8. November 2012 23:09 Europa League Husztis Elfmeter rettet Hannover 96

Verspielte Führung, zwei Platzverweise, Elfmeter in der Nachspielzeit: Hannover 96 siegt in einem kuriosen Spiel 3:2 gegen Helsingborg und erreicht vorzeitig die K.-o.-Runde der Europa League. Dies hat auch Bayer Leverkusen geschafft - durch ein lockeres 3:0 gegen Rapid Wien.

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Tor für Hannover in der Nachspielzeit: Szabolcs Huszti (rechts).

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Dank Szabolcs Huszti überwintert Hannover 96 zum zweiten Mal in Serie in der Europa League. Der Ungar rettete dem Fußball-Bundesligisten mit seinem Elfmeter-Tor in der 90. Minute einen glücklichen 3:2 (1:0)-Heimerfolg gegen Helsingborgs IF. Mame Diouf (3. Minute/49.) hatte die Niedersachsen vor 33.200 Zuschauern zuvor schon 2:0 in Führung gebracht, ehe Nikola Djurdjic (59.) und Alejandro Bedoya (67.) es noch einmal spannend machten.

Die Entscheidung fiel kurz vor dem Ende, als Peter Larsson den eingewechselten Artur Sobiech im Strafraum bremste. Larsson sah Rot wegen einer Notbremse, Teamkollege Walid Atta musste wegen unsportlichen Verhaltens ebenfalls vom Platz. Dann versenkte Huszti mit viel Glück den Strafstoß. Hannover behauptete mit dem dritten Sieg im vierten Spiel die Tabellenführung in Gruppe L und steht damit sicher in der Zwischenrunde.

"Es sah entspannt aus, vielleicht zu entspannt. Wir haben dann hanebüchene Fehler gemacht", sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka. Auch Kapitän Steven Cherundolo stimmte zu: "In den Phasen, in denen Helsingborg gedrückt hat, müssen wir das besser zu Ende spielen. Aber wir können in jeder Phase ein Tor schießen."

Wie schon beim 2:1-Krimi im Hinspiel erwischte 96 dank Diouf einen Start nach Maß. Top-Vorbereiter Huszti durfte ungestört flanken, Diouf kam völlig frei zum Kopfball - 1:0. Auch danach hatten das Team von Trainer Slomka die Partie lange im Griff, leistete sich aber insgesamt zu viele Nachlässigkeiten.

Gegen die rustikale Defensive der Schweden hatte Hannover zwar viel Ballbesitz, kam aber zu selten zum Abschluss. Die Versuche von Didier Ya Konan (24.) und Diouf waren ebenso harmlos wie der Kopfball von Lars Stindl (38.). In dieser Phase ließen die Hausherren Zielstrebigkeit und Präzision vermissen. Kurz nach dem Seitenwechsel wurde es besser: Nach feiner Kombination zog Stindl in den Strafraum, seine Flanke fand Diouf - und der Senegalese war erneut per Kopf treffsicher.

Nun schien alles klar, doch die Freude war verfrüht. Denn plötzlich wurde Helsingborgs mutiger. Djurdjic prüfte schon im Gegenzug Nationaltorwart Ron-Robert Zieler mit einem satten Flachschuss. Hannovers Abwehr wirkte plötzlich ungeordnet, die Gäste nutzten die sich nun bietenden Lücken. Mattias Lindström wurde am rechten Flügel nicht entscheidend gestört, seine Vorlage konnte Djurdjic völlig frei zum Anschlusstor über die Linie drücken.

Jetzt kippte die Partie völlig. Hannover hatte völlig den Faden verloren, wirkte angeknockt. Die Strafe: Bedoya nutzte die Verwirrung in der 96-Defensive nach einem Freistoß zum Ausgleich. Nun war die Partie völlig offen. Die Schweden wollten mehr und brachten die Slomka-Schützlinge immer wieder in Verlegenheit. Doch dann kam Hannover doch noch zum Sieg.

Bayer Leverkusen hat vorzeitig den Einzug in die K.o-Runde der Europa League geschafft. Die Werkself kam am vierten Spieltag zu einem 3:0 (1:0) gegen den österreichischen Rekordmeister Rapid Wien und ist mit zehn Punkten nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze in Gruppe K zu verdrängen.

Tor für Leverkusen: Manuel Friedrich (links) jubelt mit Ömer Toprak.

(Foto: dapd)

Vor 20.000 Zuschauern in der BayArena zeichneten Jens Hegeler (4.), Andre Schürrle (53.) und Manuel Friedrich (66.) mit ihren Toren für den Sieg verantwortlich und sorgten für eine Fortsetzung der erstaunlichen Erfolgsserie der Leverkusener, die nun seit zwölf Pflichtspielen ungeschlagen sind. "Die Mannschaft ist klug genug, um zu wissen, dass das heute nicht der Maßstab für uns war", sagte Trainer Sascha Lewandowski. Für die Wiener, die weiterhin ohne Punktgewinn sind, setzte es dagegen die neunte Niederlage im neunten Europacup-Spiel auf deutschem Boden.

Kräfte schonen stand bei Bayer angesichts des Mammutprogramms der letzten Wochen - die Rheinländer bestritten ihr sechstes Spiel in 20 Tagen und müssen am Sonntag schon wieder beim VfL Wolfsburg ran - ganz oben auf der Prioritätenliste. So schickte Teamchef Sami Hyypiä eine Mannschaft auf den Rasen, die in der Zusammensetzung noch nie gespielt hatte. Lars Bender und Stefan Kießling standen erst gar nicht im Kader, der zuletzt überragende Gonzalo Castro durfte zunächst auf der Reservebank entspannen.

Zum Einsatz kam stattdessen unter anderem das chilenische Talent Junior Fernandes. Und der Südamerikaner war auch gleich am frühen Führungstreffer von Bayer beteiligt. Der 24-Jährige setzte nach einer Flanke von Sidney Sam einen Kopfball an die Latte, den anschließenden Abpraller köpfte Hegeler ins Tor.

Doch auch die ebenfalls stark ersatzgeschwächten Wiener kamen im Verlauf der ersten Halbzeit immer besser ins Spiel und auch zu guten Torgelegenheiten. Zunächst war es der frühere Dortmunder Terrence Boyd, der mit einem 18-Meter-Schuss knapp das Leverkusener Tor verfehlte (32.). Dann verzog Stefan Kulovits freistehend vor Bayer-Keeper Michael Rensing (34.), ehe Christopher Trimmel mit einem Kopfball nur den Außenpfosten traf (41.).

Zur zweiten Halbzeit kam Castro für Sam ins Spiel. Und der Ex-Nationalspieler war gleich Ausgangspunkt des zweiten Leverkusener Treffers. Mit einem Freistoß setzte er Friedrich in Szene, dessen Kopfball von Boyd wiederum aus dem Strafraum befördert wurde. Allerdings direkt vor die Füße von Schürrle, der mit einer Volleyabnahme zum 2:0 einschoss. Und es kam noch schlimmer für die Österreicher, bei denen lediglich die stimmgewaltigen Fans internationales Format hatten. Nach einer Ecke verlängerte Ömer Toprak auf Friedrich, der aus kurzer Entfernung einköpfte.

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