"Das Schlimmste waren diese Lügengeschichten"
Miroslav Klose
04.06.2007, 16:55
Trotz sportlicher Krise in der Nationalmannschaft gesetzt: Miroslav Klose. (Foto: AP)
SZ: Herr Klose, haben Sie seit Samstag Elfmeter trainiert?
Klose: Nein, wieso?
SZ: Weil Sie Ihren Verzicht auf ein mögliches Elfmetertor gegen San Marino, das Ihrer zuletzt mageren Bilanz ja gut getan hätte, damit begründeten, Sie könnten gar keine Elfmeter schießen.
Klose: Ich habe das nur gesagt, weil ich ja sowieso eine schlechte Elfmeterquote habe, fünf von zehn oder so. Man kann entweder vom Punkt schießen oder nicht. Deswegen war das so abgemacht: entweder Schnicks oder Lutscher (Schneider oder Frings, d. Red.).
SZ: Man stellt sich das so leicht vor bei einem Stürmer in der Krise: Zur Not ist mit einem Elfmetertor alles wieder gut.
Klose: Sogar wenn ich zwei Tore geschossen hätte, hätte es geheißen: Klar, ist ja nur San Marino. Für mich war wichtig, wieder einmal 90 Minuten zu brummen, mal wieder verletzungsfrei zu spielen und nicht nur bei Klaus Eder (Physiotherapeut, d. Red.) auf der Massagebank zu liegen mit den ganzen Wehwehchen, die ich hatte. Mir war es wichtig, dass ich wieder in einem körperlich guten Zustand bin und wieder laufen kann. Ein Tor hätte mir gut getan, klar - aber jetzt werde ich eben versuchen, mir am Mittwoch mein Erfolgserlebnis zu holen.
SZ: Scheint so, als wären Sie pünktlich zum Saisonende wieder fit.
Klose: Genauso sieht es aus. Mit der bakteriellen Infektion, die ich hatte - so etwas habe ich noch nie erlebt. Zuhause konnte ich vier Treppen hochgehen, dann musste ich mich setzen und war fix und fertig. Beim Spielen mit meinen Kindern konnte ich zwei Spielzeugautos aufheben und war fertig. So weit körperlich am Ende, so etwas gibt es doch gar nicht! Ich habe zwar jetzt auch schon zwei Jahre ohne Pause durchgespielt, aber in diesem halben Jahr nach der Winterpause habe ich mich absolut nicht in dem körperlichen Zustand befunden, den ich für mein Spiel brauche.
SZ: Sie hätten es vielleicht langsamer angehen lassen müssen nach der WM.
Klose: Es war für mich aber wichtig, nach der WM gleich wieder in Fahrt zu kommen. Deswegen gab es im Urlaub vielleicht vier Tage, an denen ich nichts gemacht habe. Das ist die Erfahrung von 2002: Ich weiß, wenn ich mich hängen lasse, laufe ich von Anfang an dem Zug hinterher. Und deswegen habe ich gesagt: Du darfst dich nicht hängen lassen.
SZ: Woher kam die Infektion? Man hat darüber kaum etwas erfahren.
Klose: Weiß ich bis heute nicht. Nach jedem Spiel hatte ich auf einmal hohes Fieber, Schüttelfrost, und zwei Tage später war es wieder weg. Letztlich ist es von alleine weggegangen.
SZ: In der aktuellen Diskussion um Ihr Leistungstief spielt das kaum eine Rolle.
Klose: Das ist jetzt ja auch schon länger her, Mitte der Rückrunde.
SZ: Aber so etwas schüttelt man ja nicht einfach ab. In der vorletzten Saison hatten Sie, weil Sie beim Confed-Cup gefehlt hatten, eine lange Pause, eine Topvorbereitung, blieben gesund und schossen 25 Tore in der Liga und fünf bei der WM. Nun dieses Kontrastprogramm. Hätten Sie nicht eine Pause verlangen sollen in ihrem Verein Werder Bremen?
Klose: Also erstens habe ich alles versucht, um wieder gesund zu werden. Wir haben alle Maßnahmen getroffen, kleines Blutbild, großes Blutbild. Ich bin so ein Typ, der gesagt hat: Ich stehe dazu und versuche der Mannschaft zu helfen, ob Nationalmannschaft oder in der Bundesliga. Der Trainer wollte auch immer, dass sich spiele. Ich habe gesagt: Kein Thema, aber ich bin nicht auf Top-Niveau. Das weiß er ja, das hat er auch gesehen. Aber er weiß auch, dass die Mannschaften sich schon fürchten, wenn ich nur auf dem Platz stehe. Aber letztlich habe ich absolut nicht die Leistung gebracht, die ich mir vorstelle und bin dem Zug bis heute hinterher gelaufen.
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![]() 06.06.2007 13:56:46 Steerpike: @lbnl (autor nach diktat verreist) da ist aber einer krampfert. uiuiui. draußen ist so schönes wetter. einfach mal wieder vor die tür gehen. das entspannt total und anschließend spricht man anderen postern hier vielleicht nicht mehr permanent das selbständige denken ab ... nur weil in deren rummsmurmel nicht permanent das weißblaue licht eingeschaltet ist (allen anderslautenden bekundungen zum trotze). meiner ganz bescheidenen meinung nach kann man den verantwortlichen bei werder bremen nur sehr, sehr wenig vorwerfen. zumindest, wenn man sich das gesagte einmal ganz locker durch die synapsen sickern lässt. hochkochen kann man aber natürlich alles, nech. vor allem in dieser saure-gurken-zeit. frings macht zudem aus seinem herzen keine mördergrube und spricht, wie ihm der schnabel gewachsen ist. ich denke, das kann auch miro ganz gut einsortieren. beide typen kann man irgendwie verstehen, wenngleich klose sich mit seiner nullinformationspolitik das leben wahrscheinlich einfach nur selber schwer macht. so und jetzt mal wieder durch die hose atmen ... dann unterlässt euer gnaden vielleicht auch schwer zu ertragendes von-oben-herab-sermonieren. oder ist das einfach nur die hohe hoeness-schule? ;) nix für ungut. "es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem" ![]()
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