30. Spieltag der Bundesliga Nürnberg glänzt, Hamburg taumelt

Der 1. FC Nürnberg schafft mit einem 4:1 gegen Schalke einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt, der HSV geht in Hoffenheim 0:4 unter und zittert immer mehr, Hannover kommt mit einem Sieg gegen Wolfsburg dem internationalen Geschäft näher und Kaiserslauterns Abstieg ist fast besiegelt.

Wer hätte gedacht, dass der 1. FC Nürnberg so famos Fußball spielen kann. Die Mannschaft, die normalerweise eher zu den Schwerarbeitern unter den Bundesligisten zählt, fertigte an diesem 30. Spieltag den FC Schalke mit 4:1 (3:0) ab. Damit gelang den Franken vielleicht schon der entscheidende Schritt Richtung Klassenerhalt.

Nürnberger Siegesfreude: Gegen Schalke gewann der "Club" so klar, wie es wohl nur wenige gedacht hatten.

(Foto: dpa)

Nach fünf Spielen ohne Sieg boten die Nürnberger gegen den komplett enttäuschenden Champions-League-Anwärter aus dem Ruhrgebiet eine ihrer besten Leistungen in dieser Saison. In dieser Form dürfte die Elf von Trainer Dieter Hecking gewiss nichts mit dem Abstieg am Hut haben - und wer in dieser Spielzeit der Konkurrenz aus Köln, Berlin oder Hamburg beim munteren Verlieren zuschaut, könnte schon jetzt denken: Das war's für den FCN.

Hanno Balitsch (25. Minute), Timmy Simons per Foulelfmeter (37.) und der extrem gute aufgelegte Daniel Didavi (45./87.) mit zwei Toren sorgten für den teilweise überragend agierenden "Club" für klare Verhältnisse. "Das Wichtigste war, dass wir richtig gezeigt haben, was wir können", meinte Leihspieler Didavi. "Das lief heute perfekt." Schalke blamierte sich indes drei Tage vor dem Revier-Derby gegen Borussia Dortmund dagegen auf der ganzen Linie und büßte seinen Vorsprung auf Verfolger Borussia Mönchengladbach leicht ein.

Mehr als der Ehrentreffer durch Lewis Holtby (85.) gelang den Gästen nicht. "Wir haben uns das Spiel komplett anders vorgestellt. Wir haben Nürnberg stark gemacht und müssen uns bei den mitgereisten Fans entschuldigen", meinte Schalkes Verteidiger Tim Hoogland. Zugleich versprach mit Blick auf den Revier-Klassiker gegen den BVB: "Wir sind stark genug, die Dortmunder zu schlagen." Doch dazu müssen die Schalker am Samstag ganz anders auftreten.

Hamburg geht in Hoffenheim unter

Die TSG 1899 Hoffenheim kommt der Europa League dank eines lockeren 4:0 (2:0)-Sieges gegen den HSV derweil immer näher, die Hanseaten taumeln dagegen dem kaum für möglich gehaltenen Untergang entgegen. Mit dem ersten Heimsieg seit fast einem halben Jahr haben die Nordbadener ihre Chance auf die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb aufrecht erhalten - der HSV schwebt dagegen in akuter Abstiegsgefahr.

Vor 27.000 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena trafen Jannik Vestergaard (17.), Sejad Salihovic (25.), Fabian Johnson (51.) und Sven Schipplock (58.). "Kompliment an meine Mannschaft. Das war eine große Willensleistung. Zum richtigen Zeitpunkt waren wir heute eiskalt. Das war der Schlüssel zum Erfolg", sagte Hoffenheims Trainer Markus Babbel. HSV-Sportchef Frank Arnesen war nach der bitteren Niederlage enttäuscht: "Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen und nach dem 2:0 haben wir nur noch eine Mannschaft auf dem Platz gesehen."

Dennoch machte Arnesen der Mannschaft Mut: "In drei Tagen haben wir das nächste Finale. Wir müssen das jetzt wegstecken und werden dann eine ganz andere Mannschaft sehen." "Zweite Liga, Hamburg ist dabei", sangen zuvor die Hoffenheimer Fans. Angesichts des HSV-Abwehrtorsos und der einfallslosen Angriffsaktionen könnten die Schmähgesänge wahr und der erste Abstieg für das Bundesliga-Gründungsmitglied Realität werden.

Hannover bleibt oben dran

Hannover 96 kann sich im Endspurt um die erneute Teilnahme am internationalemn Geschäft weiter auf seine Heimstärke und Torjäger Mame Diouf verlassen. Der Senegalese brachte die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka beim 2:0 (1:0) im Niedersachsenderby gegen den VfL Wolfsburg mit seinem sechsten Saisontor in Front (44. Minute), bevor Didier Ya Konan den Sieg 13 Minuten vor dem Ende sicherstellte.