24. Dezember 2012 16:34 Leichtathletik Ariane Friedrich springt weit statt hoch

Die deutsche Hochspringerin wechselt vorübergehend die Disziplin. Michael Wiesinger übernimmt zusammen mit Co-Trainer Reutershahn die Nachfolge von Dieter Hecking beim 1. FC Nürnberg. Der FC Augsburg trennt sich von seinem Manager. Britische Tageszeitung verlangt Millionensumme von Lance Armstrong.

Sportnachrichten in Kürze

Leichtathletik, Ariane Friedrich: Hochspringerin Ariane Friedrich wechselt das Metier: Weil sie nach einer Schulter-OP noch nicht wieder das gewohnte Krafttraining absolvieren kann und deshalb in ihrer Disziplin auf die Hallensaison verzichtet, plant die WM-Dritte von 2009 nach Auskunft ihres Trainers Günter Eisinger Starts im Weitsprung. "Ariane ist so schnell wie nie, deshalb kann sie im Weitsprung starten", sagte Eisinger im Gespräch mit der Bild-Zeitung: "Aber nur, wenn sie 6,50 Meter packt. Das wäre deutsche Spitze. Es macht keinen Sinn, wenn sie sehr schlecht wäre. Das wäre dann nur frustrierend." Unter Umständen, so Eisinger weiter, könnte die 28-Jährige auch in den Sprint-Wettbewerben starten.

Bundesliga, 1. FC Nürnberg: Michael Wiesinger und Armin Reutershahn treten bei Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg als Trainer die Nachfolge des zum VfL Wolfsburg abgewanderten Dieter Hecking an. Das teilte der "Club" am Montag mit. Der bisherige U-23-Trainer Wiesinger und der bisherige Co-Trainer Reutershahn sollen am 3. Januar zum Trainingsauftakt offiziell im neuen Amt vorgestellt werden. Sie übernehmen in der Rückrunde 2012/13 die sportliche Verantwortung beim 1. FC Nürnberg. "Wir haben alle Optionen intensiv geprüft und sind zu dem Entschluss gekommen, dass der Club mit dieser Konstellation die sportliche Herausforderung der Rückrunde bestreiten wird", erklärte Martin Bader, Vorstand für Sport und Öffentlichkeitsarbeit beim 1. FC Nürnberg. "Mit Michael Wiesinger und Armin Reutershahn haben wir zwei Trainer aus den eigenen Reihen, die Vertrauen und hohe Akzeptanz genießen." Der 39-jährige Wiesinger, der am 27. Dezember seinen 40. Geburtstag feiert, wird künftig die finalen Entscheidungen treffen und fungiert laut Verein für Medien und Öffentlichkeit als Ansprechpartner. "Michael hat eineinhalb Jahre im Nachwuchsleistungszentrum hervorragende Arbeit geleistet. Als neuer Trainer soll er neue Impulse geben", sagte Bader. Ihm zur Seite steht Reutershahn, der seit 2009 als Assistenz-Trainer beim "Club" arbeitet. "Armin ist eine wichtige Konstante für die Mannschaft, die sie gut kennt", erläuterte Bader.

Bundesliga, FC Augsburg: Fußball-Bundesligist FC Augsburg hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Manager Jürgen Rollmann getrennt. Grund seien "unüberbrückbare Differenzen in der sportlichen Entwicklung", erklärte der Tabellenvorletzte am Sonntagabend auf seiner Homepage. Weitere Angaben erfolgten mit Hinweis auf ein laufendes Verfahren nicht. "Aufgrund der kurzfristigen Entscheidung werden sich die FCA-Verantwortlichen in den kommenden Wochen um die Nachfolgeregelung kümmern", hieß es weiter. Rollmann hatte seinen Posten erst am 8. Oktober angetreten. Zuvor hatte die Augsburger Allgemeine über die überraschende Personalentscheidung berichtet.

Radsport: Dem gefallenen Rad-Helden Lance Armstrong steht neuer Ärger ins Haus. Die britische Zeitung Sunday Times verklagt den Amerikaner auf die Zahlung einer Millionensumme. Hintergrund ist ein Verfahren aus dem Jahr 2004. Damals hatte die Sunday Times Armstrong Dopingmissbrauch vorgeworfen. Der Rad-Star wehrte sich und erreichte in einem Verleumdungsprozess einen Vergleich, der ihm etwa 370.000 Euro einbrachte. Die Zeitung verlangt nun die damals getätigten Zahlungen inklusive Zinsen sowie die Anwaltskosten zurück - angeblich umgerechnet bis zu 1,2 Millionen Euro. Armstrong war nach einem Enthüllungsbericht der US-Anti-Doping-Agentur USADA vom Weltverband UCI im Oktober lebenslang gesperrt worden. Die US-Fahnder hatten ihm jahrelange systematische Dopingpraktiken nachgewiesen. Armstrong bekam deshalb auch seine sieben Toursiege aberkannt.

Handball, THW Kiel: Der THW Kiel ist an die Tabellenspitze der Handball-Bundesliga zurückgekehrt. Der Rekordmeister gewann am Sonntag sein Heimspiel gegen den VfL Gummersbach mit 36:19 (17:8) und weist nach 18 Spieltagen nun 33:3 Punkte auf. Die Kieler zogen dank des besseren Torverhältnisses an den punktgleichen Rhein-Neckar Löwen vorbei, die am Samstag nicht über ein 26:26 gegen Frisch Auf Göppingen hinausgekommen waren. Der Erfolg der "Zebras" vor 10 250 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena war nie gefährdet. Die Schleswig-Holsteiner rehabilitierten sich für das 25:29 im vorangegangenen Heimspiel gegen die MT Melsungen. Gegen Gummersbach waren Momir Ilic und Filip Jicha (je 7) die erfolgreichsten THW-Schützen. Für den VfL trafen Dennis Krause, Jan-Lars Gaubatz und Goran Sprem (je 4) am besten.

Die Füchse Berlin haben nach der peinlichen Niederlage gegen den TSV Hannover-Burgdorf Wiedergutmachung betrieben. Der Hauptstadtclub gewann mit 31:27 (14:15) bei der GWD Minden und festigte damit den vierten Tabellenplatz. Die SG Flensburg-Handewitt hat indes ihren achten Sieg in Serie geholt. Die Nordlichter gewannen ihr Auswärtsspiel bei Schlusslicht TuSEM Essen mit 27:24 (12:13). Mit jetzt 28:8 Punkten hält der Tabellen-Dritte weiter Kurs auf die Champions-League-Plätze

Basketball, Alba Berlin: Alba Berlin hat in der Basketball-Bundesliga den nächsten Rückschlag erlitten. Der frühere Serienmeister unterlag am Sonntag bei den s.Oliver Baskets Würzburg mit 65:75 (34:29) und kassierte nach dem 81:89 am Freitag gegen Ex-Champion EWE Baskets Oldenburg bereits die zweite Niederlage nacheinander. Aufseiten der Berliner konnte Topscorer Deon Thompson die Pleite der Gäste trotz 22 Punkten nicht verhindern. Für die Bonner war Alex King in einer umkämpften Partie mit 16 Zählern der erfolgreichste Werfer. Mit 20:8 Punkten liegen die Berliner in der Tabelle vier Punkte hinter Spitzenreiter Brose Baskets Bamberg (24:4) auf dem dritten Rang. Die Walter Tigers Tübingen besiegten die abstiegsbedrohten Frankfurt Skyliners und 87:75 (44:44) und kletterten auf den elften Rang.

Wintersport, Biathlon: Evi Sachenbacher-Stehle hat am Wochenende erste Erfolgserlebnisse als Biathletin gefeiert. Die Langlauf-Olympiasiegerin gewann beim unterklassigen Deutschlandpokal in Ruhpolding am Samstag den Sprint und stand nach dem Sprintwettkampf unter Staffelbedingungen am vierten Advent als Zweite erneut auf dem Podest. Die 32-Jährige aus Reit im Winkl leistete sich am Samstag nur einen Schießfehler und gewann vor Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld) und Maren Hammerschmidt (Winterberg). Am Sonntag musste sich Sachenbacher-Stehle mit einer Strafrunde nur der am Schießstand fehlerfrei gebliebenen Hammerschmidt geschlagen geben. Sachenbacher-Stehle geht im Januar nicht bei den deutschen Weltcups in Oberhof und Ruhpolding an den Start. Die zweimalige Weltcupsiegerin Kathrin Lang gab im Rennen am Samstag ihr Comeback nach einer Babypause und wurde Neunte.

Wintersport, Skicross: Daniel Bohnacker (Gerhausen) ist beim Weltcup der Ski-Crosser im italienischen Innichenn knapp am ersten Saisonsieg vorbeigefahren. Der 22-Jährige musste sich am Sonntag im Finale nur dem Schweizer Alex Fiva geschlagen geben. Seinen bislang einzigen Weltcuperfolg hat Bohnacker im Januar 2011 in Alpe d'Huez/Frankreich gefeiert. Thomas Fischer (Ruhpolding) belegte Rang elf, Simon Stickl (Bad Wiessee) fuhr auf Platz 13. Beste Deutsche bei den Frauen wurde Christina Manhard (Pfronten) als Achte, Julia Eichinger (Neureichenau) beendete den Wettkampf als Neunte. Den Sieg sicherte sich Kelsey Serwa aus Kanada.

DFB, Oliver Bierhoff: Manager Oliver Bierhoff sieht bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM 2014 in Brasilien vor allem im mentalen Bereich Steigerungspotenzial. "Wir müssen daran arbeiten, eine entsprechende Mentalität auf dem Platz zu entwickeln. Wir müssen eine andere Einstellung, ein anderes Bewusstsein zum Spiel entwickeln", sagte Bierhoff im Interview mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Seine Antwort darauf sei aber nicht so populistisch und banal, dass es "einen Leitwolf geben muss, der dazwischengrätscht."

So nannte Bierhoff etwa das Spiel in der WM-Qualifikation gegen Schweden (4:4), als man einen 4:0-Vorsprung noch verspielte. Auch bei der EM sei man in der Vorrunde gegen Dänemark (2:1), Portugal (1:0) und die Niederlande (2:1) unnötig in Gefahr geraten. Dennoch sei die DFB-Auswahl trotz des fehlenden Titels in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich gewesen. "Für mich fehlen nur die letzten fünf Prozent. Und die Frage lautet: Wie komme ich an diese letzten fünf Prozent ran", sagte Bierhoff, der dem verlorenen EM-Halbfinale gegen Italien (1:2) noch immer nachtrauert: "Auf dem Papier waren wir die bessere Mannschaft. Das macht es umso bitterer und ärgerlicher."

Basketball, NBA: Titelverteidiger Miami Heat hat sich in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA erstmals in dieser Saison an die Spitze der Eastern Conference gesetzt. Die Star-Truppe um MVP LeBron James gewann gegen die Utah Jazz 105:89 und löste die New York Knicks auf Platz eins ab. James erzielte 30 Punkte und stellte damit seinen Teamkollegen Dwyane Wade (21 Punkte) in den Schatten. Der Olympiasieger von Peking und London ist auf dem besten Weg eine Bestmarke aufzustellen. James steuerte in allen 24 Heat-Spielen der Saison mindestens 20 Punkte hinzu, solch eine Serie gelang zuletzt Karl Malone von den Utah Jazz vor 23 Jahren. Der Spieler mit dem höchsten Punkteschnitt der NBA ist derzeit allerdings Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers. Beim 118:115-Sieg nach Verlängerung bei den Golden State Warriors dominierte der 34-Jährige mit 34 Punkten und zehn Rebounds. Für die Warriors kam Jarrett Jack zunächst von der Bank und erzielte 29 Punkte.

Basketball, BBL: Basketball-Bundesligist LTi Gießen 46ers steht vor dem Aus. Die Mittelhessen haben beim Amtsgericht Gießen "aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit" einen Insolvenzantrag gestellt, wie der Club am Samstagabend unmittelbar nach dem 72:69-Heimsieg gegen ratiopharm Ulm mitteilte. Weitere Einzelheiten wollten die Gießener zunächst nicht nennen. Für Donnerstag ist eine Pressekonferenz mit Geschäftsführer Heiko Schelberg und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Tim Schneider angesetzt. Trotz der jüngsten Entwicklungen wollen die 46ers "aktuell unverändert" weiter am Spielbetrieb teilnehmen. In der Ligazentrale in Köln wurde man vom Vorgehen der Gießener völlig überrascht. Noch in der "vorvergangenen Woche" hätten sich Experten des BBL-Gutachterausschusses vor Ort über die wirtschaftliche Situation des Clubs informiert. "Während des Treffens gab es keine Hinweise, dass ein solcher Schritt notwendig werden könnte. Insofern, und weil wir den Club in den vergangenen Jahren im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens stets sehr eng begleitet haben, ist diese Entscheidung durchaus irritierend", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer. Sobald der schriftliche Nachweis des Insolvenzantrages vorliegt, werden den 46ern vier Punkte abgezogen.