Mal wieder verkauft der TSV 1860 München eines seiner ausgebildeten Talente. Allerdings bleibt Lars Bender noch ein Jahr bei den Löwen. Was macht jetzt sein Zwillingsbrder Sven?

Am Ende war es keine Frage mehr des "ob", sondern nur noch eine Frage des "wann", und auch diese Frage ist seit Dienstag unumstößlich beantwortet. U19-Europameister Lars Bender, eines der größten Mittelfeldtalente des deutschen Fußballs, wechselt vom Zweitligisten 1860 München eine Klasse höher zu Bayer Leverkusen - im Sommer 2010. Auf diese Lösung verständigten sich die drei Vertragsparteien. "Lars wird auch nächste Saison bei uns ein wichtiger Leistungsträger sein", verlautbarte Löwen-Manager Miroslav Stevic, 2010 werde man seinem Wechselwunsch ins Rheinland entsprechen. Zu den Konditionen des Transfers wurde Diskretion vereinbart.

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Lars Bender wechselt 2010 von 1860 München zu Bayer Leverkusen. (© Foto: dpa)

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Letzterer Punkt ist im vorliegenden Fall sehr maßgeblich. Wie sein Zwillingsbruder Sven, besaß Lars bei 1860 bisher einen Vertrag bis 2011 - mit integrierter Klausel, bereits 2010 für eine Festablöse von zwei Millionen Euro wechseln zu dürfen, abzüglich 20 Prozent Eigenbehalt für den Spieler. 1,6 Millionen netto für Sechzig - diese Vereinbarung seines Vorgängers Stefan Reuter erschien dem neuen Löwen-Sportdirektor als Entschädigung unangemessen niedrig.

"Diese Konditionen wären dem Marktwert nicht gerecht geworden", klagte auch 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers. Stevic hatte Lars Bender daher vor Wochen indirekt schon für 2009 zum Sofortverkauf angeboten. Die Sechzig-Kasse ist leer, und Stevic benötigt dringend Geld, um durch Transfers sein ehrgeiziges Vorhaben zu realisieren, für die nächste Saison einen aufstiegsfähigen Kader zu komponieren.

Lars Bender war mäßig begeistert, auf diese Weise ins Einkaufsschaufenster gestellt zu werden. Denn beide Bender-Brüder haben mit Berater Manfred Schulte den festen Karriere-Fahrplan entworfen, bis 2010 in München in der zweiten Liga Spielpraxis zu sammeln. Lars Bender wollte nicht weg in diesem Sommer, zumal er im Herbst vier Wochen bei der U20-WM verbringen wird.

Seinen Verbleib bis 2010 gesichert zu haben, ist daher eine rein kaufmännische Leistung. Denn Stevic zufolge geht der Wechsel nächstes Jahr "zu deutlich besseren Konditionen" vonstatten als laut Klausel fixiert. Auch an Bruder Sven haben mehrere deutsche Spitzenteams Interesse. Laut Agent Schulte ist es gut möglich, dass die soeben 20 Jahre alt gewordenen Zwillinge 2010 getrennte Wege gehen.

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(SZ vom 29.04.2009)