Von Christian Zaschke

Die Ticker der Nachrichtenagenturen spucken vor dem Start der Bundesliga minütlich neue Meldungen aus, die sich an Unfassbarem übertreffen.

Luca Toni

Luca Toni: mit Toren zum Erfolg bei den Frauen. (Foto: dpa)

Der Fußball drängt mit Macht zurück ins öffentliche Bewusstsein. Die Zeit der Sommerpause ist nun wirklich vorbei, die Nachrichten jagen über den Ticker, man kommt kaum noch mit. Da, schon wieder eine: ,,Toni freut auf sich auf Saisonstart‘‘, vermeldet die Deutsche Presseagentur. Das klingt so brisant, dass man sofort weiterlesen muss. Man liest: ,,Der italienische Fußball-Weltmeister Luca Toni fiebert dem Saisonstart in der Bundesliga entgegen.‘‘ Allmählich wird es ernst.

Derweil spucken die Ticker unentwegt weitere Nachrichten vom Fußball aus, immer nur vom Fußball. Aaron Galindo ist verletzt. Galindo? Das ist der Mann aus Mexiko, den Eintracht Frankfurt schnell eingekauft hatte, weil sich so viele Spieler verletzt haben; zuletzt glaubte man: alle. Nun ist auch Galindo verletzt, was die Menschen in Offenbach freut, weil sie sich über jedes Frankfurter Missgeschick freuen. Der Rest Deutschlands leidet mit Galindo.

Noch mehr Fußball: Der VfB Stuttgart hat sich mit dem italienischen Klub ACSiena über einen Transfer des Stürmers Danijel Ljuboja geeinigt. Das ist wahre Meisterschaft, denn wenn man einen wie Ljuboja einmal hat, dann wird man ihn nie wieder los. In der vergangenen Saison hatten die cleveren Schwaben Ljuboja an die unbedarften Hamburger ausleihen können (Der HSV büßte mit einem schlimmen Absturz, bis Ljuboja nicht mehr spielte), dann gaben die lernfähigen Hamburger Ljuboja wieder zurück, fast unbenutzt, so gut wie neu. Der Mensch Ljuboja mag ein unwahrscheinlich dufter Typ sein, aber der Fußballer Ljuboja - nun ja, jedenfalls haben sie sich beim HSV damals gefühlt, als hätten sie eine hochmotorisierte Mercedes-S-Klasse geleast und einen Smart mit Schmuckspoiler bekommen. In St. Pauli lachte man über den HSV, aber bald werden ganz Deutschland (selbst Stuttgart) und ganz Italien vereint sein im Mitleid mit Siena.

Immer weiter läuft der Ticker, wie soll das erst werden, wenn wieder gespielt wird? Da: ,,Fußball-Profi Christoph Metzelder sieht nach seinem Wechsel zu Real Madrid den Stammplatz in der deutschen Nationalmannschaft nicht in Gefahr.‘‘ Schon wieder die Deutsche Presseagentur. Man hatte erwartet, dass er seinen Stammplatz so sehr in Gefahr sieht, dass er nachts oft weint und ans Karriere-Ende denkt, aber nun weiß man es besser.

Herrlich, diese Zeit, in der der Fußball zurückkehrt. Eine Meldung besser als die andere. Da, ein alter Bekannter: ,,Bayerns ,Il Bomber‘: Frauenschwarm Toni will für Tore geliebt werden.‘‘ Fast ganz Deutschland fragt sich, warum Luca Toni so gut aussieht. Die Meldung dazu müsste jeden Moment kommen. Da.

(SZ vom 2.8.2007)

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Leserkommentare (17)



03.08.2007 10:01:43

Steeve81: Naja..

@theog

1. Du hast Recht. Kahns Zeit ist vorbei, und das wäre jetzt der ideale Moment um den Rensing für die kommende CS Session aufzubauen. Kahn muss in den Ruhestand

2. Du würdest immer noch Bannanen werfen? Mein Gott, was bist den du für ein erbärmliches Kind....


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