Willi Weber soll bei einer Firmenpleite gegen Gesetze verstoßen haben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Anklage gegen den 65-Jährigen erhoben.

Der langjährige Manager der Formel-1-Piloten Michael und Ralf Schumacher, Willi Weber, ist wegen Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall angeklagt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag berichtete, soll Weber Mitte 2001 illegal versucht haben, Fanartikel im Wert von rund 1,1 Millionen Euro aus der Pleite einer Merchandising-Firma im rheinland-pfälzischen Dierdorf zu retten. Dadurch habe Weber dem von Insolvenz bedrohten Unternehmen den einzig nennenswerten Vermögenswert entzogen und so übrige Gläubiger geprellt.

Willi Weber

Willi Weber drohen bis zu zehn Jahre Haft. (© Foto: ddp)

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Der Leiter der Staatsanwaltschaft Koblenz, Horst Hund, warf Weber vor, er habe sich bereichern wollen und daher die Verantwortlichen der Dierdorfer Firma PPM Pole Position Merchandising GmbH dazu verleitet, gegen das Gesetz zu verstoßen. Die 1984 gegründete PPM war bis zu ihrer Pleite auf den Vertrieb von Fanartikeln der Gebrüder Schumacher spezialisiert. Von 1999 bis 2001 hatte Webers Stuttgarter Firma nach Angaben der Ermittler die Anteilsmehrheit an dem Merchandising-Unternehmen.

In dieser Zeit sei die Dierdorfer Vertriebsfirma, die zeitweise 100 Angestellte beschäftigte, von Weber mit Sportartikeln beliefert worden. Der Kaufpreis für die Ware sei PPM dabei zunächst gestundet worden. Bis Oktober 2001 seien auf diese Weise Forderungen von 1,1 Millionen Euro aufgelaufen. Anfang 2001 sei die Überschuldung des Unternehmens offenkundig geworden. Zunächst sei daraufhin versucht worden, das insolvenzreife Unternehmen an den Fernsehsender RTL zu verkaufen.

Haftstrafe bis zu zehn Jahren möglich

Als dies gescheitert sei, habe das Stuttgarter Mutterunternehmen die PPM Mitte 2001 an ein Briefkastenunternehmen verkauft, deren Geschäftsführer ein Weber nahe stehender Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer gewesen sei, berichtete die Staatsanwaltschaft. Anschließend habe der Rennsportmanager veranlasst, dass die PPM ihren gesamten Warenbestand an die Stuttgarter Muttergesellschaft verkaufte. Den Kaufpreis von 1,1 Millionen Euro habe Weber mit den offenen Forderungen verrechnen lassen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt: "Hierdurch wurde dem Dierdorfer Unternehmen der einzige Vermögenswert vor Insolvenz entzogen." Die übrigen Gläubiger der PPM seien so um 1,1 Millionen Euro geschädigt worden.

Bereits im Januar 2006 hatte die Staatsanwaltschaft Koblenz den früheren Geschäftsführer sowie einen ehemaligen Wirtschaftsprüfer des Dierdorfer Unternehmens wegen Untreue angeklagt. Wie die Ermittler berichteten, werden die beiden Geschäftsleute voraussichtlich gemeinsam mit Weber vor Gericht gestellt. Im Fall einer Verurteilung drohen den Angeklagten Haftstrafen bis zu zehn Jahren. Für eine Beteiligung der Schumacher-Brüder an den zweifelhaften Transaktionen rund um die PPM fand die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben keine Hinweise.

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(AP)