Amateurfußball im Internet Pleite für die Hartplatzhelden

Wem gehören die Videorechte an Amateurfußballspielen? Das Oberlandesgericht Stuttgart hat sie dem zuständigen Verband zugesprochen - die Nutzer eines Online-Portals gucken in die Röhre.

Amateurfußball-Spiele dürfen nicht gegen den Willen des zuständigen Verbandes im Internet übertragen werden. Das Oberlandesgericht Stuttgart wies am Donnerstag eine Berufung der Gießener Hartplatzhelden GmbH gegen ein entsprechendes Verbot zurück.

Der Württembergische Fußballverband (WFV) dürfe von dem hessischen Betreiber einer Online-Plattform verlangen, Aufzeichnungen von Spielen im Verbandsgebiet zu unterlassen, teilte das Gericht mit. Die Stuttgarter Richter gaben damit dem WFV recht, dem nach eigener Auffassung das Verwertungsrecht seiner Fußballspiele allein zusteht.

Die Ausstrahlung von Bildern im Internet durch das Unternehmen stelle "eine unlautere Nachahmung im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb" dar, urteilte das Gericht. Der WFV habe ein eigenes Interesse an der Vermarktung der Spielszenen, wenn auch nur zur Deckung seiner laufenden Kosten. Der Verband habe daher zurecht geltend gemacht, dass durch den Online-Anbieter "Leistungen nachgeahmt würden, die nur er verwerten dürfe", sagten die Richter.

Die Macher von hartplatzhelden.de sprechen auf ihrer Internetseite von einem "schwarzen Tag für den deutschen Amateurfußball": "Das Urteil setzt nicht nur uns ein Stopp-Zeichen, sondern besagt auch: Der Amateurfußball gehört den Verbänden. Wir halten das für falsch und fatal."

Nach ihrem erneuten juristischen Scheitern hat die Hartplatzhelden GmbH nun noch die Chance, beim Bundesgerichtshof in Revision zu gehen. Nach Ansicht der Stuttgarter Richter ist der Streit "von grundsätzlicher Bedeutung". Alle bisherigen Fälle ähnlicher Natur fielen in den Profibereich.