Russlands Igor Akinfejew gilt als einer der besten Nachwuchstorhüter in Europa. Stellungsspiel und Reaktionsschnelligkeit zeichnen ihn aus - doch nach einer langen Verletzungspause muss er sich nun wieder auf altes Niveau zurückkämpfen.
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Russlands Igor Akinfejew zählt zu den talentiertesten europäischen Torhütern. Foto: AP
Der Fußball kennt einige ungeschriebene Gesetze. Dass der Gefoulte nie selbst einen Strafstoß ausführen darf; dass derjenige hoch gewinnt, der flach spielt; dass Torhüter und Linksaußen eine Macke haben. Weit hinten in dieser Paragraphenliste ließe sich auch noch der Satz einfügen: Der Torhüter gehört immer zu den stärksten Akteuren der sowjetischen/russischen Nationalmannschaft.
Während von den Feldspielern der Sbornaja nur Oleg Blochin zu den ganz Großen des Sports zu rechnen ist, standen zwischen den Pfosten der Elf oft Männer von internationalem Format. An erster Stelle ist da natürlich Lew Jaschin zu nennen, der in den sechziger Jahren zu den weltbesten Schlussmännern zählte und den Portugals Eusebio gar zum "besten Torhüter aller Zeiten und Völker" adelte.
Schon mit 18 Stammkraft in der Nationalelf
Aber auch Jaschins Nachfolger Jewgenij Rudakow sowie in den achtziger Jahren Rinat Dasajew gehörten zu den herausragenden Vertretern ihrer Zunft. Und nun hat die russische Nationalmannschaft wieder einen, der in die Fußstapfen von Jaschin oder Dasajew treten kann: Igor Akinfejew, gerade mal 22 Jahre alt, aber schon seit mehr als vier Jahren Nationalkeeper und eines der größten europäischen Torhütertalente.
Akinfejews Karriere verläuft so steil wie sie steiler kaum verlaufen kann. Im Städtchen Widnoje nahe Moskau beginnt er als Vierjähriger mit dem Fußballspielen, drei Jahre später melden ihn seine Eltern beim Hauptstadt-Klub ZSKA an, in dessen Fußball-Akademie er die nächsten Jahre verbringt.
Im Mai 2003 schließlich debütiert er für ZSKA in der russischen Premjer-Liga - da ist er 17 Jahre, 1 Monat und 23 Tage alt. Seine Mannschaft gewinnt 2:0, Akinfejew hält einen Elfmeter. Ein knappes Jahr später steht er in der Nationalmannschaft im Gehäuse, mit gerade mal 18 Jahren und 20 Tagen. Nach der Europameisterschaft 2004 erarbeitet er sich den Status als russische Nummer eins.
Das hat noch nicht mal Jaschin geschafft
In den nächsten Jahren räumt er zahlreiche Erfolge ab - mit dem Verein und persönliche. Dreimal wird er russischer Meister, zweimal Pokalsieger, einmal gewinnt er den Uefa-Pokal. In drei aufeinanderfolgenden Jahren (2004 bis 2006) erhält er die prestigeträchtige und nach Lew Jaschin benannte Auszeichnung "Torhüter des Jahres". Das schaffte zuvor noch kein russischer Torhüter, kein Dasajew, kein Rudakow, nicht einmal der Namensgeber der Trophäe selbst. 2006 küren ihn Sportjournalisten zum Fußballer des Jahres aller Staaten der ehemaligen Sowjetunion.
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