Den vorletzten Spieltag werden die Beteiligten nicht so schnell vergessen: Bremen bekam neben der Meisterschale auch eine 2:6-Klatsche von Leverkusen, der FC Bayern wurde beim 1:3 in Stuttgart schon wieder gedemütigt. Und Berlin hat mit einem 1:1 beim TSV 1860 das Thema Abstieg abgehackt - die Münchner vergaben einen Elfmeter in der letzten Minute.

Dank Alexander Madlung hat sich Hertha BSC Berlin gerettet, der TSV 1860 München muss dagegen nun auf ein "Wunder" hoffen. Mit einem glücklichen 1:1 (0:1) im Abstiegs-Krimi machten die Berliner vor 48 000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion den Verbleib in der Fußball-Bundesliga perfekt, während die Münchner weiter zittern müssen.

In der 89. Minute hätte der TSV 1860 doch noch den so imens wichtigen Sieg gegen Berlin erlangen können, doch Kioyo vergab einen Elfmeter. (© Foto: ddp)

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Nach der Münchner Führung durch den Brasilianer Rodrigo Costa in der fünften Minute erlöste Alexander Madlung (82.) das Team von Trainer Hans Meyer. 1860, das beim Saisonfinale am kommenden Samstag in Mönchengladbach einen Sieg und dazu fremde Schützenhilfe zur Rettung braucht, vergab den möglichen Sieg, als der eingewechselte Francis Kioyo (89.) einen Foulelfmeter am Berliner Tor vorbeischoss.

Bremer Blamage endet mit der Meisterschale

Mit dem schwächsten Heimspiel der Saison hat Werder Bremen selbst einen Schatten auf die Überreichung der Meisterschale im Weserstadion geworfen. Eine Woche nach dem entscheidenden 3:1-Triumph beim Titelverteidiger Bayern München kassierte der neue Titelträger gegen Bayer Leverkusen mit 2:6 (0:3) die zweite Heimniederlage der laufenden Saison.

Die Gäste können sich nach diesem Erfolg noch Hoffnungen auf die Qualifikationsrunde zur Champions League machen. Für den Meister war es die höchste Heimpleite seit 17 Jahren (1:7 gegen Mönchengladbach 1986/87).

Trotzdem wurde an der Weser groß gefeiert. Bremens Kapitän Frank Baumann nahm die Trophäe aus den Händen von Teamchef Rudi Völler in Empfang. Die Werder-Asse drehten danach eine Ehrenrunde und ließen sich unter einer Wolke aus grün-weißem Konfetti feiern. Zuvor hatte die Mannschaft ein Transparent mit folgender Aufschrift entrollt: "Danke! Ihr seid deutscher Fan-Meister."

Die Feiern des vierten Meistertitels für die Norddeutschen werden am Sonntag (12.45/live in der ARD) auf dem Domhof vor dem Bremer Rathaus fortgesetzt.

Im Kampf um die Europacup-Plätze ist für Leverkusen noch alles drin. Bayer kann im Endspiel am nächsten Samstag gegen den VfB Stuttgart mit einem Sieg noch den dritten Platz belegen und damit die Qualifikation zur Champions League erreichen.

Bayern schon wieder gedemütigt

Der VfB Stuttgart hat im Süd-Schlager den FC Bayern München gedemütigt. Durch ihren verdienten 3:1 (1:0)-Sieg gegen den deutschen Rekordmeister wahrten die Schwaben zudem ihre Chance auf den zweiten Tabellen-Platz und die erneute direkte Qualifikation für die Champions League.

Vorm Saisonfinale liegt der VfB noch einen Punkt hinter den Bayern. Der stark auftrumpfende Imre Szabics mit zwei Toren (19./52.) und Kevin Kuranyi (54.) trafen für den VfB. Claudio Pizarro glückte nur noch der Ehrentreffer (77.).

Die übrigen Begegnungen

Borussia Dortmund schob sich durch ein 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach am VfL Bochum vorbei und hat die besten Chancen, den für die Uefa-Cup-Teilnahme wichtigen fünften Rang zu belegen.

Schalke 04 setzte sich gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 4:1 durch. Torsten Reuter (2., Eigentor), Ebbe Sand (24./67.) und Sven Vermant (34., Foulelfmeter) trafen für die Gastgeber. Jörg Böhme (67.) vergab zudem einen Foulelfmeter gegen FCK-Ersatztorhüter Thomas Ernst. Halil Altintop (55.) gelang das Ehrentor.

Viel Spannung verspricht noch der Abstiegskampf am letzten Spieltag am kommenden Samstag. Für Frankfurt trafen gegen Bochum Christoph Preuß (13.), Jurica Puljiz (19.) und Ioannis Amanatidis (51.). Vahid Hashemian (30.) und Kapitän Dariusz Wosz (52.) schafften zwischenzeitlich das 2:2 für die Bochumer. Die Eintracht hat allerdings trotzdem nur noch geringe Hoffnungen auf den Klassenerhalt.

Der SC Freiburg und der Hamburger SV trennten sich 0:0. Die Breisgauer sind damit gerettet. Der Hamburger Milan Fukal (77.) sah wegen wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot. Es war die 555. Gelb-Rote Karte in der  Bundesliga-Geschichte.

In Hannover trennten sich die 96er und der VfL Wolfsburg 0:0. Damit schafften die Hausherren den Klassenerhalt.

Der 1. FC Köln gewann 4:0 gegen Hansa Rostock. Die Rostocker Rene Rydlewicz wegen Meckerns (41.) per Gelb-Roter Karte und Kim Madsen wegen absichtlichen Handspiels (44.) durch "Rot" flogen jeweils vom Platz.

Die neun Spiele der 33. Runde sahen 406.103 Zuschauer (Schnitt 58.015). Es war der drittbeste Spieltagbesuch in der Bundesliga-Geschichte. Die Fans erlebten 32 Tore. In der Torjägerliste führte weiterhin der Bremer Ailton (28) vor dem Münchner Roy Makaay (23.).

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(dpa/sid)