"Nicht schießen, wir sind Deutsche"
Fußball-WM 2010 in Südafrika
22.10.2009, 14:01
Die deutschen Fans freuen sich auf das Turnier in Südafrika. (Foto: dpa)
Die deutsche Fußballnationalmannschaft sieht sich im Gastgeberland der Weltmeisterschaft 2010 derzeit Hohn und Spott ausgesetzt. Im Rundfunk und auf den Titelseiten mokierten sich Südafrikas Medien am Donnerstag über angebliche Äußerungen eines privaten Sicherheitsdienstes, der den deutschen Starkickern während der WM-Endrunde bei Ausflügen außerhalb ihres Mannschaftsquartiers das Anlegen von schusssicheren Westen empfahl. "Bitte schießt nicht auf uns, wir sind Deutsche!", titelte die seriöse Wirtschaftszeitung Business Day spöttisch.
Die auflagenstarke Zeitung The Star malte ihren Lesern bereits aus, was sie zur WM von den Deutschen zu erwarten haben: "Eine Gruppe deutscher Fußballstars, die in schusssicheren Westen durch Pretoria tapst und bewaffnete Leibwächter, die umschwirren wie Kellnerinnen bei einem Bierfest - das dürfen wir erwarten, wenn das Fußballteam des Landes auf den Rat hört, der angeblich von einer privaten Sicherheitsfirma gegeben wurde."
Das Blatt hatte den zitierten Chef der Sicherheitsfirma angerufen, die sich um die Bewachung des Nationalteams bei der ersten WM auf dem schwarzen Kontinent bewirbt. Im Magazin Sport Bild hatte er den Spielern mit Blick auf die hohe Kriminalität Personenschutz und Panzerwesten für das Verlassen des Teamhotels in Südafrika empfohlen. Er erklärte dem Star, die ihm zugeschriebenen Zitate seien erfunden.
Dagegen teilte die Sport Bild am Donnerstag mit: Das Zitat ("Die Möglichkeit für die Spieler, sich außerhalb des WM-Hotelgeländes frei zu bewegen, sollte auf ein Minimum reduziert werden. Andernfalls muss es das volle Programm geben: bewaffneter Personenschutz und Schutzwesten für die Spieler.") aus dem Munde von Günter Schnelle (Firma BaySecur/Leverkusen) sei nicht frei erfunden. Die Aussage sei autorisiert und zur Veröffentlichung freigegeben worden.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nahm die in Südafrika einsetzende Empörung so ernst, dass WM-Berater und DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt nach Angaben des Business Day über Südafrikas Nationales Organisationskomitee (NOK) eine Erklärung herausgab. Schmidt betonte in der Erklärung mit Nachdruck, dass die Aussagen nicht im Namen und Auftrag des DFB erfolgt seien. "Es ist Standard für den DFB während aller wichtigen Turniere die Sicherheitsmaßnahmen rund um unsere Nationalmannschaft genau zu planen, und das schließt die WM ein."
Mediendirektor Harald Stenger sagte am Donnerstag in Frankfurt: "Die Reaktionen aus Südafrika sind uns bekannt, wir haben sofort nach Veröffentlichung der falschen Berichte klargestellt, dass es nicht unseren Überlegungen entspricht, die Spieler mit schusssicheren Westen auszustatten."
DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn wird am Wochenende mit einer kleinen Delegation nach Südafrika reisen, um sich detaillierte Eindrücke vor Ort zu verschaffen. Stenger dazu: "Es ist doch selbstverständlich, dass es in Sicherheitsfragen keinen Alleingang des DFB geben kann. Alle Maßnahmen werden mit der Regierung und der FIFA genau abgesprochen. Wir haben volles Vertrauen, dass gemeinsam die erforderlichen Entscheidungen getroffen werden. Von uns ist noch kein Sicherheitskonzept für unser Team verabschiedet."
|
|
- WM-Qualifikation - Aufruhr in Ägypten
- WM-Qualifikation: Ägypten - Fußballkrieg in Afrika
- Frankreich - Irland - Die andere Hand Gottes
- Deutschland - Elfenbeinküste - Zeigefinger statt Faust
- WM-Qualifikation - Handspiel rettet Frankreich
- DFB-Elf - Elfenbeinküste - Überraschend munter
- DFB - Elfenbeinküste: Bilder - Mit Gruß nach oben
ANZEIGE
mehr ...

Fußball: Nationalelf - Kampf dem Krampf
Sport kompakt - Löw verzichtet auf Wiese und Frings
Fußball-Nationalelf - Im Rücken entwischt
Fußball-Nationalmannschaft - Löw kontert Frings-Kritik
Fußball-DFB-Pokal: Auslosung - Zwei Klubs in einer Kugel
Fußball: WM-Qualifikation - Viel Luft nach oben
Stadion und Safari für Frühbucher - Zur WM nach Südafrika
Themen

Weitere Artikel in WM 2010 Südafrika
![]() 22.10.2009 17:12:40 us d'r lamäng: jeder der nicht als rassist gelten möchte sollte doch bitte seine kritik am gastgeberland der nächsten wm abstellen. so macht man's für alle seiten viel einfacher. ironie aus* ![]()
![]() Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage. |
Mr. Wong
Delicious
Digg
Yigg
Technorati
Google
MySpace
Facebook
Webnews





















