Australian Open Famoser Djokovic siegt in Melbourne und bringt Becker zum Weinen

Innige Umarmung mit seinem Trainer: Novak Djokovic (links) feiert mit Boris Becker

(Foto: AFP)
  • Novak Djokovic besiegt im Finale der Australian Open Andy Murray in drei Sätzen.
  • Der Weltranglistenerste aus Serbien schließt mit seinem sechsten Titel zu Roy Emerson auf.
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Djokovic verwandelt seinen dritten Matchball

Novak Djokovic bleibt der Tennis-König von Melbourne: Der topgesetzte Serbe besiegte nach einer Machtdemonstration den Briten Andy Murray (Nr. 2) im Finale mit 6:1, 7:5, 7:6 (7:3) und holte sich seinen sechsten Australian-Open-Titel seit 2008. Nach 2:53 Stunden verwandelte der 28-jährige Djokovic in der Rod-Laver-Arena seinen dritten Matchball.

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Der Schützling von Boris Becker dominierte das einseitige Duell und erarbeitete sich immer wieder Breakchancen - insgesamt zwölf, von denen er fünf nutzte. Der gleichaltrige Murray haderte ständig mit sich und seiner hohen Quote an unerzwungenen Fehlern (insgesamt 64). Djokovic schloss damit zu Melbourne-Rekordsieger Roy Emerson (Australien/ebenfalls sechs Titel) auf.

Das sagt der Sieger

"Wir waren drei Wochen lang auf dieses Ziel fokussiert, jetzt haben wir es geschafft. Ich liebe alle meine Teammitglieder und möchte danke sagen", sagte Djokovic in Richtung seines von Becker angeführten Teams. Nach dem Triumph küsste er den hellblauen Boden des Centre Courts, auf dem er in Endspielen weiter ungeschlagen ist. Anschließend lief er zu seinem deutschen Trainer. Becker drückte seinen Schützling fest an sich und hatte Tränen der Rührung in den Augen. Murray zeigte sich als fairer Verlierer. "Ich habe das Gefühl, ich stand hier schon einmal", meinte er in Anspielung auf seine Niederlagen-Serie in Melbourne-Endspielen.

An seine daheim wartende hoch schwangere Frau Kim gerichtet sagte Murray mit tränenerstickter Stimme: "Du warst die vergangenen zwei Wochen eine Legende. Ich sitze im nächsten Flieger nach Hause." Murrays Schwiegervater Nigel Sears hatte während des Turniers auch noch einen Zusammenbruch auf der Tribüne erlitten, ist inzwischen aber wieder gesund zurück in England. "Es waren zwei schwere Wochen", sagte Murray.

Der Serbe führt Murray phasenweise vor

Die Kluft zwischen Djokovic und der Konkurrenz ist derzeit so groß wie noch nie. Nachdem der Serbe im Halbfinale bereits den Schweizer Roger Federer ausgeschaltet und den Rekord-Grand-Slam-Turnier-Sieger dabei phasenweise vorgeführt hatte, ließ er jetzt auch seinem laut Rangliste ärgstem Verfolger Andy Murray kaum eine Chance. Der Schotte, immerhin die Nummer zwei der Welt, konnte dem Serben nur am Ende auf Augenhöhe begegnen.

Ansonsten hielt Murray zwar ganz passabel mit, wenn es darauf ankam, spielte Djokovic aber einfach in einer anderen Liga. Der 28-Jährige hatte im vergangenen Jahr den Grand Slam - bestehend aus Erfolgen bei allen vier Major-Events - nur wegen einer knappen Niederlage im Finale der French Open gegen den Schweizer Stan Wawrinka verpasst. Am Sonntag machte er bei seinem nächsten Versuch den ersten Schritt.

Murray verliert in Melbourne zum fünften Mal ein Finale

Für Djokovic, der einen Siegerscheck in Höhe von 2,2 Millionen Euro überreicht bekam, war es der insgesamt elfte Major-Coup. Nur vier Spieler haben mehr Grand-Slam-Titel gesammelt. Davis-Cup-Sieger Murray indes kassierte in seinem fünften Finale in der Stadt am Yarra River seine fünfte Niederlage - die vierte gegen Djokovic, der nun elf der letzten zwölf Vergleiche mit dem Schotten für sich entscheiden konnte.

Nach seinen Triumphen bei den US Open (2012) und beim Heimspiel in Wimbledon (2013) muss Murray weiter auf seinen dritten Major-Titel warten. Der werdende Vater hatte vor dem Turnier angekündigt, dass er sogar auf das Endspiel verzichten würde, falls bei seiner hochschwangeren Frau Kim in London die Wehen einsetzen würden.

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