Abstiegskampf in der Bundesliga Peszko übernachtet in der Zelle

Ärger beim 1. FC Köln: Mittelfeldspieler Slawomir Peszko verbringt die Nacht alkoholisiert bei der Polizei, der Verein droht im Abstiegskampf zu zerbröseln. Die Konkurrenz im Tabellenkeller hingegen macht einen sehr stabilen Eindruck. Vor allem der FC Augsburg und der SC Freiburg bleiben sehr unangenehme Gegner.

Von Thomas Hummel

Die Stadt Köln ist bekannt für ihr lebendiges Nachtleben, für die netten Menschen am Tresen, für das gute Kölsch. Viele junge Leute leben deshalb gerne in Köln, doch im Abstiegskampf des örtlichen Fußballklubs scheint sich diese Geselligkeit zu einem Standortnachteil zu entwickeln.

Am Nachmittag noch im fliegenden Einsatz gegen Bremen, in der folgenden Nacht ein Aufenthalt bei der Polizei: Slavomir Peszko (Mitte) vom 1. FC Köln.  

(Foto: REUTERS)

Zum zweiten Mal in dieser Rückrunde erhielten die Verantwortlichen des 1. FC Köln die Nachricht, dass einer ihrer Profis erheblich alkoholisiert von der Polizei aufgegriffen wurde. Slawomir Peszko landete in der Nacht zum Ostersonntag in der Ausnüchterungszelle im Kölner Stadtteil Kalk.

"Wir können bestätigen, dass Slawomir Peszko vorübergehend in Gewahrsam genommen wurde", sagte FC-Sprecher Tobias Schmidt der Nachrichtenagentur dpa. Schmidt bestätigte zudem übereinstimmende Medienberichte, nach denen der Pole "Alkohol konsumiert" hatte.

Schon im Karneval war Rechtsverteidiger Miso Brecko bei der Polizei gelandet, weil er seinen Wagen unter Alkoholeinfluss auf ein Schienenbett gelenkt hatte. Bei ihm wurden damals knapp 1,7 Promille Alkohol im Blut festgestellt, bei Peszko stehen die Details noch aus. Nach Informationen des Kölner Express soll der Mittelfeldspieler an der Seite eines Bekannten mit einem Taxifahrer gestritten haben. Dieser lieferte seine Fahrgäste bei der Polizei ab, die die beiden die Nacht über in Gewahrsam nahm.

Der Express berichtet, dass Peszko "eine erhebliche Menge" Alkohol intus hatte, ein Polizeisprecher erklärte jedoch: "Nach bisherigen Erkenntnissen liegt keine strafbare Handlung vor."

Für den Klub jedoch ist das Zeichen fatal. Durch die ganz schwache Rückrunde sind die Kölner mit nur acht Punkten in zwölf Spielen bis auf den Relegationsplatz 16 abgerutscht, beim 1:1 gegen desorientierte Bremer am Samstag verlor die Mannschaft wieder einmal wichtige Punkte im Abstiegskampf. Es scheint so, als würde Köln der zweiten Liga entgegen taumeln, das Restprogramm kann nur unablässige Optimisten erfreuen: Auswärtsspiele in Mainz, Gladbach und Freiburg, dazu Heimspiele gegen Stuttgart und den FC Bayern.

Die Kölner müssen sich auch fragen, wen sie eigentlich noch einholen wollen? Die Mannschaften vor ihnen sind zwar punktemäßig in Sichtweite, die meisten machen allerdings ein viel stabileren Eindruck. Zum Beispiel der FC Augsburg.