Von Markus Schäflein

Das 2:2 zwischen Fürth und Köln steht beispielhaft für die zweite Klasse der Bundesliga: Kein Team ragt heraus.

Am Ende waren alle zufrieden. Die Fürther Fans jubelten mit ihrer Mannschaft über den späten 2:2-Ausgleich und darüber, dass sie im Aufstiegskampf weiterhin vor dem 1. FC Köln stehen. Die vielen hundert am Freitagabend nach Franken gereisten Kölner feierten auch - den Auswärtspunkt bei einem Konkurrenten. Und die Trainer waren ebenfalls, zumindest offiziell, zufrieden. ,

Köln Fürth

Mitunter schmerzhaft: Köln gegen Fürth. (© Foto: dpa)

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,Vor dem Spiel wären wir mit einem Unentschieden sicherlich unzufrieden gewesen'', gab Bruno Labbadia, Trainer der SpVgg Greuther Fürth zu, ,,aber es war positiv, wie die Mannschaft nicht aufgegeben hat, wie sie Leidenschaft gezeigt hat, wie sie Fußball gespielt hat und an sich geglaubt hat.'' Sein Kollege Christoph Daum hatte gar ,,alle Attribute, die ein überdurchschnittliches Spiel ausmachen'' gesehen und ,,vom Unterhaltungswert her ein sehr gutes Spiel''.

Wunderliche Kölner

Vom Unterhaltungswert her, zugegeben, war es ein schöner Abend für die Zuschauer. Ansonsten herrschte Rätselraten darüber, was die beiden Trainer so erfreulich fanden. Schließlich hatten sie in einem wichtigen Spiel je zwei Punkte abgegeben. Die Fürther präsentierten sich wie immer engagiert, spielfreudig und wuslig, machten aber auch viel zu viele leichte Fehler im Spielaufbau und in der Abwehr, von denen zwei zu den beiden schnellen Gegentoren durch Jan Mauersbergers Eigentor (4.) und Patrick Helmes' Elfmeter (13.) führten.

Noch mehr musste man sich über den 1.FCKöln wundern, der nicht die Souveränität besaß, den Vorsprung zu verteidigen und in der zweiten Halbzeit gute Möglichkeiten vergab, ihn auszubauen. Stattdessen erlaubte er den Fürthern kurz vor Schluss einen Konter, der eingewechselte Stefan Reisinger nutzte die Chance zum 2:2. ,,Wir müssen davon ausgehen, dass die Mannschaften hinter uns Dreier holen'', erkannte Kölns Offensivspieler Thomas Broich, der beispielhaft war für die wechselhaften Leistungen der Beteiligten: Er spielte engagiert, holte den Elfmeter heraus - und leitete mit einem absurden Hackentrick Fürths Ausgleich ein.

Die beiden Aufstiegskandidaten zeigten sich insgesamt nicht erstligareif und bestätigten die Beobachtung, die sich im Laufe der Saison immer weiter verstärkt: Die zweite Bundesliga weist diesmal viele große Namen auf, aber großen Sport bietet sie nur selten.

"Die beste Liga aller Zeiten"?

Es geht an der Spitze sehr ausgeglichen und daher spannend zu, aber die ,,beste zweite Liga aller Zeiten'', wie ein Fernsehsender vor Saisonbeginn geworben hat, ist das nicht.

Die Kölner haben von fünf Spielen nach der Winterpause nur ein einziges gewonnen, die Fürther immerhin zwei. Freiburg und Mainz, die das Montagsspiel bestreiten, verzeichnen 2008 auch erst je einen Sieg. Tabellenführer Borussia Mönchengladbach schaffte erst am Freitag mit dem 2:0 gegen Erzgebirge Aue den ersten Erfolg nach der Winterpause.

Über so viel Schwäche der Etablierten freuen sich die Aufsteiger. 1899 Hoffenheim, das miserabel in die Saison gestartet war, rückte am Sonntag durch das 3:0 in Osnabrück erstmals auf einen Aufstiegsrang. Und selbst der vermeintlich schwache Neuling aus der Regionalliga Süd, der SV Wehen-Wiesbaden, hat sich ohne prominentes Personal in die Spitzengruppe geschlichen.

"Passt schon"

Die Fürther stehen mindestens bis Montagabend auf Platz zwei und sind entsprechend zufrieden mit ihrer Situation, schließlich zählten sie sich selbst nach einem gravierenden Umbruch nicht zu den Favoriten. ,,Wir haben nach wie vor große Schwankungen in der Mannschaft'', sagt Trainer Bruno Labbadia. Das gilt vor allem in der Offensive, weshalb Labbadia diesmal darauf verzichtete, Stürmer Stefan Reisinger von Beginn an einzusetzen: ,,Meine Aufgabe ist, diese Schwankungen zu beobachten. Und er hat in den vergangenen Wochen nicht die Leistungen geliefert, die ich erwarte. Er lässt immer ein Stück nach, wenn er in der Mannschaft gesetzt ist.''

Diesmal wurde Reisinger eingewechselt, legte wieder ein Stück zu, traf und legte den Zeigefinger auf den Mund - ein Gruß an Labbadia. ,,Die Reaktion passt schon, Fußball ist Emotion'', sagte der Trainer, er wirkte sehr gelassen. Er weiß schon, dass er sich von Kleinigkeiten nicht aus der Bahn bringen lassen darf. Denn er wird weiterhin viele Schwankungen zu beobachten haben. Bei Reisinger, in seiner ganzen Mannschaft - und in der gesamten zweiten Liga.

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