"Wir sind andere Typen als der Lothar"
EM 2008
11.06.2008, 18:00
Grossbild
Torsten Frings (links) und Michael Ballack haben gut Lachen im Trainingslager der deutschen Elf. (Foto: dpa)
SZ: Herr Ballack, Herr Frings, wie lange kennen Sie sich eigentlich?
Torsten Frings: Wir haben mal in der U21 zusammengespielt. Wann war das genau?
Michael Ballack: Der Torsten kam ein bisschen später dazu als ich. Ich war damals ja schon ein gestandener Spieler in der U21, Torsten war noch ein Jungspund.
Frings: Von wegen, ich hab’ im Gegensatz zu dir schon Bundesliga gespielt...
Ballack:...ja, Bundesliga, aber eben nicht in der Auswahl.
Frings: Ich bin als junger Spieler halt verkannt worden.
Ballack: Aber du hast doch auch nicht erste Liga gespielt damals.
Frings: Wieso hab’ ich nicht erste Liga gespielt?
Ballack: War Alemannia Aachen vielleicht in der ersten Liga?
Frings: Wieso Aachen? Ich war da schon in Bremen! Ich habe Bundesliga gespielt, da warst du noch mit Chemnitz in der Regionalliga.
Ballack: Ich war da schon Meister.
Frings: Mit der Jugend, oder was?
Ballack: Nein, mit Kaiserslautern, aber das war später (1998; Anm. d. Red.), da hast du recht.
SZ: Brauchen Sie uns noch? Wir können auch gehen.
Ballack: Sie können ruhig dableiben. Aber das würde mich jetzt schon noch mal interessieren, warum der Fringser am Anfang kein U21-Nationalspieler war.
Frings: Ich hatte schon 50 Bundesligaspiele, bevor ich berufen wurde. Ich glaube, der Hannes Löhr (Trainer der U21) wusste damals gar nicht, dass ich noch U21 spielen durfte.
SZ: Welche Position haben Sie damals gespielt?
Frings: Im Verein oft Stürmer, in der U21 rechter Verteidiger. Der Balle war damals schon im offensiven Mittelfeld.
Ballack: Nein, das stimmt ja gar nicht. Ich hab in meinem ersten U21-Spiel Libero gespielt.
SZ: Wie? Den gab's da noch?
Ballack: Ja, wir haben in Regensburg gespielt, 0:0 ging’s aus, und ich war Libero. In Chemnitz hab ich das damals auch oft gespielt und bin dann immer während des Spiels auf die Zehner-Position gewechselt. Ja, und weil wir in meinem U21-Spiel kein Tor gemacht haben, durfte ich danach immer im Mittelfeld spielen. Ich wurde da gebraucht.
Frings: Haha. Guter Witz.
» Ich hab’ mich einfach nicht wohlgefühlt bei den Bayern, das hab’ ich dem Balle schon nach drei Wochen gesagt. « Torsten Frings |
SZ: Stimmt es, dass Sie in Ihrer Chemnitzer Zeit mal ein Angebot von Werder Bremen hatten?
Ballack: Das stimmt.
SZ: Dann hätten Sie viel früher mit Torsten Frings zusammenspielen können.
Frings: Da war der Willi Lemke (damaliger Werder-Manager) wieder zu geizig.
SZ: Später sind Sie doch noch Vereinskollegen geworden, beim FC Bayern München, für ein Jahr. Da sind Sie sich dann auch persönlich nähergekommen, Sie waren zum Beispiel fast Nachbarn.
Ballack: Der Torsten hat damals als einer der wenigen außer mir die Vorzüge des Starnberger Sees erkannt.
SZ: Heute wohnen da ganz schön viele: Oliver Bierhoff, Jens Lehmann, Lukas Podolski am See um die Ecke...
Ballack: Ja, jetzt kommen sie alle langsam drauf.
Frings: Ich hab mich damals beim Balle erkundigt, wo man schön und ruhig wohnen kann.
SZ: Es heißt, Sie hätten sogar eine Fahrgemeinschaft gebildet.
Ballack: Ich hab ihn mal gefragt, ob er mich mitnimmt, aber das hat sich dann schnell zerschlagen.
SZ: Warum das denn?
Ballack: Ich war ja immer viel früher beim Training, der Torsten kam immer ziemlich spät.
Frings: Ich hatte einfach keine Lust, den mitzunehmen. Ich hatte keine Lust auf sein Gelaber. So, jetzt hab ich’s dir aber gegeben.
SZ: Noch eine Gemeinsamkeit: Nach Ihrem Abschied beim FC Bayern ist nicht nur gut über Sie beide geredet worden.
Ballack: Für mich zählt nur der sportliche Erfolg. Ich war vier Jahre da und hab’ drei Doubles geholt - und der Torsten ist nach ’nem Jahr wieder abgehauen.
Frings: Ich hatte halt ein paar Probleme mit Felix Magath.
Ballack: Als ich ging, war halt ein bisschen Theater in den Boulevardzeitungen, so ist einfach das Spiel heute - aber das hat ja nichts mit meinem Stellenwert beim FC Bayern zu tun gehabt oder mit dem, was ich da erreicht habe. Sag ich jetzt einfach mal so.
SZ: Worauf wir hinauswollten: Die Wahrnehmung der wichtigen Spieler bei den Bayern wird über all die Jahre von den Platzhirschen geprägt: Von Beckenbauer über Breitner bis Matthäus, Effenberg oder Kahn. Sie beide fallen charakterlich aus dieser Reihe raus - haben Sie das zu spüren bekommen?
Frings: Ich weniger. Ich hab’ mich einfach nicht wohlgefühlt bei den Bayern, das hab’ ich dem Balle schon nach drei Wochen gesagt. Mir hat’s einfach keinen Spaß gemacht. Für Michael war es ganz anders: Er war voll anerkannt. Ich musste direkt gegen Vorbehalte des Trainers ankämpfen. Ich habe den Vertrag unterschrieben, als Hitzfeld noch Trainer war. Trotzdem war’s ein schönes Jahr. Ich habe das Double geholt und mit Super-Spielern zusammengespielt.
Lesen Sie auf Seite 2: Die Verantwortung für die jungen Spieler und wie wichtig die Mannschaft ist.
|
ANZEIGE
![]() 13.06.2008 20:24:12 Also ich hab, im Gegensatz zu all den andren, von Matthäus nie einen arroganten Auspruch gehört, Warum die Leute über ihn herziehn, ist mir schleierhaft, Er hätte für ein andres Land spielen sollen, Die Deutschen sind undankbar, Die Entwicklung geht überall ins Mittelmaß, Im Ausland wird über die Deutschen gelächelt, Ihre legendäre Arroganz und der Hochmut sind alles was sie noch in die Neue Zeit retten konnten, Mittlerweile sind sie ein Volk von Jammerern, Im Fussball Nichtskönner, und die Wirtschaft siecht dahin, Aber Dreck werfen sie immer nur auf die andren, So sieht es aus in dem Land, ![]()
![]() Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage. |
Mr. Wong
Delicious
Digg
Yigg
Technorati
Google
MySpace
Facebook
Webnews



























