Sie haben im Hexenkessel die Nerven bewahrt: Dank Torfrau Woltering konnten die deutschen Damen mit einem Sieg in die Europameisterschaft starten.

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In der Offensive: Handballerin Grit Jurack. Foto: dpa

Mit Glück und Glanzparaden von Torfrau Clara Woltering haben die deutschen Handball-Frauen einen perfekten Einstand in die Europameisterschaft gefeiert. Der WM-Dritte gewann am Dienstag in Skopje sein Auftaktspiel gegen Gastgeber Mazedonien mit 25:22 (11:10). Durch den glanzlosen Arbeitssieg im Schlüsselspiel der Gruppe D hat die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die Grundlage für den Einzug in die Hauptrunde gelegt.

Vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften Halle "Boris Trajkovski" bekam die DHB-Auswahl erst in der zweiten Halbzeit ihre Nerven in den Griff. Beste Werferin beim EM-Vierten war die ehemalige Welthandballerin Nadine Krause (11/3). Nächster Gegner ist am Donnerstag (18.15 Uhr/DSF) Serbien, das zuvor gegen Kroatien mit 26:30 (8:17) verloren hatte. "Wir haben das Spiel mit der Einstellung, der Abwehr und der Torfrau gewonnen. Das war super", sagte Bundestrainer Armin Emrich.

Der schon obligatorische "Powercake", eine selbstgebackene Torte aus dem Hause Emrich, sollte den deutschen Spielerinnen die nötige Energie für den schweren Turniereinstand verleihen. Zumal Torhüterin Sabine Englert durch eine Mandelvereiterung gehandicapt ins Spiel gehen musste, weil ihre Ersatzfrau Jana Krause nach einem Kopftreffer im Training mit einem "Brummschädel" geschont wurde.

Angetrieben vom Wunsch nach einem Auftaktsieg starteten die deutschen Frauen im "Hexenkessel" Boris Trajkovski-Halle verheißungsvoll. Nach der 3:0-Führung (3.) setzte sich der WM-Dritte auf 6:2 (14.) ab. Bis zum 10:7 (26.) hielt der Drei-Tore-Vorsprung, obwohl sich schon zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Schwächen ins deutsche Spiel eingeschlichen hatten.

Zahlreiche Ballverluste durch technische Fehler und Fehlwürfe gaben den Mazedonierinnen die Chance auf eigene Tore, sie konnten aber die Möglichkeiten nicht nutzen. Denn die starke Woltering hielt den EM-Vierten mit Glanzparaden bis zum 11:10 zur Pause in Führung.

Auch in der zweiten Halbzeit überzeugte die deutsche Mannschaft bis auf Woltering zunächst nicht. Zu viele Einzelaktionen und zu wenig Kombinationsspiel verhinderten einen souveränen Auftritt.

Dagegen agierten die Gastgeberinnen mit Herz und waren so gleichwertig und beim 13:12 (35.) erstmals in Führung. Doch dann nahm die DHB-Auswahl die Hektik aus dem Spiel und setzte sich dank einer dann treffsicheren Krause auf 24:19 (53.) ab.

Während die deutsche Mannschaft gerade noch eine unangenehme Überraschung abwenden konnte, wurde Schweden in Gruppe C düpiert. Der Olympia-Achte musste sich gegen Außenseiter Weißrussland mit einem dürftigen 21:21 (13:7) zufriedengeben.

(dpa/hai)