René C. Jäggi, ehemaliger Präsident des FCK, und sein Nachfolger Erwin Göbel werden der Untreue zu Lasten des Vereins bezichtigt. Es geht um Steuernachzahlungen aus dem Jahre 2003.
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René C. Jäggi, ehemaliger Präsident des FCK Foto: ddp
Es bestehe der begründete Verdacht, so die Anzeigeschrift, dass der damalige Vorstandsvorsitzende Jäggi und das damalige Vorstandsmitglied Göbel, heutiger Vorstandsvorsitzender des Bundesligisten, sich der Untreue zu Lasten des 1.FC Kaiserslautern schuldig gemacht hätten. Ohne erkennbare Not, so heißt es in dem Dokument, hätten sie eine wesentlich zu hohe Steuerforderung des Finanzamtes und einen Drei-Punkte-Abzug durch die DFL akzeptiert und dadurch das Vermögen des Vereins geschädigt.
Göbel war zu einer Stellungnahme nicht bereit, Jäggi nicht erreichbar.
Rückblick: Am 4. September 2002 übernimmt René C. Jäggi den Bundesligisten vorerst als Generalbevollmächtiger, ab 8. Januar 2003 schließlich als Präsident. Erwin Göbel, seit 1997 bereits Leiter des Controlling/Rechnungswesen im Verein, wird unter Jäggis Regie in den Vorstand erhoben.
Unmittelbar nach Amtsantritt beauftragt der bekannte Schweizer Sanierer Jäggi (vormals adidas und Romika) den unabhängigen Wirtschaftsprüfer PriceWaterhouseCoopers, die aktuelle Wirtschaftlage des Unternehmens »Fußballklub in Kaiserslautern« zu ermitteln. Die Prüfungsgesellschaft bilanziert Erschreckendes: Sofern die Vermutung verdeckter Gehaltszahlungen sich erhärte, müsse man von einer Lohnsteuernachzahlung in zweistelliger Millionenhöhe ausgehen. In mehreren Fällen vermuten die Prüfer hinter Zahlungen für Persönlichkeitsrechte eine organisierte Lohnsteuerhinterziehung. Jäggi informiert umgehend die Finanzbehörden.
Im Februar 2003 weicht das Finanzamt Kaiserslautern trotz fehlender Beweise nicht davon ab, gegen den 1.FC Kaiserslautern Lohnsteuer-Haftungsbescheide über knapp 13 Millionen Euro zu erlassen. Die Finanzbehörde kann sich nur auf die Ergebnisse der von Jäggi eingesetzten Wirtschaftsprüfer berufen, die staatsanwaltlichen Ermittlungen können zu diesem Zeitpunkt noch keine neuen Erkenntnisse zu Tage bringen.
René C. Jäggi wird später behaupten, er habe in dieser Situation schnell handeln müssen, um einen feststehenden Betrag in das Sanierungskonzept einstellen zu können und diesen der DFL zu melden. So legt der Schweizer in der Folge weder Einspruch gegen den Steuerbescheid ein, noch beantragt er die Aussetzung der Vollziehung der angefochtenen Steuerbeträge. Stattdessen wird im Mai 2003 zwischen dem Finanzamt Kaiserslautern und den Vorstandsmitgliedern des 1.FC Kaiserslautern, Jäggi und Göbel, eine Verständigung über die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen getroffen. Diese Verständigung beruht auf der Feststellung der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes, dass "frühere Vorstandsmitglieder des 1.FC Kaiserslauterrn [...] im Zeitraum 1.7.1996 bis Ende 2002 […] in größerem Umfang, an einen größeren Personenkreis […] verdeckte – nicht lohnversteuerte – Gehaltszahlungen entrichtet haben". Auf dieser Grundlage sind die Vertreter des 1.FC Kaiserslautern bereit, eine nachzuentrichtende Lohnsteuerschuld in Höhe von 8.950.000 Euro anzuerkennen.
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