Der Sieg der Münchner gegen Schalke und das zeitgleiche 0:0 der Bremer gegen Außenseiter Cottbus sind alles andere als eine Überraschung: Der Liga fehlt ein souveräner und würdiger Tabellenführer.

Wenn der Schalker Spielführer Marcelo José Bordon am 19. Mai gegen 17.30 Uhr die Meisterschale in die Luft reckt, wird niemand mehr an die 0:2-Niederlage in München am 31. März denken. Die Schalker hatten sich damals schnell erholt und die folgenden drei einfachen Spiele gegen Gladbach, Mainz und Cottbus klar gewonnen, am Ende konnten die Bremer sie nicht mehr einholen.

Wenn der Münchner Spielführer Oliver Kahn am 19. Mai gegen 17.30 Uhr die Meisterschale in die Luft reckt, wird man sich an den 2:0-Sieg gegen Schalke am 31. März noch gut erinnern. Die Bayern hatten danach eine beeindruckende Aufholjagd gestartet und zum allgemeinen Frust der Liga ging auch diese Meisterschaft an die Isar.

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Bildstrecke Bundesliga 27. Spieltag Rahmen
Makaay Gladbach gegen Frankfurt Barbarez Piplica Klose Rene Adler Cacau Sichone
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Wenn der Bremer Mannschaftsführer Torsten Frings am 19. Mai gegen 17.30 Uhr die Meisterschale in die Luft reckt, wird niemand mehr an das etwas blamable 0:0 gegen Cottbus am 31. März denken. Bremen fand schon ein Wochenende später zu alter Stärke und Zauberfußballkunst zurück.

Wenn der Stuttgarter Mannschaftsführer Fernando Meira am 19. Mai gegen 17.30 Uhr die Meisterschale in die Luft reckt... halt, genug.

Von Prophezeiungen sollte man in der Saison 2006/2007 die Finger lassen. Es gilt: Alles ist möglich. Schalke, Bremen, Stuttgart und München haben nach dem 27. Spieltages noch oder wieder Chancen.

52 Minuten arbeitslos

Der Tabellenführer aus Gelsenkirchen hat in München unerklärlich schwach gespielt (Oliver Kahn musste nach - Achtung - 53. Minuten den ersten Schalker Torschuss parieren).

 
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Die Münchner hingegen haben wieder einmal gegen einen starken Gegner geglänzt - sie zittern aber bereits vor dem 28. April, dann kommen die schwächelnden Hamburger nach München und mit Underdogs können die Bayern gar nicht.

Bleiben noch Bremen und Stuttgart: Werder hätte an diesem Samstag Tabellenführer werden können, doch dafür hätten sie gegen Cottbus wenigstens ein Tor schießen müssen. Zumindest Stuttgart hat seine Pflicht erfüllt, 3:1 gegen Aachen, das klingt gut, nach vier sieglosen Partien wurde es aber auch wirklich einmal Zeit.

Nein, souverän wirken sie alle nicht die besten Teams der Bundesliga.

Die Tabellenspitze quält sich mühsam in Richtung 19. Mai. Wirklich mitreißenden Fußball haben die Zuschauer lange nicht mehr zu sehen bekommen, der beste Spieler des 27. Spieltages war: Manuel Neuer, Torwart von Schalke 04.

"Die Meisterschaft wird noch nicht in München entschieden“, hat Schalke-Manager Andreas Müller unter der Woche vor vorzeitiger Euphorie gewarnt. Wenigstens diese Vorhersage ist eingetroffen. Aber so hatte er das wohl nicht gemeint.

(sueddeutsche.de)

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Leserkommentare (5)



01.04.2007 18:55:22

Querschläger: Bestechende Logik

Ach, lieber lastbutnotleast, versuchen Sie doch nur mal für eine Sekunde, den Überheblichkeitsmodus abzuschalten, vielleicht klappt es dann auch mit der Logik wieder. Wenn Schalke und Bremen wirklich zweitklassig sind, was soll dann Deutschland mit mehr als einem CL-Platz? Würde doch sowieso jedes Mal nur peinlich. Macht also nichts, wenn wir weitere Plätze verlieren. Oder doch? Angst davor? Vielleicht weil die einzig erstklassigen Bayern in der Bundesliga auch mal hinter einem zweitklassigen Club landen könnten?

Also mal im Ernst: Bremen als zweitklassig zu bezeichnen, ist doch nur Ihr persönlicher Rachefeldzug gegen die Werder-affine SZ-Redaktion. Schaafs Mannen haben sich gegen Barca und Chelsea, definitiv beide europäische Spitze, achtbar aus der Affäre gezogen und stehen jetzt zurecht im Viertelfinale des UEFA-Cups. Schalke und Stuttgart mögen, die nächsten Jahre werden es zeigen, in der Spitzengruppe Eintagsfliegen sein, aber Werder ist seit Jahren und auch in Zukunft sicher der Gegner, den Uli Hoeneß ernster nimmt als alle anderen. Erkennbar unter anderem daran, dass man inzwischen fast jedes Jahr versucht, ihnen einen guten Spieler abzukaufen oder vor der Nase wegzuschnappen. Pizarro, Ismael, Podolski, Schlaudraff, Klose?, Diego?, Jansen? usw. Das ist ganz klar als Respektsbekundung zu interpretieren. Wäre Werder zweitklassig, hätte man das doch nicht nötig, oder?

Ich bin weder Werder- noch Bayern-Fan, auch nicht für Schalke oder Stuttgart, vielleicht fällt es mir deshalb leichter, die Liga realistisch einzuteilen. Nach Bayern und (!) Werder kommt nicht viel, immer nur ein oder zwei Clubs für ein oder zwei Jahre (siehe HSV). Seien Sie froh, dass es Werder gibt. Denn was wären Bayerns Titel wert, wenn Sie gar keinen echten Gegner hätten?


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