Academy Awards Zwei Sportfilme bekommen einen Oscar

Kobe Bryant mit einem Oscar.

(Foto: REUTERS)
  • Zwei Sportfilme werden mit einem Academy Award als bester Kurzfilm und als beste Dokumentation ausgezeichnet.
  • Kobe Bryants Kurzfilm "Dear Basketball" ist die Verfilmung eines Gedichts, das er zu seinem Karriereende veröffentlichte.
  • Die Dokumentation "Icarus" begleitet einen Insider des russischen Dopingsystems.

Bei der 90. Verleihung der Academy Awards in Los Angeles haben zwei Sportfilme einen Oscar gewonnen. Kobe Bryant, fünfmaliger NBA-Champion mit den Los Angeles Lakers, gewann die Auszeichnung für den Animationsfilm "Dear Basketball". Der 39-Jährige hatte das Drehbuch für den fünfminütigen Kurzfilm geschrieben. "Das ist unglaublich. Es fühlt sich fast noch besser als die sportlichen Erfolge an. Das ist einfach verrückt", ergänzte er", sagte Bryant, der mit seinem Werk gegen die Kurzfilme "Garden Party", "Lou", "Negative Space" und "Revolting Rhymes" gewann.

Der gut fünfminütige Kurzfilm von Disney-Zeichner Glen Keane ist die Verfilmung eines Gedichts, das Bryant bei der Ankündigung seines Rücktritts im Herbst 2015 veröffentlicht hatte. Der 18-malige Allstar war im Frühjahr 2016 nach 20 Jahren im Trikot der Lakers vom Parkett abgetreten.

Außerdem gewann die Dokumentation "Icarus" den Preis für den besten Dokumentarfilm. Der Film zeigt die Geschichte des Whistleblowers Grigorij Rodtschenkow im russischen Dopingsumpf. "Wir widmen diesen Award Dr. Grigorij Rodtschenkow, einem furchtlosen Whistleblower, der jetzt in großer Gefahr lebt", sagte Regisseur Bryan Fogel: "Wir hoffen, dass das ein Weckruf ist in Sachen Russland, und darüber hinaus dazu mahnt, die Wahrheit zu sagen - jetzt mehr denn je!"

"Icarus" handelt von einem Selbstversuch von Regisseur Fogel. Er möchte an einem Radsportamateurrennen teilnehmen, dabei bewusst mit Dopingmitteln betrügen und schauen, ob er durch die Kontrollen kommt. Dabei erhält er Hilfe von Rodtschenkow, dessen Geschichte im russischen Staatsdoping im zweiten Teil des Films erzählt wird. Rodtschenkow hatte die Aufdeckung des Dopingskandals, an dem er als früherer Leiter des Moskauer Doping-Kontrolllabors maßgeblich beteiligt war, durch seine Aussagen ins Rollen gebracht. Der 59-Jährige lebt in den USA und befindet sich im FBI-Zeugenschutz.

Auch das Eiskunstlauf-Drama "I, Tonya" wurde prämiert. Die begehrte Trophäe für die beste weibliche Nebenrolle im Film "I, Tonya" ging an Allison Janney, die in dem Streifen die Mutter der Titelfigur Tonya Harding spielt. Regisseur Craig Gillespie zeichnet in dem Zwei-Stunden-Epos die Lebensgeschichte der US-Eiskunstläuferin Tonya Harding nach, das spektakuläre Eisenstangenattentat gegen ihre Rivalin Nancy Kerrigan vor den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer eingeschlossen.

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