Erstmals präsentiert McLaren-Mercedes sein neues Formel-1-Auto in Stuttgart. Dabei verspricht Lewis Hamilton, noch besser zu werden. Sonst aber ging es reichlich gemein zu.
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Ein Auto soll Weltmeister werden: der neue Silberpfeil. Foto: Getty
Sein Auto ist dem Schwaben heilig, da versteht er keinen Spaß. Es gibt wenige Gegenden auf der Welt, wo sich ähnlich viele Auto-Marken, Auto-Zulieferer und Auto-Museen drängen wie in Deutschlands Südwesten. Nirgendwo sonst wird ähnlich gerne um glänzende Benzin-getriebene Vierräder getanzt. Ein ähnliches Bohei, wie es an diesem Montag im Mercedes-Museum in Untertürkheim veranstaltet wurde, hat es aber auch hier selten gegeben, seit sich Bertha Benz im Jahr 1888 auf die erste Fernfahrt im Patent-Motorwagen ihres Mannes von Mannheim nach Pforzheim wagte.
Ministerpräsident Günther Oettinger und Oberbürgermeister Wolfgang Schuster marschierten auf. Dazu der britische Botschafter. Voller Stolz begrüßte Dieter Zetsche die Ehrengäste zur Enthüllung des Formel-1-Autos für 2008. Und der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG gab auch gleich die Richtung vor für die am 16. März in Melbourne beginnende Saison. "Wir sind entschlossen, das Feld in diesem Jahr anzuführen", verkündete Zetsche. "Man kann nicht bei Daimler und Mercedes-Benz sein, ohne zu den Besten gehören zu wollen."
Seit 1999 ist das in der Formel 1 nicht mehr geglückt. Seit Mika Häkkinens zweitem Titel endete die Marke fünfmal auf Platz zwei. Zetsche glückte, auch das als Erfolg zu verkaufen. "Seit zehn Jahren sind wir das zweiterfolgreichste Team - vor BMW, Renault, Honda und Toyota", sandte er eine Spitze an die Konkurrenz. "Lewis Hamilton hat ja schon versprochen, dass er den Schinken in diesem Jahr heimholt. Wir werden alles tun, um das möglich zu machen", versprach Zetsche.
Seit 1995 ist der Konzern, dem er vorsteht, mit dem Rennstall McLaren verbandelt. Seit einigen Jahren halten die Schwaben 40 Prozent an der britischen Firma. Wie stark die Beziehung unter einigen Affären zuletzt gelitten hat, war aus einem Halbsatz des Großen Vorsitzenden herauszuhören. Zetsche dankte McLaren-Chef Ron Dennis für eine "solide Arbeitspartnerschaft". Heiße Liebe klingt anders.
Präsentationen werden gerne für symbolische Gesten genutzt. Ron Dennis, der sich auffallend zurückhielt, kündigte in Anspielung auf die dank der Spionage-Affäre und wegen des Ärgers um Fernando Alonso mit reichlich Turbulenz angereicherten Saison 2007 lediglich an: "Wir verschwenden keine Gedanken mehr an die Vergangenheit. Dieses Jahr wollen wir nach vorne schauen."
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