Fifa Blatter geht gegen Fifa-Sperre vor

Jeweils acht Jahre Sperre für Blatter und Platini

Die Tage von FIFA-Präsident Sepp Blatter und UEFA-Boss Michel Platini im Weltfußball sind gezählt. Die Ethikkommission der FIFA verhängte eine Sperre von jeweils acht Jahren für die beiden bereits provisorisch suspendierten Funktionäre. Platini kann eine Präsidentschaft bei der FIFA somit abhaken. mehr...
  • Fifa-Chef Joseph Blatter und Uefa-Präsident Michel Platini sind von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes für acht Jahre gesperrt worden.
  • Der Grund ist eine dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro, die Platini 2011 von Blatter erhalten hatte.
  • Blatter kündigte an, gegen die Sperre vorgehen zu wollen

Eine dubiose Zahlung wurde ihnen zum Verhängnis

Die Tage von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter, 79, und Uefa-Boss Michel Platini, 60, im Weltfußball sind endgültig gezählt. Die Ethikkommission des Weltverbandes verhängte am Montagmorgen jeweils acht Jahre Sperre gegen die beiden bereits Anfang Oktober provisorisch suspendierten Funktionäre.

Das System Fifa ist erschüttert

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Platini, Europas Fußballer des Jahres (1983 bis 1985), kann eine Präsidentschaft bei der Fifa wohl abhaken. Zum Verhängnis wurde beiden die dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro, die der Franzose im Jahr 2011 von Blatter angeblich für lange zurückliegende Beratertätigkeiten erhalten hatte. Die Ermittler vermuten Schmiergeld für Blatters Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Sommer des gleichen Jahres. Beide Funktionäre hatten immer wieder die Rechtmäßigkeit der Zahlung beteuert.

Blatter kündigt Widerstand an

Der langjährige Fifa-Präsident Blatter will die Entscheidung nicht akzeptieren. Er kündigte an, Einspruch beim Berufungskommitee der Fifa sowie beim Internationalen Sportgerichshof CAS einzulegen. Ein Einspruch bei zivilen Schweizer Gerichten sei ebenfalls möglich, sagte Blatter, nachdem er sich mit seinen Anwälten beraten hatte. "Ich werde kämpfen, für mich, für die Fifa." Die gegen ihn und Platini verhängte Sperre sei ungerechtfertigt. "Zu sagen, dies wäre ein guter Tag für die Fifa, ein guter Tag für den Fußball, wäre völlig falsch", sagte Blatter.

In einer Stellungnahme zu der langen Sperre hatte die Ethikkomission in Bezug auf die an Platini gezahlten 1,8 Millionen Euro mitgeteilt, Blatter habe "in seiner Funktion als Fifa-Präsident diese Zahlung autorisiert, die aber keine rechtliche Grundlage in der von beiden unterschriebenen schriftlichen Vereinbarung vom 25. August 1999 hatte. Weder in seiner schriftlichen Stellungnahme noch während seiner Anhörung war Herr Blatter in der Lage, eine rechtliche Grundlage für diese Zahlung nachzuweisen. Seine Behauptung eines mündlichen Vertrages wurde als nicht überzeugend eingestuft und von der Kammer zurückgewiesen." Blatter wurde zudem zu einer Geldstrafe in Höhe von 50 000 (etwa 46 000 Euro) Schweizer Franken verurteilt, Platini muss 80 000 Schweizer Franken zahlen (etwa 74 000 Euro).

Der vorsitzende Richter der Kammer, die das Urteil fällte, ist der Deutsche Hans-Joachim Eckert.

Bislang hat die Fifa-Ethikkommission Sperren für alle fußballrelevanten Tätigkeiten gegen 35 Personen im Weltfußball ausgesprochen. Viele dieser Sperren stehen in Zusammenhang mit dem beispiellosen Korruptionsskandal, der die Fifa seit Mai erschüttert und ihr Image stark beschädigte. Lebenslang gesperrt wurde etwa Jack Warner, er gilt als einer der Drahtzieher der Affäre. Auch Franz Beckenbauer ist unter den Bestraften. Am 13. Juni 2014 sperrte ihn die Ethikkomission provisorisch für 90 Tage, widerrief die Strafe aber zwei Wochen später.