Im Stadion blieb die Panik draußen weitgehend unbemerkt. Adolf Schick, damals Linienrichter, hatte nur beobachtet, ,,dass die Gänge auf den Tribünen restlos voll waren''. Werner Göhner, zu jener Zeit Direktor des Olympiaparks, er-klärt: ,,Das passierte ja auf der Nordseite, wir saßen aber auf der Haupttribüne auf der Westseite.'' Amerell sagt: ,,Wir hatten mit Sprechfunk Kontakt nach draußen'', das Handy war noch nicht erfunden. ,,Aber was hätten wir machen sollen?''
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Polizeipräsident Manfred Schreiber, der im Stadion war, rechtfertigte die Entscheidung, die Polizei erst eingreifen zu lassen, als der Sturm auf den Zaun losbrach: ,,Der Veranstalter hat Hausrecht, aber da hätten auch 1000 Polizisten nichts ausrichten können'', ebenso wenig wie die 393 Ordnungskräfte. Ermittlungen wurden nicht aufgenommen, weil kein Verdacht auf Verschulden des Veranstalters bestand.
Auch der Torschütze Werner Luxi hatte ,,überhaupt nichts mitgekriegt'' und erst später von der Signalwirkung seines Treffers erfahren. Er kickte bis 1976 für 1860, aber nur 52 mal, zweier Kreuzbandrisse wegen, nach denen er zu früh wieder spielte, wie er glaubt. Dauerschaden, er kickte noch ein paar Jahre für den SB Rosenheim, zusammen mit dem Alt-Löwen Hans Reich, ,,dafür hat's noch gereicht''. Schulte vom Feinmechaniker zum Uhrmacher um, führte ein Geschäft. Mit 1860 hat er ,,nichts mehr am Hut'', sagt der 54-jährige Münchner aus dem Schlachthofviertel, weil sich keiner um ihn gekümmert habe, als er verletzt war.
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