Der TSV 1860 München tritt viel zu defensiv auf und erlebt beim 0:3 in Mainz die erste Saisonniederlage.
Es wäre aus Münchner Sicht wirklich zu schön gewesen. Hätte der TSV 1860 an diesem Donnerstagabend sein Zweitligaspiel beim FSV Mainz nicht 0:3 verloren, sondern wenigstens ein Unentschieden erreicht, ein neuer Eintrag im Geschichtsbuch hätte gemacht werden können.
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Daniel Gunkel von der "Pseudospitzenmannschaft" aus Mainz im Kopfballduell mit dem Münchner Lars Bender. (© Foto: dpa)
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Sieben Mal hintereinander zu Saisonbeginn ungeschlagen zu bleiben, das war den Sechzigern noch nie gelungen. Doch eine taktisch zu defensiv orientierte Mannschaft machte diese Bestmarke zunichte. Mainz spielte zudem deutlich aggressiver und entschlossener und rückte durch den verdienten Erfolg bis auf einen Punkt an die Löwen in der Tabelle heran. Trösten kann sich 1860 nach der ersten Saisonniederlage damit, weiterhin auf Rang eins zu sein, aber das stand schon vor dem Anpfiff so gut wie fest.
Mit sieben Toren Unterschied hätten die Münchner verlieren müssen, um die Tabellenführung an Mönchengladbach zu verlieren. Vor einem Jahr hätte man das den Löwen vielleicht zugetraut, aber nicht momentan. Zu stabil sind in dieser Saison ihre Leistungen gewesen. Dieser Abend sollte allerdings ein wenig anders werden und Defizite bei 1860 offenbaren.
Das Spiel begann gleich mit zwei Schreckmomenten aus Münchner Sicht, die zunächst glimpflich ausgingen. In der dritten Minute, die Zuschauer auf den vom Regen durchnässten Rängen waren gerade dabei, sich in Stimmung zu klatschen, traf Felix Borja ins Tor, aus drei Metern. Doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer sah sofort, dass der Stürmer von Mainz im Abseits gestanden war und wertete den Treffer nicht.
Nur zwei Minuten später dann tauchte wieder Borja frei vor Münchens Torwart Michael Hofmann auf. Diesmal stand er 18 Meter vor dem Tor, und diesmal war es kein Abseits. Hofmann klärte die Situation auf die Hofmannsche Weise - und warf sich wie ein Karatekämpfer Borja entgegen. Das Glück war mit dem Vertreter des verletzten Philipp Tschauner, weder ging der Ball an seine Arme oder Hände, was ja außerhalb des Strafraums nicht erlebt gewesen wäre, noch beging er ein Foul.
Mehr als ein Schuss gelang nicht
Die Sechziger versuchten fortan, etwas mehr Struktur in ihr Spiel zu bekommen und sich nicht noch einmal derart überrumpeln zu lassen. Doch das klappte nicht wirklich. Die Mainzer waren richtig gut, robust in den Zweikämpfen und energisch im Spielaufbau. Bisweilen wirkte es, als würden hier nicht elf gegen elf spielen. Sondern 13 gegen neun oder 14 gegen acht. Irgendwo tauchte immer ein Mainzer mehr auf. Offensichtlich war das gastgebende Team sehr willig, es dem eigenen Trainer Jürgen Klopp zu zeigen.
Der hatte seine Elf, nachdem diese zuletzt gegen Offenbach trotz Überlegenheit verloren hatte, eine "Pseudospitzenmannschaft" genannt. Zwar versuchte 1860, durch schnelle Konter die Mainzer zu überraschen. Mehr als ein Schuss von Fabian Johnson, der eine sehr gute Chance aus fünf Metern wie eine schlechte Chance aussehen ließ, gelang nicht.
Besser machte es Mainz. Daniel Gunkel ließ in der 33. Minute eine ganz ordentliche Chance einfach wie ein Zaubertor aussehen. Der Münchner Innenverteidiger Gregg Berhalter hatte Petr Ruman gefoult, 20 Meter vor dem Tor. Gunkel, bekannt für seine Freistoßkunst (bis zum Löwen-Spiel hatte er in dieser Saison bereits drei Mal per Freistoß getroffen), legte sich den Ball hin, drei, vier Schritte, der Ball startete nach links, segelte an die Unterkante der Latte - und von dort auf den Boden und hinter die Torlinie. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung verdient, und wenn die Sechziger sich noch etwas ausrechnen wollten, mussten sie sich steigern.
Daniel Bierofka konnte sich auf der linken Offensivseite kaum durchsetzen, Stürmer Antonio Di Salvo blieb zu oft auf sich alleine gestellt, Berkant Göktan blieb bei seinen Dribblings zu oft an Gegenspielern hängen, und Alexander Eberlein, 19, der für den verletzten Kapitän Danny Schwarz ins defensive Mittelfeld neben Lars Bender, 18, gerückt war, tat sein Bestes - Schwarz fehlte dennoch merklich, und mit Sicherheit wird Trainer Marco Kurz aufgefallen sein, dass es seine Jungspunde auf Dauer nicht ohne die Hilfe erfahrener, zweitligaerprobter Profis richten können.
Bis zum Abpfiff schließlich sorgte Mainz dafür, die Überlegenheit diesmal auch in Toren auszudrücken. Borja zog in der 67. Minute aus der Distanz ab. Der Ball, leicht abgefälscht, flog über Hofmann ins Tor. Und in der 79. Minute verwandelte Miroslav Karhan einen Strafstoß. Der eingewechselte José Holebas, noch eher in der Regionalliga-Elf der Löwen zu Hause, hatte den Ball zuvor im Strafraum an die Hand bekommen.
(SZ vom 28.09.2007)
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Ich liebe es, morgens um 7.00 Uhr bereits die ersten unqualifizierten Kommentare unwichtiger Nordlichter zu hören. Junge, geh nach Friesland und schlürf dort deinen tee, aber lass uns im Süden mit deinen überheblichen Kommentaren in Frieden, du Pseudogermanist.
palmcoast
"Doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer sah sofort, dass der Stürmer von Mainz im Abseits gestanden war und wertete den Treffer nicht."
man heult einfach nur noch über die Dummheit der Bayern. Man "war" nicht im Abseits gestanden, bestenfalls "hat" man dort gestanden. Aber tut nur weiter so, als seiet Ihr die Elite. Schade. Es bleibt dabei, dass die großen Leistungen Bayerns nur ein Schein sind.