"Fußball ist ein dreckiges Geschäft"
Ivan Klasnic
28.04.2008, 17:18
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Es ist fraglich, ob Ivan Klasnic noch lange der Welt von Werder angehören wird - die eh nicht mehr so heil zu sein scheint. (Foto: dpa)
Am Tag, nachdem Ivan Klasnic noch einmal nachgelegt hatte, blieb es ungewöhnlich ruhig in Bremen. "Sie werden dafür büßen", hatte er nach dem Training am Sonntag vor Journalisten gesagt, er werde sich nie wieder von Werders Mannschaftsarzt Götz Dimanski behandeln lassen. Am Samstag war herausgekommen, dass er vor dem Landgericht Bremen Dimanski und die Internistin Manju Guha auf 1.427.944,55 Euro Schadensersatz verklagt habe, weil die Versäumnisse der Ärzte dazu geführt hätten, dass er im März 2007 eine neue Niere eingesetzt bekam, die Niere seines Vaters Ivan. Was gab es nun von Vereinsseite nach dieser erneut heftigen Attacke des ersten Fußballprofis, der seine Karriere nach einer Nierentransplantation fortsetzte?
"Wir sprechen Auge in Auge"
Es gab es nur den einen Satz, der vom Werder-Vorstand Manfred Müller kam, der aber womöglich das Ende der siebenjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Bundesligaklub und dem kroatischen Nationalspieler bedeuten kann: "Wir sprechen Auge in Auge mit Ivan darüber, ob er überhaupt noch Lust hat, mit uns zusammenzuarbeiten." Der Vertrag läuft Ende Juni aus. Auge in Auge - das wird frühestens Dienstag passieren können. Am Montag war Geschäftsführer Klaus Allofs "auf einem nicht zu verschiebenden Termin außerhalb Bremens", wie Medienchef Tino Polster sagte.
Zuvor aber wird Klasnic noch einen öffentlichen Termin haben. Er wollte am späten Montagabend bei Reinhold Beckmann in der ARD weitere Interna auspacken, die wohl auch seinen Klub nicht ganz so familiär erscheinen lassen wie stets angenommen. Auch im Nachrichtenmagazin Spiegel hatten sich Ivan Klasnic und seine resolut auftretende Frau Patricia nicht gerade Werder-freundlich geäußert.
Ein Schreiben des Klasnic-Anwalts, auf das der Werder-Vorstandsvorsitzende Jürgen L. Born verweist und das angeblich "Herrn Dimanski völlig entlastet", spielt bei Klasnic, dem vermeintlichen Opfer ärztlicher Pannen, keine Rolle. Dimanski wiederum sagte nichts. Er beruft sich einerseits auf die ärztliche Schweigepflicht, andererseits will er keinen Ärger mit seiner Haftpflichtversicherung, die einer außergerichtlichen Einigung nicht zustimmte.
Lebensbedrohende Werte
Womöglich wird es ein langer Gutachter-Streit, der sich bei medizinischen Fragen über Jahre hinziehen kann. Die 21-seitige Expertise des Professors Ulrich Kunzendorf, Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, kommt jedenfalls zu einer vernichtenden Beurteilung der Werder-Ärzte.
Schon bei der Untersuchung vor Klasnics Wechsel vom FC St. Pauli zu Werder Bremen 2001 seien die Werte alarmierend gewesen. Damals hätten die Nieren des zu diesem Zeitpunkt 21-jährigen Profis noch zu 67 Prozent gearbeitet, ehe sie im Laufe der Jahre bis auf 28 Prozent gefallen seien.
Bereits im November 2007 hatte der Bremer Spezialist Arno-Ekkehard Lison, Direktor der Medizinischen Klinik III am Klinikum Mitte, bei Radio Bremen heftige Vorwürfe gegen Dimanski erhoben. Er würde sich "im Grabe umdrehen", falls ihm die "sicheren medizinischen Signale" entgangen wären.
Auf der nächsten Seite: Werder stellt sich auf Dimanskis Seite und warum Fußball in Klasnic' Augen "ein dreckiges Geschäft" ist.
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![]() 29.04.2008 14:41:03 pirat7: Zwei Paar Stiefel Die Auseinandersetzung mit den Ärzten ist die eine Sache und ein schwebendes Verfahren. Aber die Äußerungen von Patricia Klasnic dem Verein und Klaus Allofs gegenüber ist eine andere Sache. Öffentlich in einer Talkshow solche Angriffe zu starten, das ist einfach eine Unverschämtheit. Und Ivan war das sichtlich nicht recht. M.E. gibt es nur eine Konsequenz: Der Spieler Klasnic hat im Werder-Team nichts mehr verloren. Entweder er verläßt den Verein oder er sitzt auf der Tribüne. Und ob er so schnell einen anderen Verein findet, ist fraglich. Es ist ja nicht das erste Mal, dass eine Ehefrau oder Freundin einem Spieler so schadet. Und was den Beckmann angeht: Er müsste sofort Stadion-Verbot in Bremen bekommen. Er hat das Desaster angezettelt und sichtlich genossen. Das war unseriös. ![]()
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