Abstiegskampf in der Bundesliga Bremen verspielt wohl die Europa League
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In Berlin hingegen war das Entsetzen groß. Alle Rechnungen, wie sich die Hertha vor den direkten Wiederabstieg in Liga zwei verhindern kann, bezogen einen Heimsieg gegen Kaiserslautern mit ein. Am Ende pfiffen 51.461 Zuschauern ihre Enttäuschung und ihren Ärger heraus.
Die Fußballgötter Läuft nicht
Trainer Otto Rehhagel sagte nach dem 1:2: "Wir haben mehr denn je unter der dramatischen Personalsituation gelitten. Es mussten Spieler spielen, die die ganze Woche nicht trainiert haben. So dramatisch wie bei Hertha habe ich das noch nie erlebt." So spielte der 21-jährige Linksverteidiger Fabian Holland zum ersten Mal in der Bundesliga.
Die Berliner kamen überhaupt nicht in die Partie. Rehhagel veränderte die sonst übliche 4-2-3-1-Formation in ein 4-4-2 mit Pierre-Michel Lasogga als zweitem Angreifer neben Adrian Ramos. Doch die Umstellungen Rehhagels erwiesen sich als fatal für das Spiel von Hertha BSC. Zwischen den zentralen Mittelfeldspielern Raffael und Andreas Ottl sowie den beiden Berliner Angreifern war die Lücke viel zu groß.
Niemeyers Treffer zu wenig für Berlin
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Die Lauterer dagegen waren die spielerisch bessere Mannschaft - und belohnten sich zum ersten Mal in der 27. Minute durch Mittelfeldspieler Oliver Kirch, der sich nach Zuspiel von Sahan elegant im Sechzehner der Berliner um die eigene Achse drehte und zur Führung einschoss. Hertha wirkte geschockt, Lautern erhöhte noch vor der Pause: Nach einem Ballverlust von Ramos legte Konstantinos Fortounis auf Andrew Wooten ab, der locker zum 2:0 einschob. Mit einem gellenden Pfeifkonzert wurden kurz darauf die Berliner in die Halbzeit verabschiedet - und mit einem solchen auch eine Viertelstunde später wieder empfangen. Das 1:2 von Peter Niemeyer brachte noch einmal Hoffnung, doch dabei blieb es.
Die Berliner müssen nun noch in Schalke und zu Hause gegen Hoffenheim spielen und dabei zwei Punkte auf den 1. FC Köln aufholen, der noch in Freiburg und zu Hause gegen den FC Bayern antritt.
Aufgrund der späten Niederlage des SV Werder Bremen können der VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen Im Kampf um die Plätze in der Europa League (Tabellenplätze fünf, sechs und sieben) nun für die Europa League planen.
Dank André Schürrle und Bernd Leno kann Bayer Leverkusen für die Europa League planen. Der Nationalstürmer durfte sich beim glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg der Rheinländer am Samstag bei 1899 Hoffenheim als Torschütze feiern lassen (79. Minute). Torwart-Talent Leno hielt sechs Minuten später einen von Sejad Salihovic getretenen umstrittenen Handelfmeter.
"Wir sind noch einmal mit einem blauen Augen davongekommen in dieser Saison", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler, der sich partout nicht verrechnen wollte: "Einen Punkt brauchen wir noch." Mit diesem Erfolg liegt die Mannschaft der Interimstrainer Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski zwei Spieltage vor Rundenschluss in der Fußball-Bundesliga als Tabellensechster mit sechs Zählern und zehn Tore vor dem Achten Werder Bremen.
Die Hoffenheimer schafften vor 28.150 Zuschauern auch im achten Anlauf nicht den ersten Sieg gegen den Angstgegner und können ihre Hoffnungen auf einen Platz im internationalen Wettbewerb begraben. "Das ist bitter, weil die Jungs ein gutes Spiel gemacht haben", sagte Coach Markus Babbel.
Thomas Schaaf ist gereizt
Die Stuttgarter haben noch zwei Punkte mehr in der Tabelle und damit die Europa League auch theoretisch sicher. Stuttgarts Christian Gentner erklärte: "Jetzt sind wir sicherer Siebter und haben die Europa League erreicht. Da muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein." Auch sein Teamkollege Georg Niedermeier war nicht eben unglücklich: "Mit dem 1:1 können wir sehr gut leben."
Auch die Stuttgarter Serie hielt in Köln. Der VfB blieb im zehnten Spiel in Folge ohne Niederlage und holte zum sechsten Mal hintereinander einen 0:1-Rückstand auf. "Es ist eine Riesensache, dass wir uns jetzt schon für Europa qualifiziert haben. Jetzt wollen wir auch noch Fünfter werden", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia.
Hannover 96 kann sich am Sonntag mit einem Sieg gegen den SC Freiburg ebenfalls die Teilnahme an der nächsten Europa-League-Saison sichern. Die Niedersachsen stünden dann mit fünf Punkten Vorsprung auf Platz acht da. Entsprechend gereizt reagierte Bremens Trainer Thomas Schaaf auf die Frage zu seinem Ambitionen, noch Platz sieben erreichen zu wollen. "Das ist mir wurscht. Immer diese Fragerei. Wir haben heute ein Spiel verloren. Dadurch, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben, ist die Situation nicht besser geworden. Sie können sich die Frage sparen, ob wir an die Europa League denken."