Vier Tore und drei Platzverweise: Das Halbfinale beim Afrika-Cup war eine überaus hart geführte Partie. In Frankreich kam es nach dem Spiel zu heftigen Ausschreitungen.
Wer am Donnerstagabend auf den TV-Sender Eurosport umschaltete, der konnte kurzzeitig den Eindruck gewinnen, dass es gegen Ende der Halbfinal-Partie beim Afrika-Cup zwischen Ägypten und Algerien 4:3 steht, weil der Sender über dem Spielstand die Anzahl der Platzverweise der jeweiligen Mannschaften eingeblendet hatte. In Wahrheit stand es kurz vor Schluss 4:0 für Ägypten, die "3" symbolisierte lediglich die Anzahl der algerischen Spieler, die vorzeitig vom Feld geschickt wurden.
Algerische Fans beim Spiel zwischen Ägypten und Algerien in Benguela. (© Foto: dpa)
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Nach dem Spiel schlug der ägyptische Trainer moderate Töne an: "Wir wünschen der algerischen Mannschaft das Beste für die Weltmeisterschaft, schließlich sind sie der Vertreter der arabischen Welt." Auf den Straßen von Kairo und anderen ägyptischen Städten gab es Jubelfeiern mit Autokorso und Feuerwerken.
In mehreren französischen Städten kam es nach dem Spiel zu Ausschreitungen. In Marseille rotteten sich 500 Randalierer nach dem Spiel am Hafen zusammen und bewarfen die Polizei mit Steinen, Dosen und Flaschen. Darüber hinaus errichteten sie aus brennenden Mülltonnen Straßensperren. Die Polizei setzte Tränengas ein. 15 Jugendliche wurden festgenommen. Auch in Lyon und Toulouse kam es zu Zwischenfällen. In beiden Städten wurden mehrere Autos in Brand gesteckt.
Wenn die Nationalmannschaften von Ägypten und Algerien aufeinandertreffen, dann geht es meist um viel mehr als nur um ein Fußballspiel. "Für beide Seiten ist das Spiel wie ein Krieg. Es geht um Leben und Tod", sagte etwa der Ägypter Mohamed Zidan vor der Partie. "Wenn wir Algerien schlagen, können wir mit Stolz die WM in Südafrika verfolgen." Vor zwei Monaten trafen beide Mannschaften in der WM-Qualifikation aufeinander, bei Jubelfeiern nach den Spielen gab es 18 Todesopfer und mehr als 250 Verletzte.
Der Konflikt reicht weit zurück. In den siebziger Jahren gab es während der Afrikaspiele eine Schlägerei, bei der sich algerische und libysche Fans gegen Ägypter zusammentaten. Im Jahr 1989 wurde nach einem WM-Qualifikationsspiel der ägyptische Mannschaftsarzt von einem algerischen Spieler mit einer Flasche beworfen - Ägypten boykottierte daraufhin ein Jahr später den Afrika-Cup.
Seitdem sind die Fronten verhärtet, selbst die Spieler geben sich hasserfüllt. So schlug Ägyptens Stürmer Amr Zaki ein Angebot des Premier-League-Klubs FC Portsmouth aus. Begründung: Im Kader des Vereins stehen die Algerier Nadir Belhadj und Hassan Yebda. Aus diesem Grund galt für die Partie in Benguela höchste Sicherheitsstufe. Die etwa 700 Fans aus Algerien und 200 ägyptischen Anhänger wurden von mehr als 1000 Sicherheitskräften ins Stadion eskortiert.
In der ersten halben Stunde der Partie schien es den Akteuren auf dem Platz auch weniger darum zu gehen, ein Tor zu erzielen, als vielmehr die Ankündigung von Zidan umzusetzen. Es gab wilde Grätschen, Provokationen und Ellenbogenchecks. In der 38. Minute dann foulte Rafik Halliche den Ägypter Moateb im Strafraum. Der Schiedrichter entschied nicht nur auf Strafstoß, sondern verwies Halliche des Feldes. Als Hosni Abd-Rabou bei der Ausführung des Elfmeters regelwidrig den Anlauf abbrach und aus dem Stand schoss, drohte die Situation kurzzeitig zu eskalieren. "Der Schiedsrichter hat das Spiel auf den Kopf gestellt", sagte Algeriens Trainer Rabah Saâdane nach dem Spiel.
Als Zidan in der 65. Minute das 2:0 für Ägypten schoss, konnte man den Eindruck gewinnen, dass die algerischen Spieler nach folgendem Prinzip verfuhren: Wenn wir schon nicht gewinnen, dann schaffen wir immerhin mehr Platzverweise als der Gegner Tore. Nach einer an Körperverletzung grenzenden Grätsche sah Nadir Belhadj in der 69. Minute die rote Karte und Torhüter Fawzi Chaouchi wurde nach einem bösen Tritt kurz vor Ende der Partie ebenfalls vom Platz gestellt.
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(sueddeutsche.de/hec)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
"Ich finde für solch dämliche aufhetzende Kommentare sollte er langfristig von der FIFA gesperrt werden."
Don't blame the messenger. Er hat doch nur unsere Presse informiert, bei dem Spiel war ja auch keinerlei Aufhetzeri nötig.
dww
Ich finde für solch dämliche aufhetzende Kommentare sollte er langfristig von der FIFA gesperrt werden.
Wie wenn das Duell nicht schon aufgeheitzt genug wäre.
Er ist ganz offensichtlich zu dumm um zu erkennen das er mit solchen Aussagen die aggression erhöt und dadurch Leben auf den Tribünen und in den Städten gefährdet. Wenn er das nicht versteht, darf er meiner Meinung nach keine Länderspiele bestreiten bis er erwachsen und klug genug ist.
Das gilt selbstredend für jeden Algerischen Spieler der solche Kommentare los lässt.
Das ist immer noch ein Spiel und kein Krieg! Und wenn die Hitzköpfe nicht zur Vernunft kommen, sollen der afrikanische Verband bzw. die FIFA diese Mannschaften bei großen Turnieren einfach nicht mehr zulassen. Dann würde schon langsam Vernunft einkehren!
Welche Möglichkeiten haben die Unmengen an testosterongeladenen Jungmänner in den arabischen Ländern auch schon, mal etwas Dampf abzulassen? Sie haben ja kaum etwas zu tun, die Arbeitslosenquote ist atemberaubend, den Hof des Vaters kann in der Regel auch nur einer von durchschnittlich drei Söhnen erben, die anderen müssen sehen wo sie bleiben. Eine Freundin dürften in Ländern, in denen junge Frauen der Ehre der Familie wegen unter Rundumbewachung stehen, auch nur die allerwenigsten haben. Insofern ist es ein Segen, dass der islamische Prophet seinen Anhängern den Alkohol verbietet, sonst würde so ein Fußballspiel nicht mit "nur" 18 Toten ausgehen.
Sport dient der Völkerverständigung...