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"Ein richtiger Fan macht so was nicht"
Fußball-Bundesliga
06.04.2008, 13:23
Die spinnen, die Nürnberger. FCN-Keeper Blazek mit eindeutiger Geste (Foto: ddp)
Wohl selten war Michael A. Roth so lange so nah am Fan. Eine komplette Halbzeit lang postierte sich der Präsident des 1. FC Nürnberg quasi als fleischgewordenes Schutzschild vor der inkriminierten Fan-Kurve, nach dem Motto: "Wenn ich, Michael A. Roth, höchstpersönlich jetzt hier stehe, wird sich ja wohl keiner von den Chaoten trauen, noch einen China-Böller oder irgendso einen Dreck aufs Feld zu werfen."
Im August wird Roth 73, vor knapp 30 Jahren war er zum ersten Mal Präsident beim Club, doch so etwas wie bei der Partie in Frankfurt ist ihm in all den Jahren auch noch nie untergekommen. Wäre die ganze Angelegenheit nicht so traurig und armselig, man würde sich fast auf ein süffisantes Statement des Ex-Coaches Hans Meyer zu Roths neuer Fan-Nähe freuen.
| Bundesliga 27. Spieltag Hagel, Schäuble und bissige Wölfe | ||||||||||||||
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Es war aber traurig und armselig, was sich nach einer halben Stunde der Bundesligapartie Frankfurt gegen Nürnberg abspielte. Das Spiel wurde für 20 Minuten unterbrochen und stand nach Angaben von Schiedsrichter Peter Gagelmann kurz vor dem Abbruch, nachdem im Nürnberger Fanblock immer wieder Feuerwerkskörper und Böller gezündet worden waren. "Die Fans hatten wohl untereinander ein Problem. Das alles war höchstpeinlich und hat unserem Image schwer geschadet. Das war eine Katastrophe", sagte Roth, "jetzt müssen wir an zwei Baustellen arbeiten: Im Rennen um den Klassenerhalt und an der Wiedergutmachung nach dieser Aktion."
Den Nürnbergern, aber auch den Frankfurtern droht wegen einer möglicherweise unzureichenden Aufsichtspflicht vom DFB-Sportgericht eine empfindliche Strafe. "Ab Montag wird sich die Sportgerichtsbarkeit mit den Vorfällen beschäftigten", kündigte DFB-Vertreter Rainer Koch an. Von Bedeutung für die Ermittlungen des Kontrollausschusses seien neben den Ausführungen des Schiedsrichters im Zusatzbericht die Angaben der zuständigen Sicherheitsbehörden und -experten, erklärte der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident: "Es ist klar, dass die Vorfälle unter zwei Aspekten zu beurteilen sind. Im Mittelpunkt steht natürlich die Haftung des Nürnberger Bundesligisten für seine Anhänger und deren Ausschreitungen. Eine weitere Frage ist, wie die aus dem Club-Block geworfenen Feuerwerkskörper ins Stadion gelangen konnten und ob damit Frankfurt die Platzaufsicht eventuell vernachlässigt hat."
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