11. Februar 2013 22:33 Ski-WM in Schladming Romed Baumann erlöst Österreich

Super-Kombination in Schladming - und Österreichs Männer gewinnen endlich ihre erste Medaille bei der Heim-WM. Hoffnungsträger Benjamin Raich scheidet zwar aus, doch Romed Baumann holt überraschend Bronze. Der Titel geht an den Amerikaner Ted Ligety.

Gold im Super-G hatte er schon - und mit Mut zum Risiko hat Ted Ligety aus den USA bei der Ski-WM in Schladming noch einen draufgesetzt. Sieben Jahre, nachdem er bei Olympia in Turin überraschend die Kombination gewonnen hatte, bewies er erneut seine Fähigkeiten im alpinen Zweikampf.

Beherzt in der Abfahrt und angriffslustig im Slalom am Abend holte Ligety das dritte WM-Gold seiner Karriere, am Freitag im Riesenslalom will er nun auch noch seinen Titel von der WM in Garmisch-Partenkirchen 2011 erfolgreich verteidigen. "Mir ist völlig egal, ob ich jetzt der Superstar der WM bin, ich will nur gut Ski fahren", sagte er grinsend.

Seine Freude über den erneuten Gold-Coup aber war groß: "Unglaublich, verrückt", sagte Ligety, der Platz sechs in der Abfahrt als den Grundstein zum Erfolg ausmachte: "Das war für mich eine riesige Überraschung, ich habe da mit den Spezialisten mitgehalten."

"Das war der Slalom meines Lebens"

Der grenzenlose Jubel im Zielraum am Fuße der Planai galt allerdings Romed Baumann. Der 27-Jährige gewann mit Bronze die erste Medaille für die österreichischen Männer. Nach Rang eins in der Abfahrt rettete der mäßige Slalomläufer einen Vorsprung von 0,17 Sekunden auf den überraschend viertplatzierten Finnen Andreas Romar ins Ziel. "Das war der Slalom meines Lebens", sagte Baumann.

Großer Verlierer war Top-Favorit Ivica Kostelic, der seinen Vorsprung auf Ligety nach der Abfahrt mit einem schwachen Slalom verspielte und mit 1,15 Sekunden Rückstand Rang zwei belegte. "Die Medaille habe ich in der Abfahrt gewonnen. Der Slalom war richtig schlecht. Die Kombination ist richtig schwierig, sie ist nicht vorbei, bis die dicke Frau gesungen hat", sagte Kostelic.

Die Hoffnungen der gebeutelten Österreicher hatten zuvor noch einen Dämpfer erhalten. Benjamin Raich, 34 Jahre alter Weltmeister in der Kombination von 2005, lag nach einer hervorragenden Abfahrt noch gut im Rennen zumindest um eine Medaille, doch im Slalom war für den Doppel-Olympiasieger von 2006 nach einem "Einfädler" früh Schluss.