Abfahrt der Damen in Sotschi Zweimal Gold - Maze und Gisin zeitgleich

Zeitgleich auf der Piste, synchron beim Jubeln im Ziel: Tina Maze (li.) und Dominique Gisin

(Foto: dpa)

Erstmals in der olympischen Geschichte gibt es zwei Abfahrts-Olympiasiegerinnen: Die Schweizerin Dominique Gisin und Tina Maze aus Slowenien kommen zeitgleich ins Ziel. Maria Höfl-Riesch verpasst eine Medaille deutlich.

Maria Höfl-Riesch hat in der Abfahrt eine weitere Olympia-Medaille klar verpasst. Der Skirennfahrerin vom SC Partenkirchen fehlte am Mittwoch auf weicher Piste über eine Sekunde zu einer Medaille. Erstmals in der olympischen Geschichte gab es zwei Abfahrts-Olympiasiegerinnen: Die Schweizerin Dominique Gisin und Tina Maze aus Slowenien durften gemeinsam jubeln.

In 1:41,57 Minuten lag das Duo eine Zehntelsekunde vor der favorisierten Schweizerin Lara Gut, die sich damit Bronze sicherte. Für Slowenien war es das erste Gold bei Winterspielen überhaupt, für die Schweiz das erste in der Frauen-Abfahrt seit dem Triumph von Michela Figini 1984 in Sarajevo.

Zweimal Gold in einer Entscheidung hatte es bei Winter-Olympia bislang dreimal gegeben: 1928 im Eisschnelllauf über 500 Meter der Männer, 1972 bei den Rodel-Doppelsitzern und 2002 bei den Eiskunstlauf-Paaren.

"Das ist schon eine Enttäuschung"

Zwei Tage nach ihrem dritten Olympiagold blieb Höfl-Riesch auf der kurvenreichen, anspruchsvollen Strecke am "Rosa Peak" im Kaukasus nur der enttäuschende 13. Rang. Viktoria Rebensburg aus Kreuth belegte Rang 15. "Das ist schon eine Enttäuschung", sagte Höfl-Riesch, "aber ich bin einfach nicht gut genug gefahren."

"Ein wahnsinnig enges Rennen, leider hatten wir mit dem Ausgang nichts zu tun", sagte Höfl-Riesch erkennbar geknickt. Im laufenden Weltcup war sie beste Abfahrerin der Saison, hatte drei von sieben Rennen gewonnen - und vor zwei Jahren die einzige Weltcup-Abfahrt am "Rosa Peak". "Ich bin eigentlich mit positivem Gefühl angereist", sagte sie, "aber es waren dann doch andere Bedingungen, leicht andere Streckenführung", sagte sie. Aber, bei aller Enttäuschung: "Mit einer Goldmedaille in der Tasche ist das leichter zu ertragen."

Während Höfl-Riesch in der Ergebnisliste immer weiter nach hinten durchgereicht wurde, bangte Gisin Läuferin um Läuferin um eine Medaille. "Es ist unglaublich, ich habe bis Nummer 20 nur gezittert, dann kam langsam die Freude. Und jetzt Gold - ich bin so glücklich", sagte die 28-Jährige. Dass sie und Maze am Ende zeitgleich waren, "sei perfekt", sagte Gisin. Drei Weltcup-Rennen hatte sie zuvor gewonnen, ihr erstes, eine Abfahrt 2009 in Zauchensee, übrigens zeitgleich mit Anja Pärson (Schweden).

Olympiasiegerin Carina Vogt "Ich hab' das noch gar nicht realisiert"

Die 22-jährige Deutsche Carina Vogt schreibt Olympia-Geschichte: Sie hat noch nie einen Weltcup gewonnen, doch dann holt sie die erste Goldmedaille im Frauen-Skispringen. Und hat danach Mühe, die Bedeutung des Moments zu erfassen.

Die Gelegenheit war auch günstig, weil nach Lindsey Vonn (USA) kurzfristig auch die verletzte Tina Weirather (Liechtenstein) fehlte: Höfl-Riesch aber hatte mit der veränderten Streckenführung im Vergleich zum Weltcup-Rennen vor zwei Jahren erneut ihre Probleme. Die Einfahrt in den Steilhang nach 30 Fahrsekunden passierte sie diesmal nach Wunsch, "dafür waren viele andere Kurven schlecht", sagte sie mit einem Achselzucken. Im Ziel hob sie entschuldigend die Arme, sie wirkte ratlos.

Abfahrtsgold, das hatte Höfl-Riesch zuvor immer wieder betont, war ihr größtes Ziel bei ihren letzten Spielen. Nach Gold im Slalom und den beiden Erfolgen in der Super-Kombi gab es realistisch gesehen ja nur noch die Steigerung, auch die prestigeträchtigste Goldmedaille zu gewinnen. Wie zuletzt die dreimalige Olympiasiegerin Katja Seizinger 1998 und 1994. Wie vor Seizinger Marina Kiehl (1988), Rosi Mittermaier (1976) und Heidi Biebl (1960).

Für den Moment bleibt die Kroatin Janica Kostelic (viermal Gold) die erfolgreichste Ski-Rennläuferin der Olympia-Geschichte. "Es ist aber nicht meine Motivation, irgendwelche Rekorde zu brechen oder jemandem den Rang abzulaufen", sagte sie. Es ging ihr erst mal um den Abfahrts-Thron, um nichts sonst.

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