Arme Löwen Beten für den Aufstieg
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Bayern-Manager Hoeneß amüsiert die Klageandrohung des früheren 1860-Chefs Wildmoser - und er weist ihm erneut eine Teilschuld an der Krise des Arena-Partners zu.
Der Fußballmanager Uli Hoeneß, 54, ist gewöhnlich gut beschäftigt, und das auch in ruhigeren Zeiten, wie er sie gerade im Alltag eines unbehelligten Tabellenführers zu erleben scheint.
Der Stein des Anstoß: Die Allianz-Arena.
(Foto: Foto: dpa)Die meisten Transfergeschäfte hat ja der FCBayern bereits abgewickelt, und die offene Personalie Michael Ballack lastet ihn wohl ebenso wenig aus wie die avisierten Vertragsverlängerungen mit Claudio Pizarro und Zé Roberto ("ich warte auf meinen Berater") sowie das Warten auf die Entscheidung von Kölns Nationalstürmer Lukas Podolski ("isch überlege").
Vielleicht hat Hoeneß auch deshalb mit Interesse vernommen, dass ihm der Münchner Wiesnwirt und frühere Präsident des örtlichen Zweitligaklubs TSV 1860, Karl-Heinz Wildmoser senior, mit einer Klage gedroht hat. "Ich würde mich sehr freuen, wenn er mich verklagen würde", sagt Hoeneß amüsiert, "denn dann könnte ich all das los werden, was ich bisher nicht gesagt habe."
Bislang hat Hoeneß kundgetan, dass Wildmoser, 66, seiner Meinung nach die Sechziger "fast insolvent" hinterlassen habe und dessen Nachfolger momentan "nur die Suppe auslöffeln", die der vieljährige Patriarch der Löwen eingebrockt habe. Hoeneß hatte damit die neuesten Nachrichten über den nominell gleichberechtigten Partner in der Stadion GmbH kommentiert, der diese Saison trotz vieler Zuschauer in der neuen Arena ein Minus bei der Vermarktung der Business Seats von knapp 2,5 Millionen Euro einzufahren droht.
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Hoeneß: "Die Arena ist ein Goldgrube"
Wildmoser hatte Hoeneß in der AZ entgegnet, der Bayern-Manager spekuliere nur darauf, sich "das Stadion allein unter den Nagel" zu reißen. Davon könne gar keine Rede sein, betont wiederum Hoeneß; er wolle Sechzig weder schaden noch sie aus der Arena GmbH drängen. "Und das würde doch relativ leicht gehen, wenn wir einfach alles so laufen ließen."
Stattdessen stehe man seit einem Jahr mit Rat und Tat zur Seite, und Bayern werde "nicht ein Prozent mehr" an der Stadionfirma übernehmen, sondern "nullkommanull, das steht total fest". Vielmehr müsse die Kommune eingreifen, falls 1860 in der Schuldenfalle stecken bleibe. "In diesem Fall würden wir immer die Stadt drängen, den Anteil treuhänderisch zu verwalten, bis Sechzig ihn zurückkaufen könnte."
Verstehen würde er das Fiasko aber nicht: "Denn die Arena ist eine Goldgrube, und wenn Sechzig noch 20 Jahre lebt, sind sie einer der reichsten Vereine in Deutschland - und der FC Bayern hätte es mit bezahlt."
Noch lebt 1860 mit erheblichen Verbindlichkeiten. Dabei hat der US-Vermarkter IMG einen langfristigen Kredit plus Sonderzahlung von mehr als 6,5 Millionen Euro gewährt und jüngst die Postbank ein weiteres Darlehen über drei Millionen - als Sicherheit wurde für das Jugendinternat von 1860 eine Grundschuld eingetragen. Und während Bayern problemlos die teuren Vip-Sitze absetzt und somit viele Millionen in die GmbH einbringt (Hoeneß: "Trotzdem geht alles in eine Kasse und wird durch zwei geteilt"), bleibt 1860 auf diesen Plätzen sitzen.
Ein glattes Kunststück, wie Hoeneß findet, "denn wenn ich morgen mit dem Sechziger-Bauchladen los ginge, müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht 1500 weggehen würden". Bislang hat Sechzig offenbar nur rund 300 der 2200 Plätze verkauft; für eine schwarze Null wären etwa 1700 Abschlüsse vonnöten.