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Nach Angaben der Polizei gibt es keine Zweifel mehr an einem Selbstmord. Die Bundesliga-Vereine wollen am nächsten Spieltag mit Trauerflor auflaufen, die DFB-Spitze überlegt zur Stunde, ob sie das Freundschaftsspiel gegen Chile absagt.

robert enke afpGrossbild

Nach dem Tod von Robert Enke hat die Nationalmannschaft das Training für Mittwoch abgesagt. (Foto: AFP)

Fußball-Nationaltorwart Robert Enke hat einen Abschiedsbrief hinterlassen. Die Polizei habe Kenntnis über ein entsprechendes Schreiben, sagte der Sprecher der Hannoveraner Polizei, Stefan Wittke, am Mittwoch auf Anfrage. Damit gebe es keinen Zweifel mehr an einem Selbstmord des Spielers von Hannover 96. Es gäbe keine Anzeichen, die für ein Fremdverschulden sprächen, hieß es. Wittke wollte keine Angaben zum Inhalt des Abschiedsbriefs machen. Er wollte sich auch nicht dazu äußern, ob der 32-Jährige den Brief in seinem in der Nähe des Unfallorts geparkten Auto oder zu Hause hinterlassen hatte. Die Ermittlungen sollten noch an diesem Mittwoch abgeschlossen werden. Enke war am Dienstagabend im Ortsteil Eilvese von einem Zug erfasst und getötet worden.

Am Vereinsgelände von Hannover 96 versammelten sich am Mittwochvormittag laut Polizei wieder zahlreiche vom Tod Enkes geschockte Fans. Sie konnten sich dort in vom Verein ausgelegte Kondolenzbücher eintragen. Bereits in der Nacht hatten etliche Fans vor dem Vereinsgelände gewartet und getrauert. Die Bundespolizei sicherte am Mittwoch weiter die Unfallstelle im Ortsteil Eilvese ab um zu verhindern, dass Fans die Bahnanlage betreten.

Auch am Stadion von Hannover 96 fanden sich viele Fans ein. Am Mittag kamen 100 bis 150, um ihrer Trauer über den Tod des beliebten Torhüters Ausdruck zu verleihen. Viele von ihnen standen schweigend an, um sich in zwei Kondolenzbücher einzutragen. Zwischen Hunderten Kerzen und Teelichtern lagen Fanschals in den Vereinsfarben, Trikots und Blumen. Die Stimmung an der Arena war gedrückt. Die Fahnen von Hannover 96 wurden auf Halbmast gesetzt.

Aus Respekt vor Enke werden die Mannschaften der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga am 13. Spieltag (20. bis 23. November) mit Trauerflor auflaufen. Das teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch mit. Zudem wird es eine Gedenkminute für Enke geben. "Wir sind erschüttert über den tragischen Tod von Robert Enke. Er war ein herausragender Sportsmann und ein besonderer Mensch. Wir denken in dieser schweren Zeit an seine Familie und wünschen ihr viel Kraft, um diese schwere Situation so gut wie möglich zu bewältigen", sagt Liga-Präsident Reinhard Rauball.

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Suizid von Robert Enke Der andere Torwart Rahmen
Robert Enke, imago Robert Enke, imago Robert Enke, dpa Robert Enke, Getty Robert Enke, AP Robert Enke, Getty
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Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann hält am Mittwochabend eine Trauerandacht für Enke. Im Anschluss ist ein Trauermarsch durch die Stadt zur AWD-Arena geplant. Bischöfin Käßmann, die auch Ratsvorsitzende der EKD ist, hatte betroffen auf Enks Freitod reagiert: "Uns alle hat gerührt, wie er mit seiner kleinen kranken Tochter und ihrem Tod umgegangen ist."

Die Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) berät nach dem Tod von Enke gemeinsam mit der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft um Bundestrainer Joachim Löw über eine Absage des Länderspiels gegen Chile. DFB-Präsident Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach waren am Mittwochvormittag ins Quartier der DFB-Auswahl nach Bonn gekommen. Das Test-Länderspiel gegen den WM-Teilnehmer Chile soll am Samstag in Köln ausgetragen werden. Vier Tage später soll die DFB-Auswahl zum letzten Länderspiel des Jahres in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste antreten.

Löw hatte bereits das für den Vormittag angesetzte Training des Nationalteams in Bonn abgesagt. Zudem wurden alle Interview-Termine mit Nationalspielern gestrichen. Für den Mittag (12.30 Uhr) war ursprünglich eine erste Pressekonferenz im Vorfeld des Chile-Spiels geplant. Ob und mit wem sie stattfindet, ließ der Verband offen.

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Reaktionen auf den Tod von Robert Enke "Einen Freund verloren" Rahmen
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Soll der DFB das Länderspiel gegen Chile absagen?






Der spanische Spitzenklub FC Barcelona widmete seinen Sieg im Fußballpokal am Dienstagabend Robert Enke. "Der Torwart war ein Teil dieses Vereins gewesen", sagte Barça-Trainer Josep Guardiola nach dem 5:0-Erfolg der Katalanen über Cultural Leonesa im Pokalrückspiel. Der deutsche Nationaltorwart hatte in der Saison 2002/2003 für Barça gespielt. Der spanische Meister und Champions-League-Sieger legte vor der Partie im Camp-Nou-Stadion eine Schweigeminute für Enke ein, der sich wenige Stunden zuvor in der Nähe von Hannover das Leben genommen hatte.

"Die Anhänger des FC Barcelona trauern um Robert Enke", sagte Klubpräsident Joan Laporta. „Ich habe ihn persönlich kennengelernt. Er war ein hochgebildeter und korrekter Junge." Sportdirektor Txiki Begiristain betonte: "Enke hatte bei Barça ein fantastisches Verhalten an den Tag gelegt. Sein Tod ist ein Unglück für den Fußball, vor allem für den deutschen Fußball und für Barça."

 
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Der Sportpfarrer Volker Steinbrecher mahnte mehr Hilfsangebote für Spitzensportler an. "Die Vereine tun da schon viel, aber manche Spieler fühlen sich trotzdem mit dem großen äußeren Druck alleingelassen", sagte Steinbrecher am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Sportbeauftragte der evangelischen Landeskirche Württemberg sieht auch die Kirchen in der Pflicht. Angebote wie die Stadionkirche in Berlin würden gut angenommen: "Da gehen auch manche Spieler hin. Die nutzen das, um sich zurückzuziehen, weil sie spüren: Das tut mir gut." In der Regel kämen die Geistlichen aber nicht in Kontakt mit den Spitzensportlern.

"Die Vereinsverantwortlichen wissen, dass man gerade junge Spieler nicht alleinlassen kann und ein gutes Umfeld für sie die halbe Miete ist", sagte Steinbrecher. Der Tod Enkes werde sicher auch Thema bei der Vollversammlung der Sportbeauftragten der evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer am Mittwoch in Essen. Steinbrecher arbeitet als Studienleiter an der evangelischen Akademie Bad Boll (Kreis Göppingen) und sitzt im Vorstand des Arbeitskreises "Kirche und Sport" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

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Zum Tod von Robert Enke "Das ist alles irreal" Rahmen
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(sueddeutsche.de/aum)

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Leserkommentare (6)



11.11.2009 16:52:16

Das Grauen: @Theobald u. Fredl: Wenn Robert Enke's Prominentenstatus...

...dafür sorgt, daß Depression als gefährliche Krankheit künftig ernster genommen wird, und die Betroffenen mehr Unterstützung statt Häme und Stigmatisierung erfahren, so ist das sicher auch im Sinne des großen Sportlers. Nicht umsonst hat er in seinem offenen und ehrlichen Abschiedsbrief beschrieben, daß ihm auch die Angst vor dem Verlust der Adoptivtochter zugesetzt hat. Gegen solche Ängste, nicht mehr ernstgenommen zu werden, als unzurechnungsfähig bezeichnet zu werden, kann und muß die Geseelschaft doch etwas tun! Also, bei allem Repsekt, aber zu sagen dies geht nur die Familie etwas an und uns andere nicht, greift zu kurz, finde ich.

Also, natürlich ist es zu bedauern, daß andere Suizide bei weitem nicht die Aufmerksamkeit bekommen, wie der Freitod des beliebten Torwarts. Aber gerade deswegen sollte man doch diesen traurigen Anlaß auch als Mahnung zu Veränderungen sehen, auch stellvertretend für alle anderen Opfer von Depressionen. Oder wollen wir uns etwa einreden, daran kann man sowieso nichts ändern? Hoffentlich nicht.


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