19. Spieltag Veh unter Druck, Leverkusen souverän

Tabellenführer Bayer Leverkusen setzt Siegesserie fort, Wolfsburg verliert gegen Köln, Schalke kassiert Ausgleich in letzter Minute. Der Spieltag im Überblick.

Cool und clever hat Bayer Leverkusen den Angriff der Münchner Bayern auf Platz eins in der Fußball-Bundesliga abgeschmettert. Mit dem 3:0 (1:0) bei 1899 Hoffenheim verdrängte das Team von Jupp Heynckes den Rekordmeister nach nur 26 Stunden wieder von der Spitze und überstand auch das 19. Saisonspiel unbeschadet.

Die Leverkusener Eren Derdiyok (links) und Toni Kroos sind weiterhin in Feierlaune.

(Foto: Foto: dpa)

Abwehrchef Sami Hyypiä (11.) mit seinem ersten Liga-Tor, der schon zum achten Mal erfolgreiche Toni Kroos (51.) und Tranquillo Barnetta (71.) entschieden am Sonntag die Partie vor 29 500 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena, in der die Gastgeber nach gutem Beginn stark abbauten und am Ende chancenlos waren. Nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie droht Hoffenheim endgültig im Mittelmaß zu versinken.

Immer tiefer in die Krise rutscht der deutsche Meister VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen verloren im zweiten Sonntagsspiel gegen den 1. FC Köln mit 2:3 (1:1) und brachten mit dem siebten sieglosen Spiel nacheinander in der Fußball-Bundesliga ihren Trainer Armin Veh weiter in Bedrängnis. Vor 27 471 Zuschauern in der Volkswagen-Arena waren Tore von Christian Gentner (22. Minute) und Ricardo Costa (59.) für den VfL zu wenig, um die Negativserie zu beenden. Kevin Pezzoni (7.), Sebastian Freis (57.) und Adel Chihi (74.) machten den dritten Auswärtssieg in dieser Saison für die Kölner perfekt, die sich am Tabellenende mächtig Luft verschafften.

Im Spitzenspiel am Samstagnachmittag hat der FC Bayern München seine beeindruckende Erfolgsserie fortgesetzt und zumindest für einen Tag die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga gestürmt. Der Rekordmeister siegte verdient mit 3:2 (2:1) bei Werder Bremen und verschlimmerte damit die Krise der Hanseaten: Sie verloren zum vierten Mal nacheinander.

Die Bayern dürfen dagegen dank der Tore von Thomas Müller (25.), Ivica Olic (35.) und Arjen Robben (78.) nach dem achten Pflichtspielsieg in Serie von der 22. Meisterschaft träumen. Aaron Hunt (10.) und Hugo Almeida (75.) erzielten vor 39.100 Zuschauer im ausverkauften Weser-Stadion die Tore für Bremen.

Unterdessen hat Schalke 04 den Sprung an die Tabellenspitze verpasst und im kleinen Revierderby beim VfL Bochum einen 2:0-Vorsprung verspielt. Die Königsblauen mussten sich am Ende mit einem 2:2 (2:0) zufrieden geben. Stanislav Sestak erzielte in der Nachspielzeit den Bochumer Ausgleich.

Bis zur 82. Minute hatte Schalke noch wie der sichere Sieger ausgesehen: Vicente Sanchez hatte bereits in der fünften Minute die Führung erzielt. Schon vor der Pause sorgte Kevin Kuranyi (42.) mit seinem zehnten Saisontor für klare Verhältnisse. Beide Treffer bereitete der starke Jefferson Farfan vor. Vahid Hashemian verkürzte (82.), erzielte das erste Schalker Gegentor nach 527 Minuten und leitete die Aufholjagd ein.

Borussia Dortmund ist weiter auf dem Vormarsch. Mit dem verdienten 1:0 (1:0) gegen den Hamburger SV blieb das Team von Trainer Jürgen Klopp am Samstag zum zwölften Mal nacheinander unbesiegt und verdrängte die Hanseaten vom vierten Rang. Vor 80.552 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park sorgte Nelson Valdez (36.) mit seinem dritten Saisontreffer für den Sieg des Revierklubs, der aus den vergangenen sechs Spielen die maximale Ausbeute von 18 Punkten holte. Dagegen erlitt der HSV nach zuletzt drei Siegen einen Rückschlag im Titelkampf.

Im Tabellenkeller ist die selbst verkündete Aufholjagd von Hertha BSC schon auf der zweiten Etappe ins Stocken geraten. Das Tabellen-Schlusslicht kam gegen Borussia Mönchengladbach über ein 0:0 nicht hinaus - damit leuchtet die Rote Laterne auch nach 125 Tagen weiter in Berlin.

Das Team von Trainer Friedhelm Funkel dominierte vor 46.090 Zuschauern im Olympiastadion zwar über weite Teile der durchaus spannenden Partie das Geschehen, traf aber das Gladbacher Tor nicht. Die Borussia vergab nach der Pleite zum Hinrunden-Auftakt gegen Bochum in Berlin einen Elfmeter. Juan Arango scheiterte kurz vor der Pause am überragenden Hertha-Schlussmann Jaroslav Drobny. Hertha bleibt mit zehn Punkten Letzter, Borussia steht mit 22 Punkten auf Rang zwölf.

Auch der 1. FC Nürnberg hat den erhofften Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga verpasst. Der Tabellenvorletzte kam gegen Eintracht Frankfurt nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und wartet seit nunmehr sechs Spielen auf einen Sieg. Zuletzt hatte der Club vor über zwei Monaten beim 3:2 in Wolfsburg einen "Dreier" gelandet. Die Frankfurter blieben dagegen auch in der sechsten Partie in Folge ungeschlagen und festigten ihren Platz im Mittelfeld.

Christian Eigler brachte den 1. FCN in der 27. Minute in Führung und beendete mit diesem Treffer auch die Torflaute der Franken. Für das Team von Trainer Dieter Hecking, der seine Heimpremiere gab, war es der erste Treffer seit 477 Minuten. Vor 37.464 Zuschauern gelang den Hessen in einem insgesamt schwachen Bundesligaspiel noch vor der Pause durch Benjamin Köhler der verdiente Ausgleich (40.). Die zweite Halbzeit war eignisarm, ein Tor fiel nicht mehr.

Hannover tritt trotz des Trainerwechsel unter der Woche weiter auf der Stelle. 650 Tage nach seiner Entlassung bei Schalke 04 unterlag Mirko Slomka in seinem ersten Spiel als neuer Trainer von Abstiegskandidat Hannover 96 bei Aufsteiger FSV Mainz 05 0:1 (0:1) und musste bei seiner Rückkehr auf die Bühne der Fußball-Bundesliga damit gleich einen Rückschlag hinnehmen. Während die Mainzer vor heimischer Kulisse in dieser Saison weiter ungeschlagen bleiben, war es für die Niedersachsen seit dem Selbstmord von Robert Enke bereits das achte sieglose Spiel in Serie.

Vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion sorgte Nachwuchsstürmer Andre Schürrle für das verdiente 1:0 der Gastgeber (4.). Der letztjährige deutsche A-Jugendmeister ließ dabei Hannovers Linksverteidiger Steven Cherundulo stehen und erzielte mit einem Flachschuss das Tor des Tages und sein dritten Saisontreffer.

Bereits am Freitag spielte Freiburg gegen den VfB Stuttgart, der sich nach dem Sieg immer weiter aus der Abstiegszone der Fußball-Bundesliga befreien kann. Das verdiente 1:0 (1:0) im baden-württembergischen Derby beim SC Freiburg war bereits der dritte Erfolg in Serie unter dem neuen Trainer Christian Gross. "Es war auswärts, es war schwierig, es war ein Derby, daher bin ich zufrieden. Das war gut", sagte der Schweizer Coach.

Das Siegtor von Ciprian Marica in der 41. Minute vergrößerte am Freitagabend aber auf der anderen Seite die Sorgen des Nachbarn aus dem Breisgau. Freiburg bleibt die schlechteste Heimmannschaft der Liga, ist seit vier Spielen ohne Sieg und ohne Tor.