Gold für Kenia: Im schnellsten Marathon der olympischen Geschichte gewinnt Kamau Wanjiru. Eine Kanutin trägt bei der Schlussfeier die deutsche Fahne.

Mit 16 Goldmedaillen hat sich Deutschland unter den fünf besten Sportnationen der Welt zurückgemeldet. Die deutschen Athleten konnten sich damit in der inoffiziellen Nationenwertung im Vergleich zu den Spielen in Athen vor vier Jahren um einen Platz verbessern. Gastgeber China verdrängte mit 51 Goldmedaillen die USA vom ersten Platz im Medaillenspiegel. Die erfolgsverwöhnten Amerikaner müssen sich mit 36 Goldmedaillen und mit deutlichem Abstand mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Somit ist erstmals seit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, als das nationalsozialistische Deutschland die Nummer eins war, eine andere Nation als die USA oder die Sowjetunion (Russland) das erfolgsreichste Land. Setzt man die Medaillengewinne ins Verhältnis zur Bevölkerungsgröße, ergibt sich eine ganz andere Nationenwertung. Dann ist Jamaika mit elf Medaillen bei einer Bevölkerung von gerade einmal 2,7 Millionen die erfolgreichste Sportnation (eine Medaille auf 245.000 Einwohner) der Erde. Auf Platz zwei folgt Australien (eine auf 465.000 Einwohner) und dann Kuba (eine auf 470.000 Einwohner).

Bild vergrößern

Samuel Kamau Wanjiru holte die erste Marathon-Goldmedaille für Kenia. (© Foto: AP)

Anzeige

Christian Ahlmann zieht nach dem Doping-Skandal bei den olympischen Reiterspielen vor den Internationalen Sportgerichtshof (Cas). Der Springreiter aus Marl will damit gegen die vom Reiter-Weltverband FEI mit sofortiger Wirkung verhängte weltweite Sperre vorgehen. Er erachte es als unfair und gesetzeswidrig, einen Profireiter weltweit zu sperren, solange das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei und viele offene Fragen unbeantwortet im Raum stünden. "Ich werde deshalb den FEI-Entscheid beim Cas anfechten", sagte der 33-Jährige am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Er sieht sich nicht als Doping-Sünder. Er habe seinem Pferd Cöster das Mittel Equi-Block nur gegen Verspannungen auf den Rücken auftragen lassen, sagte der 33-Jährige am Sonntag in Marl. Die Beine des Pferdes seien damit nie eingeschmiert worden. Er benutze das Mittel, das die verbotene Substanz Capsaicin enthält, bereits seit Jahren und sei bei Dopingproben nie positiv getestet worden.

Die Basketballer der USA haben zum insgesamt 13. Mal olympisches Gold gewonnen. Das Team der NBA-Profis setzte sich im Endspiel des Turniers in Peking 118:107 (69:61) gegen Weltmeister Spanien durch. Für die Amerikaner war es der erste Erfolg bei Olympia oder einer WM seit den Sommerspielen 2000 in Sydney, für Spanien die zweite Medaille seit der Niederlage gegen die USA im Finale 1984 in Los Angeles.

Frankreich ist erstmals Handball-Olympiasieger. Der zweimalige Weltmeister bezwang am Sonntag im Endspiel in Peking das Überraschungsteam Island mit 28:23 (15:10) und trat die Nachfolge von Kroatien an.

Die ungarische Wasserball-Nationalmannschaft ist am Sonntag zum Abschluss der Sommerspiele in Peking zum neunten Mal Olympiasieger geworden. Das Team von Cheftrainer Denes Kemeny setzte sich im Finale vor rund 4000 Zuschauern gegen die USA mit 14:10 (6:4, 3:4, 2:1, 3:1) durch.

Die Volleyballer der USA haben Athen-Champion Brasilien entthront und ihren ersten Olympiasieg seit 20 Jahren gefeiert. Das Team von Trainer Hugh McCutcheon, dessen Schwiegervater bei einem Messerattentat in Peking ums Leben gekommen war, gewann das Finale mit 3:1 (20:25, 25:22, 25:21, 25:23) gegen die Südamerikaner.

Samuel Kamau Wanjiru hat der Läufernation Kenia die erste Goldmedaille im olympischen Marathon der Männer beschert. Der Weltrekordler im Halbmarathon gewann das 42,195-km-Rennen in starken 2:06:32 Stunden vor Ex-Weltmeister Jaouad Gharib aus Marokko (2:07:16) und Äthiopiens Tsegay Kebede (2:10:00). Der im japanischen Fukuoka lebende 21 Jahre alte Wanjiru setzte sich bei guten Bedingungen rund fünf Kilometer vor dem Ziel von seinen Mitstreitern ab und strebte fortan alleine dem Olympiastadion entgegen. Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie (Äthiopien) hatte aus Angst vor möglicher Luftverschmutzung auf einen Start verzichtet.

Die viermalige Kanu-Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin trägt am Sonntag bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Peking die deutsche Fahne. Die 30-jährige Potsdamerin hatte am Freitag mit dem Kajak-Vierer die Goldmedaille gewonnen, am Samstag steuerte sie mit Bronze ihre erste olympische Medaille im Einer bei. "Das macht die Spiele für mich perfekt", sagte die Sportsoldatin, die sieben WM-Siege und acht EM-Titel eingefahren hat. Bei der Eröffnungsfeier hatte Basketballer Dirk Nowitzki die Fahne ins Nationalstadion getragen.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Olympia kompakt
  2. Olympia kompakt
Leser empfehlen