Von Milan Pavlovic

Ein deutsches Männer-Trio versucht sich auf Melbournes Center Court vergeblich gegen gesetzte Favoriten. Dabei war mehr drin, vor allem für Benjamin Becker.

Der erste Tag der Australian Open ging in die Verlängerung, und passend zum gesamten Tag war das die Schuld eines Deutschen. Benjamin Becker weigerte sich in der Night Session, widerstandslos die Rolle des Außenseiters auszufüllen. Er schuftete und quälte Marat Safin.

benjamin becker

Kämpfte tapfer, aber am Ende vergeblich: Benjamin Becker (© Foto: dpa)

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Es war aus deutscher Sicht der Höhepunkt eines ebenso historischen wie erfolglosen Tages in der Rod Laver Arena. Selbst die dienstältesten Statistiker konnten sich nicht daran erinnern, dass jemals drei deutsche Männer im Verlauf eines Grand-Slam-Tages auf dem Center Court im Einsatz waren. Ganz egal, dass es an den gesetzten Gegnern lag, dass die Partien auf den größten Platz gelegt wurden: Es war eine Chance für das deutsche Tennis - und eine Gefahr.

Niemand erwartete einen Sieg von dem Trio; viele befürchteten drei Demütigungen. Die Wahrheit lag dann in der Mitte: Es gab drei Niederlagen, aber keine Blamage. Björn Phau unterlag Roger Federer 5:7, 0:6, 4:6, Rainer Schüttler kämpfte beim 4:6, 6:2, 3:6, 2:6 vergeblich gegen Marcos Baghdatis und eine Erkältung, und Benjamin Becker lieferte Marat Safin bis 0.41 Uhr Widerstand, bis er sich nach 206 Minuten mit 7:5, 6:7 (2), 6:3, 3:6, 4:6 geschlagen geben musste.

Es war deutlich mehr drin, vor allem für Becker. Der Spätstarter, der erst im vergangenen Sommer mit 25 voll auf die Profitour gewechselt war, zeigte gegen den favorisierten Safin über weite Strecken jenes intelligente Tennis, mit dem er sich im September bei den US Open einen Namen gemacht hatte. Seine große Chance bot sich zu Beginn des fünften Satzes: Nachdem Becker sogleich eine Breakchance vereitelt hatte, erspielte er sich zwei Spielbälle zur 2:0-Führung.

Doch Safin konterte mit zwei fulminanten Aufschlägen, und bald danach erkämpfte sich der Russe das Break zum 3:2, das einzige im Satz. "Da hat ihm seine Erfahrung geholfen", sagte Becker: "Er hat auf meine Fehler gewartet - und ich habe sie begangen."

Drei Breaks gegen Federer

Auch Björn Phau haderte mit sich, "obwohl ich mit mir zufrieden sein kann". Der 27-Jährige war bis zum Montag einer von nur sieben aktiven Spielern mit einer positiven Bilanz gegen Roger Federer. Die eine offizielle Partie der beiden lag zwar über sieben Jahre zurück, aber beide können sich noch genau an 1999 erinnern. Es war heiß in Washington, "sauheiß" (Phau), "und ich war nach den ersten fünf Spielen total platt", gestand Federer.

In Melbourne war der Himmel am Montagmorgen seltsam verhangen, als Phau dem Besten zu Beginn das Service abnahm. Nicht genug damit. Insgesamt gelangen Phau im ersten Satz drei Breaks, "das ist nicht mein Standard", sagte Federer, "aber Phau hat gut gespielt und sich seine Chancen verdient". Der Außenseiter zog auf 5:3 davon. "Ich bin ein positiv denkender Mensch", sagte Federer später, "aber ein bisschen nervös bin ich schon geworden."

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