Nach rund einer Stunde sieht für 1860 München alles nach einem Sieg gegen Fortuna Düsseldorf aus - doch dann patzt Torhüter Gabor Kiraly und endet die Partie mit einem Unentschieden.
Fortuna Düsseldorf hat seinen kleinen Höhenflug in der zweiten Fußball-Bundesliga fortgesetzt und auch aus München Punkte entführen können. Die Rheinländer erkämpften dank zweier Tore nach Standardsituationen am Sonntag ein 2:2 (0:1) beim TSV 1860 München und bleiben damit weiter an der Tabellenspitze dran. Alexander Ludwig (36. Minute) und Torben Hoffmann (63.) hatten die Gastgeber vor 22.400 Zuschauern in Führung gebracht, ehe Ranisav Jovanovic (70.) und der eingewechselte Patrick Zoundi (73.) innerhalb von nur drei Minuten ausglichen.
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Die Abwehr von 1860 München schaut dem Düsseldorfer Freistoß zum 2:2 hinterher. (© Foto: dpa)
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Die Münchner Elf hatte einen Tag nach dem 56. Geburtstag ihres Übungsleiters enttäuschend begonnen. Düsseldorf war zu Beginn deutlich ballsicherer und den Gastgebern auch technisch überlegen, bis Ludwig aus dem Nichts die "Löwen"-Führung gelang. Nach einem Pass von Benjamin Lauth hatte sich der Mittelfeldakteur im Zweikampf geschickt gegen Düsseldorfs Zweitliga-Debütanten Kozo Yuki behauptet.
Nach Hoffmanns "Stocher-Tor" schien das Spiel frühzeitig entschieden, doch die Fortuna kam mit viel Einsatz zurück. Jovanovic' sehenswertes Freistoßtor läutete eine hektische Schlussoffensive ein. Kurz danach nutzte Zoundi einen Fehler von 1860-Torwart Gabor Kiraly zum 2:2, weitere Chancen auf beiden Seiten blieben ungenutzt.
Der FC St. Pauli stürmte mit einem 3:0 (3:0)-Sieg gegen Verfolger 1. FC Union Berlin auf den zweiten Tabellenplatz. Mit 29 Punkten liegen die Hanseaten nur einen Zähler hinter dem Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern, der am Montag Arminia Bielefeld (28) empfängt. Mit einem Tor in der neunten Minute durch Marius Ebbers, der nach einem Fehler von Union- Keeper Jan Glinker aus fünf Metern abstaubte, gingen die Hamburger am Sonntag früh in Führung. Der Stürmer traf zum neunten Mal in dieser Spielzeit.
Auf der Baustelle Millerntor, wo das Team von Trainer Holger Stanislawski nach dem vollständigen Abriss der Haupttribüne am Freitag extra noch einmal trainierte, legte Jan-Philipp Kalla (15.) zum 2:0 nach. Stanislawski hatte den Verteidiger überraschend für den Rot-gesperrten Florian Lechner auf der linken Position in der Abwehrkette aufgeboten. Mit seinem vierten Saisontor erhöhte Max Kruse in der 39. Minute gegen den defensiv wackligen Aufsteiger aus der Hauptstadt. Nach der Pause ließen die Hanseaten in ihren Offensivbemühungen keineswegs nach: Matthias Lehmann traf bei einem Freistoß in der 55. Minute den Pfosten. Die schwachen Berliner kamen zu keiner zwingenden Möglichkeit mehr.
Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus verbesserte sich mit dem 3:0 (1:0) über Rot-Weiß Oberhausen vom 14. auf den elften Platz. Die Tore für die Lausitzer erzielten Straith, Jula und Bittroff.
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(sueddeutsche.de/sid/dpa/aum)
Bundespräsident Gauck
Dann hattest Du mit Sicherheit den besseren Blickwinkel auf das Tor zum 1:2 als ich. Also in diesem Fall: Freispruch für Gabor. ;-)
Zu Sven B.: Echte Qualität setzt sich halt irgendwann durch. Und in DO hat er genügend überdurchschnittliche Nebenleute, um im Erstliga-Fußball bestehen zu können. Er muss halt auch über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei bleiben.
Also, bis demnächst - wenn wir uns im Sport-Teil von sueddeutsche.de wiederlesen. ;-)
t&c
Servus Tomandcherry,
ich hatte eine Karte für die Osttribüne, Unterrang und sass rechts von der Mittellinie aus meiner Sicht.
Kiraly hatte die Mauer gut gestellt, weil der Schütze über die beiden äußeren Spieler in der Mauer einschoss. Möglicherweise war der Freistoss zu gut geschossen.
Übrigens hat Sven Bender für sein Spiel gegen Hoffenheim die Bestnote der Spieler bekommen. Das ist der Unterschied zu Düsseldorf, wir müssen die kostengünstigen Guten noch dazu verkaufen.
Mei, Ihr Beitrag scheint die allein glückselig machende Lösung für die Münchner Löwen zu sein.
Nur: Was bei anderen Vereinen scheinbar mühelos und erfolgreich umgesetzt werden kann, muss noch lange nicht das Erfolgsrezept für die 60er sein.
Es gibt bestimmt noch andere Beispiele aus dem Profifußball, in denen mit wenig Geld maximaler sportlicher Erfolg erreicht wurde.
Trotzdem muss man immer die besondere Situation bei 1860 München berücksichtigen (Stadiondiskussion, teilw. konträre Fanlager, extreme Hochs und Tiefs...).
Nehmen Sie z.B. Union Berlin und das in überwiegender Fan-Eigenleistung renovierte Stadion "Alte Försterei". So mancher Löwen-Fan würde wohl mit Begeisterung zu Schaufel und Maurerkelle greifen, um im alten GWS eine ähnliche Leistung zu vollbringen.
Aber das wird sich wohl niemals umsetzen lassen...
Servus, Schlechinger!
Das wir uns auch mal wieder lesen? :-)
War gestern (auch mal wieder) live vor Ort. Nebst Gattin. Wir hatten "das Glück" auf Höhe des südlichen Tores zu sitzen und somit beide Gegentreffer aus nächster Nähe sehen zu dürfen.
Beim - sicherlich ungerechtfertigten - Freistoß zum 1:2-Anschlusstreffer sah Kiraly m.M. nach auch nicht wirklich gut aus. Könnte allerdings auch an meinem Blickwinkel gelegen haben. Fernsehbilder dieses Treffers habe ich bislang noch nicht sehen können.
Beim 2:2-Ausgleich war ich jedoch richtig sauer, weil Kiraly - wie schon in Bielefeld, dort jedoch ohne Schaden für die Löwen - erneut bei einer Standardsituation den Ball nicht richtig zu fassen bekommt und daraus ein Tor für den Gegner resultiert.
Dass anschließend beide Teams die Entscheidung suchten, machte die Sache nochmals richtig spannend. Beide hatten Möglichkeiten, die Partie zu ihren Gunsten zu beenden.
Unter'm Strich ein gerechtes Unentschieden, wobei mir selbstverständlich ein Heimsieg (und die daraus resultierenden drei Punkte) lieber gewesen wäre. Aber aufgrund der gestern gezeigten Leistung kann man den letzten drei Partien vor der Winterpause schon etwas beruhigter entgegen blicken, als noch vor fünf, sechs Wochen.
Es scheint langsam aber sicher nach vorne zu gehen.
Viele Grüße
t&c
Es ist schon ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die Fortuna, dass sie bei Auswärtsspielen von einem überaus Lautstarkem Fanblock unterstützt wird. Da macht sich der Hunger der Fortuna-Fans nach langen Jahren Fussball-Magerkost bemerkbar.
Ein Glück für die Löwen das sich Fortuna-Trainer Meier nach dem Ausfall des
Spielmotors Marco Christ nicht traute, den neuen Spielmacherstar Patric Zoundi von Beginn an auflaufen zu lassen.
Auch in diesem Spiel hat sich mal wieder gezeigt dass Geld im Fussball doch offensichtlich nicht die alles überragende Rolle spielt. Denn die finanziell immer noch überaus Klamme Fortuna tritt nun in der 2. Liga mit einem Etat an, der sogar von mancher Mannschaft in Liga 3 überboten wird. Der Manager ein preiswerter Rentner, eine Reihe von Leistungsträgern nur Ausleihen für wenig Geld, ein Trainer und der Rest der Mannschaft, die nun wirklich nicht zu den Großverdienern im Fussball gehören. Wohl alles nur möglich geworden, weil der Verein durch ein tiefes Tal gegangen ist. Gelernt hat, auch ohne Traumtänzerei aus der Realität das Beste zu machen.
Ein Ansatz für die Löwen?
Paging