Zwei Rausschmisse innerhalb weniger Stunden: Nach Duisburgs Bommer wurde auch Rostocks Pagelsdorf entlassen. Prominente Namen sind als Nachfolger im Gespräch.

Fußball-Zweitligist Hansa Rostock hat sich am Montag von seinem Trainer Frank Pagelsdorf mit sofortiger Wirkung getrennt. "Der Vorstand hat mich davon in Kenntnis gesetzt, dass ich beurlaubt worden bin. Der Verein ist und wird immer etwas Besonderes für mich bleiben", sagte der Coach am Montag vor Beginn einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz (Beginn 11 Uhr). Pagelsdorf arbeitete von 1994 bis 1997 sowie seit 2005 in Rostock und führte den Ostseeklub zweimal (1995, 2007) in die Bundesliga. Als Nachfolger für den 50-Jährigen sind Thomas Doll, Mirko Slomka und Peter Neururer im Gespräch.

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Aus und vorbei - für Rudi Bommer ist das Kapitel MSV Duisburg nun erledigt. Er wurde von seinem Amt als Trainer entlassen. (© Foto: Getty)

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Damit reagierten die Hanseaten einen Tag nach dem 2:2 gegen den VfL Osnabrück auf die negative sportliche Situation: Nach zwölf Spieltagen hat der Bundesliga-Absteiger, der den direkten Wiederaufstieg als Saisonziel ausgegeben hatte, nur 14 Punkte auf dem Konto und steht auf Tabellenplatz zwölf. Zuletzt gab es vier Spiele in Folge keinen Sieg.

Zuvor hatte der MSV Duisburg nach massiven Zuschauerprotesten Trainer Rudi Bommer entlassen. "Es ist Schluss mit Bommer. Er hat zuletzt einen zunehmend zermürbten Eindruck gemacht. Mit ihm können wir unsere sportlichen Ziele nicht mehr erreichen", sagte MSV-Aufsichtsratsvorsitzender Walter Hellmich am Sonntag.

Scholz übernimmt

Damit reagierte der Fußball-Zweitligist auf die anhaltende sportliche Talfahrt und beendete nur wenige Stunden nach der 0:1-Heimschlappe gegen Rot-Weiss Ahlen die seit dem 1. Juli 2006 anhaltende Zusammenarbeit mit Bommer. Im Spiel am kommenden Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth soll der bisherige Bommer-Assistent Heiko Scholz das Team als Interimscoach betreuen.

Nach den massiven Zuschauerprotesten während der Partie gegen Ahlen war der Trainer nicht mehr zu halten. Begleitet von lauten und andauernden "Bommer-raus"-Rufen und Protesten der Fans mühte sich der MSV vergeblich um eine Trendwende. Nach dem über weite Strecken unansehnlichen Auftritt war auch die Geduld von Hellmich aufgebraucht. Obwohl die MSV-Allmacht den Trainer noch in der Halbzeitpause in Schutz genommen und die protestierenden Fans kritisiert hatte, sprach er ein schnelles Machtwort. "Bei uns ist in den vergangenen Wochen einiges schief gelaufen. Aus menschlicher Sicht tut es mir leid, aber so ist das Geschäft", kommentierte Hellmich.

Der Kredit, den sich Bommer mit dem Duisburger Bundesliga-Aufstieg im Jahr 2007 bei den Anhängern erworben hatte, war längst verspielt. Schon vor der Partie gegen Ahlen stand der Fußball-Lehrer mächtig in der Kritik. Noch am 8. Spieltag schien es, als könne Bommer seine Kritiker besänftigen. Denn nach dem 6:1-Kantersieg über Ingolstadt kletterte der Bundesliga-Absteiger auf den vierten Rang. Doch nach vier sieglosen Partien und dem Sturz auf den 10. Tabellenplatz sah sich die MSV-Spitze zu einem schnellen Handeln genötigt. Bommer ist nach Thomas von Heesen (Nürnberg) der zweite Trainer, der in dieser Zweitliga-Saison vorzeitig seinen Hut nehmen muss.

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(sueddeutsche.de/dpa/jbe)