Nach dem peinlichen Auftritt der Bayern gewinnen im Viertelfinal-Hinspiel des Uefa-Pokals sowohl Bremen als auch Hamburg mit 3:1 - der Spielverlauf war allerdings sehr verschieden.

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Werder Bremen bejubelt den 3:1-Sieg gegen Udinese. Foto: dpa

Die Nordrivalen Hamburger SV und Werder Bremen haben einen großen Schritt zu einem deutschen Duell im Uefa-Cup-Halbfinale gemacht. Der HSV setzte sich gegen Manchester City mit 3:1 (1:1) durch, Bremen besiegte Udinese Calcio ebenfalls mit 3:1 (1:0). Die Viertelfinal-Rückspiele finden am kommenden Donnerstag (16. April) statt.

Vor 50.500 Zuschauern im ausverkauften Hamburger WM-Stadion drehten Joris Mathijsen (9.), Piotr Trochowski per Handelfmeter (63.) und Paolo Guerrero (79.) die Begegnung für die Gastgeber. Stephan Ireland hatte die englischen Gäste schon nach wenigen Sekunden in Führung gebracht.

Unterdessen hat Diego für Bremen mit zwei sehenswerten Treffern das Tor zum Halfinale weit aufgestoßen. Die Tore des brasilianischen Nationalspielers in der 34. und 67. Minute ebneten den Weg zum verdienten Sieg des deutschen Vizemeisters. Hugo Almeida sorgte in der 69. Minute mit einem Konter für den dritten Treffer. Fabio Quagliarella sorgte drei Minuten für dem Ende für den Gegentreffer.

Der Bundesliga-Zweite aus Hamburg antwortete nach dem frühen Schock postwendend mit der eindrucksvollsten Offensivleistung, die er in dieser Saison gezeigt hat. Schon nach acht Minuten erzielte Mathijsen mit einem Kopfball nach einem Eckball den hochverdienten Ausgleich. Zuvor verhinderte Gäste-Torwart Shay Given bei erstklassigen Chancen von David Jarolim (2.), Mladen Petric (5.) und Michael Gravgaard (8.) einen Hamburger Treffer.

Pech hatten die weiterhin stürmischen Hanseaten in der 20. Minute, als ein Kopfball von Jonathan Pitroipa nur auf der Latte landete. Zwei Minuten später scheiterte Marcell Jansen erneut am starken Given. Eine Minute vor der Pause parierte der irische Schlussmann schließlich in höchster Not gegen Trochowski.

Nach dem Seitenwechsel war das Tempo zunächst nicht mehr ganz so hoch. Die Gäste bemühten sich um mehr Ballkontrolle im Mittelfeld, die Gastgeber wollten nicht wie im ersten Durchgang in einen Konter der blitzschnellen City-Stürmer um den für 40 Millionen Euro verpflichteten Superstar Robinho laufen. Dennoch hatte erneut Pitroipa Pech, als sein Kopfball in der 61. Minute von Micah Richards auf der Linie geklärt wurde. Trochowski und der eingewechselte Guerrero stellten den Heimsieg sicher.

Offensiver nach dem Seitenwechsel

Vor 32.548 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion verdienten sich die Platzherren den Sieg in erster Linie durch einen Zwischenspurt Mitte der zweiten Halbzeit. Die Gäste agierten in den ersten 45 Minuten äußerst passiv und überließen Bremen fast kampflos das Spielgeschehen. Bereits nach einer halben Stunde hätten die Hanseaten in Führung gehen können, doch ein verdeckter Distanzschuss von Naldo prallte nur an die Querlatte. Vier Minuten später machte es Naldos Landsmann Diego besser und überwand mit einem platzierten Schrägschuss aus 18 Metern Entfernung Torhüter Samir Handanovic.

Nach dem Seitenwechsel allerdings musste der Bundesliga-Zehnte gleich mehrfach kritische Situationen überstehen. Die Gäste waren deutlich offensiver ausgerichtet und ihr gefährlichster Stürmer Quagliarella hätte in der 47., 55. und 59. Minute gleich dreimal treffen können, scheiterte jedoch jeweils freistehend an Werder-Keeper Tim Wiese.

Mitten hinein in die bis dahin stärkste Phase der Mannschaft von Trainer Pasquale Marino fielen die beiden Bremer Treffer durch Diego und Almeida, ehe Quagliarella doch noch erfolgreich war.

Das Gegentor nannte Thomas Schaaf "völlig unnötig", war mit dem Resultat aber dennoch zufrieden. "Wir haben drei Tore geschossen, hätten das Spiel aber auch etwas beruhigter nach Hause bringen können", sagte der Bremer Trainer, der die Halbfinal-Chance trotz der guten Ausgangsposition nur mit "50:50" bezifferte. "Am Ende waren wir vielleicht etwas lässig, aber wir haben mit viel Geduld drei Tore geschossen, und das ist ganz wichtig für uns", meinte Torjäger Claudio Pizarro, der diesmal leer ausging.

(sueddeutsche.de/dpa/aum)