Abfahrt in Cortina d'Ampezzo Stenmark ein Stück näher

Ungebremster Höhenflug: Lindsey Vonn gewinnt in Cortina d'Ampezzo und jagt nun den letzten großen Rekord.

(Foto: Andrea Solero/dpa)

Lindsey Vonn hat mit ihrem 37. Sieg bei Weltcup-Abfahrten einen Rekord aufgestellt und jagt nun Ingemar Stenmarks Bestmarke. Viktoria Rebensburg enttäuscht.

In Zauchensee vor zwei Wochen feierte Lindsey Vonn ihren Abfahrtserfolg noch gemeinsam mit Annemarie Moser-Pröll. Vonn hatte gerade Moser-Prölls Rekord von 36 Siegen in der längsten Weltcup-Disziplin eingestellt. Die beiden Damen lächelten freundlich in die Kameras. Am Samstagmittag nun gewann Vonn zum 37. Mal. Im italienischen Cortina d'Ampezzo war nun sie allein die gefeierte Heldin, die Rekordjägerin aus den USA hat ihre nächste Bestmarke erreicht. Sie ist jetzt die Fahrerin mit den meisten Abfahrtssiegen aller Zeiten.

Und damit setzt sie gleichzeitig ihre Jagd auf den letzten großen Rekord im alpinen Ski-Weltcup ungebremst fort. Mit ihrem Sieg in Cortina d'Ampezzo schraubte sie ihre Bilanz auf insgesamt 74 Weltcup-Siege in allen Disziplinen - zur Bestmarke von Ingemar Stenmark (86) fehlen nur noch zwölf Erfolge. "Ich war ein bisschen nervös am Start", sagte die 31-Jährige mit Verweis auf den Medienrummel und bilanzierte: "Es sind schon viele Rekorde." Vonn gewann vor Larisa Yurkiw aus Kanada (+0,28 Sekunden) und der Schweizerin Lara Gut (+0,67). Just auf der Klassiker-Strecke in den Dolomiten hatte Vonn erst im Vorjahr Moser-Pröll als Rekordsiegerin bei den Damen abgelöst.

Rebensburg hadert mit dem großen Rückstand

"Ich bin sehr, sehr happy mit diesem Sieg", sagte sie nun. "Ein neuer Rekord. Letztes Jahr die 63, jetzt die 37, das ist unglaublich." Bei schwierigen Bedingungen mit starken und wechselnden Winden, die etwa die viertplatzierte Liechtensteinerin Tina Weirather um die Podest-Chance brachten, fand Vonn die richtige Linie. Sie verkürzte in der Gesamtwertung den Rückstand auf Gut auf zehn Zähler. Beim Super-G am Sonntag (11.30 Uhr) kann sie sich die Führung zurückholen.

Auch Viktoria Rebensburg setzt nach einer nicht zufriedenstellenden Schussfahrt und Rang acht auf das zweite Rennen in den Dolomiten. "Vom Gefühl her war es nicht so schlecht", resümierte die Oberbayerin, die "selbst überhaupt nicht sagen" könne, wo auf der Tofana-Piste sie sich 1,61 Sekunden Rückstand auf die Siegerin eingehandelt hatte. "Fahrerisch kann ich mir nichts vorwerfen", meinte Rebensburg.

Vor dem Super-G sagte sie: "Ich hoffe, dass es morgen besser passt und ich nicht ratlos bin und dastehe und nicht weiß, wo die Zeit war." Teamkollegin Simona Hösl verpasste Rang 30 und damit die Punkteplätze um eine Hundertstelsekunde. Kira Weidle (42.) und Patrizia Dorsch (45.) landeten noch weiter hinten. Ganz vorn hatte Lindsey Vonn da schon den Fokus auf Sonntag gerichtet. "Es ist kein Geheimnis, ich probiere zu gewinnen", sagte sie, und lachte.