Das 1:5 gegen Hoffenheim war eine Pleite zu viel: Hertha BSC Berlin feuert Trainer Lucien Favre und dessen Assistenten. Der bisherige U-23-Coach übernimmt interimsmäßig.

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Lucien Favre ist nicht mehr Trainer von Hertha BSC Berlin. Foto: ddp

Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin hat auf die sportliche Talfahrt reagiert und sich von Trainer Lucien Favre getrennt. Der Klub teilte am Montag mit, dass "das Trainerteam Lucien Favre und Harald Gämperle mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden" wurde. Das Training der Bundesliga-Mannschaft wird interimsmäßig von U23-Coach Karsten Heine geleitet.

Die Mannschaft hatte am Sonntag beim 1:5 bei 1899 Hoffenheim in der Bundesliga zum sechsten Mal in Folge verloren und steht seit dem sechsten Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz. Favre, der in Berlin einen Vertrag bis 2011 besaß, ist der 318. Trainer in der Geschichte der Bundesliga, der vorzeitig seinen Posten räumen musste.

Bis zum Spiel gegen Hoffenheim hatten die Berliner Verantwortlichen fest zu Favre gestanden. Nach der Niederlage waren erstmals leichte Absetzungserscheinungen erkennbar gewesen. Seit dem späten Vormittag tagten die Führungskräfte des Klubs in der in diesen Situationen unvermeidlichen Krisensitzung - und kamen schließlich zu dem Schluss, es mit einem neuen Trainer zu versuchen.

In dieser Saison ist das bereits der vierte Trainerwechsel in der Fußball-Bundesliga: Zuvor hatte in Mainz Thomas Tuchel den gefeuerten Jörn Andersen ersetzt, hatte in Hannover Andreas Bergmann das Kommando vom zurückgetretenen Dieter Hecking übernommen und wurde beim VfL Bochum Marcel Koller vorzeitig beurlaubt.

Im Juni 2007 war Favre als "Wunschtrainer" des damaligen Hertha-Managers Dieter Hoeneß aus der Schweiz nach Berlin gekommen. Mit dem FC Zürich war er zuvor zweimal Meister geworden. In seinem ersten Jahr belegte der Ex-Profi mit Hertha den zehnten Platz. Im zweiten Jahr spielte sein Team lange um den Titel, ehe man als Vierter Meisterschaft und Champions League verpasste.

(sueddeutsche.de/sid/aum)