Eine Analyse von Jürgen Schmieder

Wenn man sich die Transferpolitik des FC Bayern seit dem Jahr 2000 ansieht, stellt man fest: Die meisten Zugänge waren keine Schnäppchen. Ja, viele waren sportlich fragwürdig.

Wirtschaftsexperten verwenden oft lustige Begriffe, wenn sie einen einfachen Sachverhalt darlegen wollen: Es ist ratsam, eine "unterbewertete" Aktie zu kaufen, weil sie "Nachholpotential" hat. Berechnet wird es ganz einfach mit dem "Kursgewinn-Verhältnis". So macht man angeblich die Millionen an der Börse.

Auf Fußballer übertragen - und das kann man heutzutage tun - war Diego etwa so eine unterbewertete Aktie. Er saß in Porto auf der Bank, sein Marktwert sank von acht auf sechs Millionen Euro. Bremens Manager Klaus Allofs erkannte jedoch das Nachholpotential des Brasilianers und holte ihn nach Bremen. Knapp eine Saison und ein 63-Meter-Tor später liegt Diegos Wert bei 18 Millionen Euro. Als Dividende kommt noch eine mögliche Deutsche Meisterschaft und das Halbfinale im Uefa-Cup hinzu.

Im Süden dagegen plagt sich eine Aktiengesellschaft mit ihrem Umlaufvermögen. Der FC Bayern will einen radikalen Schnitt vollziehen, sieben Spieler sollen den Verein verlassen, acht Spieler sollen kommen. Freilich sollen da möglichst viele Schnäppchen dabei sein - Transfer-Coups, mit denen sich jeder Manager gerne brüstet.

Wenn man jedoch die Zugänge des FC Bayern im neuen Jahrtausend betrachtet, muss man sich fragen: Wann war der letzte Coup, das Schnäppchen, das überraschenderweise einschlug und teuer verkauft werden konnte? Im Gegenteil: Die Liste der Flops ist erstaunlich lang. Ein Streifzug durch die Transfergeschichte des FC Bayern.

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