Von Michael Neudecker

Der 18-jährige brasilianische Innenverteidiger Breno Vinicius Borges, kurz: Breno, hat seine Arbeit beim FC Bayern aufgenommen.

Eigentlich war der Presseraum des FC Bayern an der Säbener Straße schon voll genug, nein: Er war überfüllt, mit elf Kameras und Dutzenden von Journalisten, es herrschte eine Atmosphäre wie in einem Karpfenbecken in der Fischzucht. Aber sie wollten eben dabei sein: Claudio, ein beleibter, dauerhaft filmender und lächelnder Brasilianer, und Maria, Claudios Frau, also schmiegten sie sich vorne neben dem Podium an die Wand. Schließlich war dies der erste Arbeitstag ihres 18 Jahre alten und zwölf Millionen Euro teuren Sohnes beim FC Bayern und überhaupt in Europa: Breno Vinicius Borges, kurz Breno, trat an diesem Montagmorgen seinen Dienst als Verteidiger beim deutschen Fußball-Rekordmeister an. Und dann, um kurz vor zwölf, betrat Breno den stickigen Presseraum, mit ihm Mitspieler Zé Roberto, als Dolmetscher.

"Der erste Kontakt zwischen mir und dem Trainer war sehr gut"

Es war kein weltbewegendes erstes Gespräch, das zwischen den Reportern und Breno via Zé Roberto zustande kam - auch, weil Zé Roberto ja Fußballer ist und kein echter Deutsch-portugiesisch-Dolmetscher -, aber es war eine erste Vorstellung, immerhin. Breno sprach ein bisschen über das Wetter, die Sprache ("will mich so schnell wie möglich eingewöhnen, die Kälte heute war nicht so schlimm"), über das erste Training ("völlig anders als in Brasilien") und über den Trainer ("will viel von einem so erfolgreichen Trainer wie Ottmar Hitzfeld lernen"). Hitzfeld hatte vor der ersten Übungseinheit nach der Winterpause ein längeres Gespräch mit Breno geführt, und Breno berichtete nun: "Der erste Kontakt zwischen mir und dem Trainer war sehr gut." Dann sagte er noch, er wolle so schnell wie möglich sein erstes Spiel für die Bayern bestreiten, und nach einer halben Stunde war sein erster Auftritt vor deutschen Journalisten auch schon wieder vorbei.

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Der erste Auftritt mit Fußballschuhen dauerte etwas länger, eine gute Stunde, so lange eben, wie das Training am Montagvormittag dauerte. Breno, den Chefscout Wolfgang Dremmler vor ein paar Monaten beim FC São Paulo entdeckt hatte, war ohne Mütze aufgelaufen, und das war schon die wichtigste Nachricht über den ansonsten weitgehend Unbekannten (Hitzfeld: "Kann noch nicht viel über ihn sagen"): Breno, der Brasilianer, hat keine Angst vor der deutschen Kälte. Weil er zudem mit einer leichten Oberschenkelverhärtung trainierte, darf festgestellt werden: Breno, der Junge, der schon so erwachsen aussieht, bringt gute Voraussetzungen mit, um zum Beispiel neben Lucio in der Innenverteidigung gegen, sagen wir: Energie Cottbus anzutreten.

Ob er das auch tatsächlich wird, ist im Moment noch schwer zu sagen. Es wird eine Weile dauern, bis der 18-Jährige eine tragende Rolle bei den Bayern spielen kann, zu etabliert sind Lúcio und der Argentinier Martin Demichelis. Aber er wird zumindest seine Chance bekommen: Hitzfeld will ihn nun genauer kennenlernen, Breno, den erwachsenen jungen Brasilianer, der keine Angst hat.

(SZ vom 08.01.2008/lsp)

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Leserkommentare (8)



08.01.2008 16:02:19

luke2: @ BOD

Wie Du schon angedeutet hast: in meinen Augen ist ein 22-jähriger auf dem Niveau (Spieler des Jahres inn Brasilien - oder so ähnlich) hilfreicher als ein 18-jähriger...

Und übrigens: ist er dann man 30 - also laut Pass 27 - kann man auch noch einiges an Kohle rausschlagen, wenn er dann zu Barca geht ;-)


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