einem schwul-lesbischen Fanklub für seinen Ausfall. Der ehemalige Schalker Manager Rudi Assauer wiederum berichtete, er habe in seiner Zeit bei Werder Bremen einem homosexuellen Masseur geraten, dieser solle sich einen neuen Job suchen.

Auch im Ausland wird die Existenz von Schwulen im Fußball geleugnet, schon der Verdacht stellt eine schlimme Beleidigung dar. Zuletzt war das beim spanischen Topklub FC Barcelona zu sehen, dessen Stars Gerard Piqué und Zlatan Ibrahimovic bei einer vermeintlich zärtlichen Berührung fotografiert worden waren. Auf dem Foto lehnt der schwedische Stürmer Ibrahimovic an einem Auto, während sein spanischer Teamkollege Piqué ihn an der Hand berührt. Ein Fan hatte das Motiv heimlich auf dem Parkplatz des Barcelona-Heimstadions Camp Nou geschossen, berichteten spanische Medien.

Gegenüber einer spanischen Fernsehreporterin sagte Ibrahimovic daraufhin sichtlich genervt: "Komm zusammen mit deiner Schwester zu mir nach Hause. Dann siehst du, ob ich schwul bin."

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(sueddeutsche.de/aum/jja)