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Karl-Theodor zu Guttenberg hat ein mediales Erdbeben ausgelöst.

Ausgewählt von Matthias Winkelmann

Eigentlich war es ein Comeback vor dem Comeback: Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich in der Wochenzeitung Die Zeit ausführlich zu seiner plagiatsbelasteten Vergangenheit und seiner politischen Zukunft geäußert. Er bleibt aber vorerst in den USA und strebt laut eigenen Aussagen aktuell kein politisches Amt an. Doch war er in allen Medien ein großes Thema - auch in der Bloggerszene.

Den Hype thematisiert auch Michael Spreng auf http://www.sprengsatz.de. "Kommt er wieder? Kommt er nicht wieder? Kommt er wieder? Wie beim Gänseblümchen-Abzählvers kreist die Medienwelt wieder um Karl-Theodor zu Guttenberg. Kein Politiker, genauer gesagt, kein Ex-Politiker, regt die Phantasie der Medien und offenbar auch der Wähler so an wie der gescheiterte Politikstar. Der User "sk8erBLN" nennt Guttenberg in seinem Kommentar zu dem Beitrag den "von und zu Googleberg" und regt sich darüber auf, dass er sich nun für nur 20 000 Euro, quasi aus der "Portokasse", nicht mehr vor strafrechtlichen Konsequenzen fürchten muss.

Aber auch die Staatsanwaltschaft Hof, die das Verfahren gegen Guttenberg einstellte, wird kritisiert. "Den Schaden an der Glaubwürdigkeit des akademischen und des politischen Betriebes hat die Behörde scheinbar nicht in ihre Entscheidung einbezogen", echauffiert sich Jacob Jung auf http://jacobjung.wordpress.com. Mit der Einstellung des Verfahrens möchte sich nicht jeder zufrieden geben. So zum Beispiel Daniel Decker, der unter http://www.kotzendes-einhorn.de/blog/Zeilen veröffentlicht, die er nach eigenen Angaben soeben an die Staatsanwaltschaft Hof geschickt hat. Darin äußert er sein Bedauern über die Einstellung des Verfahrens. "Im Interesse einer möglichst schnellen Aufklärung unabhängig finanzieller Privilegien frage ich mit vollem Ernst, ob es möglich wäre, das Verfahren gegen eine Zahlung von 21 000 Euro an die Deutsche Kinderkrebshilfe wieder aufzunehmen."

Das mediale Erdbeben, das Guttenbergs Test-Comeback ausgelöst hat, regt an zu großen Vergleichen. So titelt Alan Nethnagel auf http://open.salon.com/cover: "He's baaaaack! Baron Guttenberg is ready to rumble" und zieht damit den Vergleich zu Muhammad Ali und dessen "Rumble in the jungle" 1974 gegen George Foreman. Ali hielt sich bekanntlich für den Größten, das sagt mancher auch Guttenberg nach.

Für das satirische Organ des Norddeutschen Rundfunks, "extra 3", hat Guttenbergs neues Auftreten sogar weltwirtschaftliche Dimensionen: "Rohstoffpreise auf Rekordhoch: Guttenberg kann sich Öl-Frisur nicht mehr leisten." (http://extra3.blog.ndr.de/) Man könnte fast Mitleid mit ihm bekommen. User "Ann C." wohl eher nicht: "Meine Güte, jetzt klaut er nicht mehr bei Älteren und Klügeren die Texte, sondern bei Justin Bieber die Frisuren."