2. Fußball-Bundesliga TSV 1860 gelingt Befreiungsschlag

Rasenschach - die Fußball-Taktikkolumne Notstand vorne, Mitte, hinten

(Video: Süddeutsche.de)

Rückstand gedreht, Elfmeter gehalten, erster Sieg nach fünf Partien ohne Erfolg: Der TSV 1860 München beendet in der zweiten Fußball-Bundesliga seine Misserfolgsserie und siegt in Duisburg. Dagegen gerät die Aufholjagd des 1. FC Köln ins Stocken.

Karnevals-Nullnummer für den 1. FC Köln, Befreiungsschlag für 1860 München: Während sich die Kölner fern der feiernden Heimat mit einem 0:0 bei Energie Cottbus zufrieden mussten und einen Rückschlag bei ihrer Aufholjagd in Richtung Platz drei kassierten, bremsten die Löwen mit einem 3:1 (2:1) nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg ihre Talfahrt.

Im Stadion der Freundschaft konnte sich keine der Mannschaften einen entscheidenden Vorteil erkämpfen. Die größte Chance im Spiel besaß Kölns Thomas Bröker (83.) per Kopf, doch Energie-Keeper Thorsten Kirschbaum parierte glänzend. Mit 31 Punkten rückte Cottbus auf Platz vier vor, allerdings beträgt der Rückstand auf den 1. FC Kaiserslautern (3:0 gegen Dynamo Dresden) auf Position drei bereits sieben Zähler. Die Kölner sind mit 30 Punkten Tabellenneunter.

In Duisburg brachte Ranisav Jovanovic (9.) die Zebras früh in Führung geschossen, doch Bobby Wood (15.) und Kai Bülow (45.+2) drehten das Spiel noch vor der Pause zugunsten der Gäste, ehe Moritz Stoppelkamp (81.) den Schlusspunkt setzte. Der starke 1860-Keeper Gabor Kiraly hielt zudem einen Handelfmeter von Daniel Brosinski (42.), der den Nachschuss völlig frei stehend neben das Tor jagte.

Der MSV musste damit nach zuletzt zehn Punkten aus vier Spielen wieder einen Rückschlag hinnehmen und bleibt bei sechs Zählern Vorsprung auf Platz 16 in der Gefahrenzone. 1860 setzt sich mit 30 Punkte wieder in der oberen Tabellenhälfte fest, hat aber acht Zähler Rückstand auf Platz drei.

Der Flügelflitzer Zlatan, der Große!

Zlatan Ibrahimovic ist nicht nur ein begnadeter Fußballer, er ist auch ein Philosoph von Descartes'schem Ausmaß. Er findet feine Metaphern, beleidigt wie einst Muhammad Ali und hat eine Meinung zu Steuerpolitik und Botanik. Sein neuer verbaler Erguss dreht sich um David Beckham.

(Video: Süddeutsche.de, Foto: dpa, Foto: dpa)

Am Freitag hatte Pierre Merkel Spitzenreiter Eintracht Braunschweig vor einer überraschenden Niederlage gerettet und für ein Fortbestehen der beeindruckenden Heimserie der Niedersachsen gesorgt. Nur 17 Sekunden nach seiner Einwechslung erzielte der 23-Jährige in der 86. Minute das für die Gastgeber erlösende 1:1 (0:1) gegen Aufsteiger VfR Aalen und verhinderte damit die erste Heimniederlage seit über einem Jahr.

Aues Michael Fink (li.) und Frankfurts Marcel Gaus: kalter Zweikampf im Schnee

(Foto: dpa)

Zuvor hatte es nach Enrico Valentinis Treffer (45. + 1/Foulelfmeter) lange Zeit nach einer großen Überraschung ausgesehen. Hertha BSC hat bei nunmehr drei Punkten Rückstand am Montag die Chance, mit einem Sieg im Stadtderby gegen Union Berlin die Braunschweiger von der Tabellenspitze zu verdrängen.

Vor 19.850 Zuschauern fand der Spitzenreiter, der auf seine beiden besten Torschützen Domi Kumbela (Gelbsperre) und Dennis Kruppke (Innenbandriss) verzichten musste, gegen defensiv eingestellte Gäste nur schwer in die Partie. Chancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Kurz vor der Pause entschied Schiedsrichter Florian Steuer nach einem vermeintlichen Foul an Marco Haller auf Elfmeter für Aalen. Valentini verwandelte den Strafstoß in die Mitte.

Im zweiten Abschnitt erhöhten die Löwen den Druck. Orhan Ademi vergab nach knapp einer Stunde die erste klare Chance, als sein Schuss aufs leere Tor noch auf der Linie von Haller geblockt wurde. In der Folge stemmten sich die Spieler von Trainer Torsten Lieberknecht mit Kräften gegen die Niederlage und wurden durch den Treffer von Merkel belohnt. Bei den Braunschweigern überzeugten Deniz Dogan und Neuzugang Omar Elabdellaoui, während die Gäste in Torhüter Jasmin Fejzic und Oliver Barth ihre stärksten Spieler hatten.