ATP-Turnier in München Haas, Kohlschreiber und Brands stehen im Halbfinale

Philipp Kohlschreiber bekommt es im Halbfinale des ATP-Turniers von München mit Daniel Brands zu tun.

(Foto: AFP)

Es ist das erste Mal seit Hongkong 1999, dass drei deutsche Tennis-Spieler bei einem ATP-Turnier das Halbfinale erreichen. Nach Philipp Kohlschreiber und Tommy Haas zog auch Daniel Brands in die Vorschlussrunde ein. Damit wird mindestens ein Deutscher im Finale spielen.

Daniel Brands hat beim ATP-Turnier in München für die bislang größte Überraschung und eine seltene Halbfinal-Besetzung gesorgt. Nachdem Routinier Tommy Haas und Titelverteidiger Philipp Kohlschreiber die Runde der letzten Vier erreicht hatten, mischt auch der Deggendorfer noch um die Siegprämie von 74.000 Euro und ein Cabrio mit.

Der 25 Jahre alte Rechtshänder stürzte dabei Turnierfavorit Janko Tipsarevic aus Serbien, Nummer 10 der Weltrangliste und an Position eins gesetzt, mit 6:3, 4:6, 6:4. Zum insgesamt fünften Mal und zum ersten Mal seit 1999 stehen damit drei deutsche Tennisprofis im Halbfinale eines ATP-Turniers. Vor 14 Jahren erreichten Boris Becker, Henrik Dreekmann und Bernd Karbacher in Hongkong die Runde der letzten Vier - am Ende gewann Andre Agassi (USA).

Spielverderber diesmal könnte der Kroate Ivan Dodig sein, Gegner von Haas. Brands sagte zum Duell mit Kohlschreiber: "Wenn man jemanden schlägt, der unter den Top Ten steht, beflügelt das natürlich. Aber ausruhen kann ich mich auf diesem Sieg nicht." Tommy Haas machte im deutschen Duell gegen Florian Mayer kurzen Prozess und zog durch ein souveränes 6:4, 6:1 in nur 58 Minuten ins Halbfinale ein. "Tommy hat gespielt wie vom anderen Stern", sagte der frustrierte Mayer, der auch im fünften Aufeinandertreffen ohne Satzgewinn blieb und deshalb jammerte: "Es kotzt mich an, jedes Mal, wenn ich gegen ihn spiele, spiele ich beschissen." Haas hat weiter seinen ersten Titel in München im Visier.

Kohlschreiber zog durch ein 6:3, 7:6 (7:3) gegen Viktor Troicki aus Serbien ins Halbfinale ein. Mit seinem zweiten Match war der 29-Jährige, der das diesmal mit 410.000 Euro dotierte Turnier auch 2007 gewonnen hatte, aber nicht zufrieden, vor allem nicht mit dem zweiten Satz, in dem er sogar zwei Satzbälle abwehren musste. "Da habe ich den Faden verloren", sagte Kohlschreiber. "Da waren ein paar leichte Fehler zu viel dabei. Da habe ich es mir selbst ein bisschen schwer gemacht."

Haas trifft in seinem vierten Halbfinale in München auf einen Spieler, der sich bislang als Schreck der Gesetzten entpuppt hat. "Er ist ein harter Brocken, ein Kämpfer", sagte Haas über den 56. der Weltrangliste, er kennt ihn vom Viertelfinal-Match Ende Februar dieses Jahres in Delray Beach/Florida. Haas gewann in drei Sätzen, danach unterlag er im Halbfinale. In München hat er bei seinen vorhergehenden neun Teilnahmen nur 2000 das Finale erreicht, dort aber verlor er gegen Franco Squillari aus Argentinien.

Mayer aber glaubt, dass Haas keinen Gegner fürchten muss. Wenn dieser so weiterspiele, "muss ihn erst mal einer schlagen", betonte er und ergänzte: Seit seiner Niederlage gegen Haas vergangenen Juli in Hamburg (1:6, 4:6), sei dieser ja "doch nochmal deutlich besser" geworden. Das fünfte Duell gegen Haas hatte Mayer zunächst noch sehr ausgeglichen gestalten können, dann allerdings schlug er den dritten Satzball ins Aus und erholte sich davon nicht mehr.

Haas-Gegner Dodig hatte im Viertelfinale den an Nummer fünf gesetzten Alexandr Dolgopolow aus der Ukraine mit 6:4, 6:4 aus dem Turnier geworfen und ist damit weiter ohne Satzverlust. In der ersten Runde hatte er bereits Nikolai Dawydenko aus Russland ausgeschaltet, anschließend auch glatt gegen seinen an Nummer zwei gesetzten Landsmann Marin Cilic gewonnen.