Alba siegt in der Basketball-Euroleague Schaffartzik dreht eine packende Partie

Trotz zwischenzeitlich 13 Punkten Rückstand gewinnt Alba Berlin gegen Elan Chalon auch sein zweites Spiel in der Basketball-Euroleague und begeistert seine Zuschauer. Hingegen wird Meister Bamberg zu Hause vorgeführt und steckt weiterhin in einer Krise.

Alba Berlin ist in der Euroleague auf dem Weg ins Achtelfinale, der deutsche Basketballmeister Brose Baskets Bamberg muss dagegen um die Teilnahme bangen. Die Berliner schlugen am Donnerstagabend in einer packenden Partie den französischen Meister Elan Chalon 74:71 (36:40) und holten damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel.

Dagegen warten die Bamberger weiterhin auf die ersten Punkte. Sie mussten sich nach einer enttäuschenden Vorstellung dem türkischen Meister Besiktas Istanbul mit 71:86 (31:47) geschlagen geben und verloren damit auch die zweite Begegnung in der Euroleague.

"Wir hatten tolle Unterstützung von den Fans, das hat uns getragen", sagte Berlins Heiko Schaffartzik direkt nach der Partie vor 8146 Zuschauern. Kurz zuvor leitete er die Wende ein. Denn zu Beginn des letzten Viertels lag sein Team bereits 13 Zähler zurück. Mit drei erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen brachte der Nationalspieler den Gastgeber aber zurück ins Spiel.

Chalon war plötzlich völlig von der Rolle und Berlin übernahm kurz vor dem Ende wieder die Führung. Ein erfolgreicher Dreier von DaShaun Wood zum 74:68 entschied die Partie erst knapp 30 Sekunden vor Spielende. Die überragenden Akteure bei Berlin waren vor allem Deon Thompson (24 Punkte) und Wood (19 Zähler). Für die Franzosen war Aufbauspieler Steed Tchicamboud (20 Punkte) am erfolgreichsten. "Das war ein Sieg der Mentalität", sagte Manager Marco Baldi, "spielerisch befinden wir uns aber noch im Aufbau." Trainer Sasa Obradovic, der gegen Chalon mit Brüllen und wilden Gesten mindestens genauso viel Energie verbrauchte wie seine Spieler, stellte hingegen zufrieden fest: "So ein Sieg macht uns noch stärker."

Im Vergleich zu der Partei in Berlin war das Spiel in Bamberg nicht von Spannung geprägt. Von Beginn an dominierten die Gäste von Besiktas, bejubelt von 400 mitgereisten Landsleuten, die sich nicht an die Verbote in der Halle hielten und sogar Böller zündeten. Zwar lag Bamberg zwischenzeitlich mit 19:18 in Front, es sollte jedoch die einzige Führung an diesem Abend bleiben.

Die Türken trafen fortan wie sie wollten, führten zur Pause mit 14 Punkten Vorsprung (31:47) und bauten diesen nach dem Seitenwechsel sogar auf 25 Zähler (67:42) aus. Bester Werfer bei Bamberg war Anton Gavel mit 21 Punkten, für die Gäste traf Curtis Jerrells mit 27 Zählern am häufigsten.

"Wir sind im Moment selbst unsere größten Gegner", kritisierte Brose-Coach Chris Fleming. Vor allem das Abwehrverhalten seiner Mannschaft stieß Fleming übel auf. "Unsere Defensivleistung war absolut inakzeptabel." Anders als in der Bundesliga tut sich der deutsche Double-Gewinner auf internationalem Top-Niveau bislang noch schwer. Die Zwischenrunde hatten die Bamberger zuletzt in der Saison 2005/06 erreicht. "Wir brauchen noch etwas mehr Zeit", sagte Brose-Center Maik Zirbes. "Wir werden unseren Weg finden. Aber diese Niederlage tut schon sehr weh."

Am ersten Spieltag hatte sich Bamberg in Barcelona geschlagen geben müssen. Um die Ziele in der Euroleague zu erreichen, müsse man bei der Abwehr ansetzen, sagte Fleming. Doch schon im nächsten Spiel bei ZSKA Moskau am 25. Oktober steht sein Team unter größerem Druck. Weitere Gruppengegner sind Partizan Belgrad und Lietuvos Rytas Vilnius aus Litauen. Die ersten Vier der Sechsergruppe kommen weiter.