Von David Böcking

Der neue Partner der Bundesliga hat bisher erst 100.000 eigene Pay-TV-Kunden.

Als "Heuschrecken" sind sie vor einigen Monaten unschön in die politische Terminologie eingeführt worden, jene anglo-amerikanischen Private-Equity-Firmen, die in Deutschland investieren und immer schon an den nächsten, natürlich größeren Deal denken.

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Diese Spezies hat nun auch mit dem bundesdeutschen Fußball zu tun. Die Kapital-Unternehmen Apollo, BC Partners und Golden Tree stehen hinter dem Kabelnetzbetreiber Unity Media, der nun für seine neue Tochter Arena Sport Rechte und Marketing GmbH die Pay-Rechte der Bundesliga gekauft hat.

Unity, das klingt nach Eintracht Deutschland, und ist aus der Fusion der Kabel-TV-Anbieter Iesy (Hessen), Ish (Nordrhein-Westfalen) und Tele Columbus mit Sitz in Hannover hervorgegangen. Gut sieben Millionen Haushalte gehören dazu. Ursprünglich war auch eine Großfusion mit dem Branchenprimus Kabel Deutschland (KDG) erwogen worden. Diesen Zusammenschluss aber verhinderte das Kartellamt im August 2004.

Auch hinter dem Konzern KDG, der mit Unity Media über eine Pay-Kooperation bei der Liga redet, steckt ein internationaler Finanzinvestor: das Investmenthaus Providence Equity. Der Statthalter John Hahn, der auch als Großaktionärsvertreter im Aufsichtsrat der Pro-Sieben-Gruppe saß, setzt auf Fußball als Vermarktungs-Attraktion. KDG versorgt zehn Millionen Haushalte und bietet ein eigenes Pay-TV-Paket an: Kabel Digital Home hat 180 000 Kunden.

Schon beginnt hinter den Kulissen eine medien- und ordnungspolitische Debatte, was die Kabelriesen eigentlich im Medienmarkt tun dürfen. Bislang war es die gesetzliche Norm, dass Netz und Inhalte strikt getrennt werden müssten. Premiere, der Verlierer der Rechteschlacht, will genau studieren, ob Kartellverstöße vorliegen.

Es sei "kein fairer Wettbewerb", wenn marktbeherrschende Kabelnetzbetreiber nun gegen sein Unternehmen antreten, klagt Senderchef Georg Kofler: "Wir sind evident benachteiligt." Ein KDG-Sprecher erklärt zu einem neuen Kabel-Pakt: "Die Akteure kennen sich. Es gibt gute Möglichkeiten der Kooperation." Immerhin verlangt die deutsche Fußball-Liga eine flächendeckende Versorgung.

Die drei Betreiber von Unity Media besitzen ebenfalls eigene Pay-TV-Programme, die Abonnentenzahlen sind mit etwas mehr als 100 000 aber ebenfalls vergleichsweise gering. Hier sind Tore dringend notwendig. Zum neuen Fußball-Programm machte Unity am Mittwoch keine Angaben.

Der rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck (SPD) äußerte als Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder bereits die Erwartung, dass der neue Rechtebesitzer Arena sowohl Satellitenkunden als auch Digitalnutzer versorgen wird.

Möglich sind auch Sublizenzen an den Abo-Kanal Premiere. Dessen Leute sprechen in Bezug auf die neue Konkurrenz süffisant vom "Nobody".

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(SZ vom 22.12.2005)