Auch Michael Rensing spielte als 15-Jähriger bei Schalke vor, und gern hätten sie ihn dort behalten, aber er zog lieber weiter zu Bayern München. "Dass Adler aus der Leverkusener und Neuer aus der Schalker Schule kommen, das erkennt man sofort", meint Vollborn.
So sieht man auch gleich, dass Bremens Wiese und Dortmunds Weidenfeller einst durch die Schule des Kaiserslauterer Ausbilders Gerry Ehrmann gegangen sind. Dort wird nun in dem U-20-Nationaltorwart Florian Fromlowitz der nächste Hochbegabte gedrillt, gemäß Ehrmanns Prioritäten: Entschlossenheit, Aggressivität, an die Grenzen gehen. Viel Krafttraining ist nötig, um ,,Tarzans Flugschule‘‘ (kicker) zu bestehen.
Fragt man Matuschak und Vollborn nach ihrer Lehre, ist nicht von harter Einzelkämpferschule die Rede, sondern von Pädagogik, Teamarbeit und der Persönlichkeit des Schülers. "Das Charakterliche ist sehr wichtig", findet Matuschak. "Ich möchte, dass sich unsere jungen Torhüter gegenseitig akzeptieren. Da achte ich sehr drauf, dass sie sich nicht mit dem Ellbogen aus dem Nest werfen."
Vollborn sagt: "Ich mag keine Großkotze, die Jungs müssen wissen: Hochmut kommt vor dem Fall." Ins Positive gewendet: "Es geht darum, ihnen Mut zu machen. Vertrauen bewirkt Selbstvertrauen."
Ihre Ideale sehen die beiden Lehrer bei ihren Musterschülern Neuer und Adler verwirklicht. Nur ein Problem hat Matuschak jetzt: "Ich sehe Manu viel zu selten, ich möchte ihn viel öfter in den Arm nehmen. Aber nach den Spielen ist er immer umlagert."
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