11 Freunde: War rückblickend die "Meisterschaft der Herzen" mit Schalke 04 die schwärzeste Stunde Ihres Fußballerlebens?
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Huub Stevens: Überhaupt nicht. Wenn man Zweiter in der Bundesliga wird und eine Woche später die Chance hat, den DFB-Pokal zu gewinnen, kann ein Trainer stolz auf die Leistung seiner Mannschaft sein.
11 Freunde: Trotz allem war es eine Tragödie.
Huub Stevens: Natürlich ist es hart, wenn man vier Minuten lang Meister ist, und dann bricht alles in sich zusammen.
11 Freunde: Welcher Moment in Ihrer Karriere war schlimmer als die verlorene Meisterschaft 2001?
Huub Stevens: Einige. Etwa als wir im UEFA-Cup 1979 gegen Saint Etienne zuhause mit 2:0 gewonnen hatten und fast sicher in der nächsten Runde standen. Dann gingen wir auswärts gegen Platini & Co mit 6:0 unter. Das hat weh getan. Und doch ist es nichts, was sich nicht relativieren ließe. Ein Spiel kann verloren gehen, deshalb heißt es Spiel. Wirklich schlimm ist nur, wenn es deiner Familie schlecht geht.
11 Freunde: Dann relativiert sich sogar der stressige Job als Trainer.
Huub Stevens: Absolut. Und ich bin dem HSV sehr dankbar, dass er so viel Verständnis gezeigt hat in den Momenten, in denen es meiner Frau so schlecht ging und ich in Eindhoven sein musste. Aber auch der Fußball hat mir in dieser Situation geholfen. Denn als ich in Eindhoven überhaupt nichts tun konnte, war es für mich sehr wichtig, zumindest hier in Hamburg den Jungs helfen zu können.
11 Freunde: Was wird Ihnen nach Ihrer Rückkehr in die Niederlande am meisten fehlen?
Huub Stevens: Dort sind die Stadien kleiner als in Deutschland. 58.000 Zuschauer hier in Hamburg, das ist schon beeindruckend. Die werde ich ein bisschen vermissen. Aber die 30.000 in Eindhoven machen auch mächtig Lärm.
11 Freunde: Sie werden also vor allem Dinge vermissen, die eng mit dem Fußball zu tun haben.
Huub Stevens: Der Beruf war der Grund für meine Zeit in Deutschland. Privat verliere ich durch die Rückkehr in die Niederlande nichts, sondern gewinne etwas hinzu - die Nähe zu meiner Familie. Auch wenn ich mich erst einmal wieder an das Zusammenleben gewöhnen muss.
11 Freunde: Wird Ihnen der HSV nach dieser erfolgreichen Saison gar nicht fehlen?
Huub Stevens: Nein. Natürlich hätte ich die gute Grundlage, die Didi Beiersdorfer und ich hier gelegt haben, gerne ausgebaut. Aber es war mein Wunsch, zur Familie zurückzukehren. So ist nun mal das Leben.
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(sueddeutsche.de/11 Freunde/mb)
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